Krisensitzung in Villach: Darum geht es für den VSV heute im Rathaus
Liga, Klub, Stadt: Im Villacher Rathaus wird heute über den Fortbestand des VSV verhandelt. Vieles ist noch offen, die Gewerkschaft weiß Bescheid.
„Wir kämpfen Tag und Nacht um den Fortbestand des VSV“, lautete der kurze Kommentar am Montagabend von VSV-Obmann Manfred Herzog. Bis Donnerstag muss nach dem fluchtartigen Rückzug von Geschäftsführer Martin Winkler ein neuer Boss her. Jemand, der für die in massive Schieflage geratenen Finanzen Verantwortung übernimmt.
Selbst wenn das gelingt, und das ist Voraussetzung für einen Ligabetrieb der VSV-Mannschaft 2026/27, muss die am Freitag startende Saison finanziell abgesichert werden. Mehr als eine halbe Million Euro fehlt dafür, von bis zu 700.000 Euro ist mancherorts die Rede.
Die Bücher durchforstet haben Obmann Herzog und der ehemalige Top-Beamte der Stadt, Alfred Winkler, ehemals Behördenleiter und Magistratsdirektor, seit 2024 im Ruhestand. Jurist Winkler kurbelte zuletzt unermüdlich, auch ihm ist es zu verdanken, dass es heute eine prominente Krisensitzung gibt. Ligamanager Christian Feichtinger („Der Klub muss in der Liga bleiben“) sowie Pustertal-Boss und Liga-Vizepräsident Erich Falkeinsteiner reisen am Nachmittag von der Liga-Pressekonferenz in Bischofshofen an, im Rathaus wird man sich mit Vertretern von VSV und Stadt Villach zusammensetzen. Von einem zuletzt kolportierten Kommen von Hans-Peter Haselsteiner, einem der einflussreichsten Männern in Österreichs Wirtschaft, weiß man in Villach nichts.
Wer von der Stadt dabei ist? Darüber herrscht Stillschweigen. Es hat den Anschein, die Stadt wolle sich nicht als abermaliger Retter des VSV in den Vordergrund rücken. Auch der Liga wurde nicht übermittelt, mit wem man eigentlich konkret verhandeln werde.
Auch die Spielergewerkschaft befasst sich schon mit dem VSV
Verhandelt wird auch auf einer anderen Front: Nämlich jener der Spieler. Einerseits wurde in abgespeckter Form trainiert. Suboptimal, immerhin würde der Ligastart am Freitag in Vorarlberg erfolgen. Andererseits Kontakt zur Gewerkschaft aufgenommen. Nachvollziehbar, immerhin bräuchten im Fall des Aus alle Kaderspieler neue Klubs.
Für die Cracks geht es heute um ihre Jobs, um viele Einzelschicksale. Für eine ganze Stadt um ein großes Stück Identität.