Laurena und die liebe Bürokratie

Der Kampf der Familien mit beeinträchtigten Kindern um einen Schulbesuch in einem anderen Bundesland geht weiter. Eine Lösung? Nicht in Sicht.
Laurena mag erst sieben Jahre alt sein, ihr Name dürfte in der Steiermark und in Salzburg derzeit aber fast allen bekannt sein, die mit dem Bildungs- und Schulwesen zu tun haben. Der Kampf ihrer Familie für den Besuch einer Sonderschule über die Landesgrenzen hinweg hat hohe Wellen geschlagen, fast alle Parteien haben ihre Unterstützung zugesagt.
Eine erste Lösung war schnell gefunden. Seit gestern sollte Laurena in einer „normalen“ steirischen Volksschulkasse sitzen – mit pädagogischer Fachkraft, mit Schulassistenz. 15 aufgeregte Erstklässler, eine Laurena – die nicht sprechen kann, die nicht still sitzen mag. Die davonkrabbelt, wenn sie die Möglichkeit hat. Die nicht das Alphabet lernt, sondern gewickelt werden muss.
Inklusion ist ein lobenswertes Ziel. Aber gerade weil die Eltern die Bedürfnisse ihres Kindes am besten kennen, ist die bewusste Entscheidung für eine Sonderschule zu akzeptieren. Intensiv hat man sich im Vorfeld mit der pädagogischen Ausrichtung und den Therapieangeboten in Tamsweg beschäftigt – da geht es nicht um bloße geografische Nähe. Es ist die Entscheidung für eine Schule, in der man sich verstanden fühlt. Nur 19 Kilometer, aber eine offenbar unüberwindbare Landesgrenze trennt Laurena von ihrer Wunschschule. Ihren ersten Schultag hat sie schon versäumt.
Was Bürokratie bedeutet, wird Laurena vielleicht nie begreifen. Aber keine Sorge Laurena: Diese Art von Bürokratie – die verstehen die meisten nicht.