Dolomitenmann – so feierte Lienz die „Härtesten unter der Sonne“
Sonne pur, ein proppevolles Stadion, ein neuer XXL-Hotspot und jede Menge gute Laune: Die 39. Auflage des Red Bull Dolomitenmanns war ein Volltreffer.
„So voll wie heuer war es noch nie.“ Staunend blickte Rennleiter Thomas Zimmermann in das Dolomitenstadion. Auf rund 5000 bis 6000 Zuschauerinnen und Zuschauer schätzten die „Hausherren“ von Rapid Lienz den Andrang. Nach dem Start der Bergläufer auf dem Lienzer Hauptplatz wanderte gefühlt die halbe Stadt die wenigen Meter hinüber ins Stadion. Dort wartete mit der atemberaubenden Flugshow des „Red Bull Skydive Teams“ bereits der nächste Höhepunkt.
Im VIP-Bereich begrüßte derweil Sandra Grissmann, Ehefrau von Dolomitenmann-Erfinder Werner „Grizzly“ Grissmann, die ersten Gäste. Viele bekannte Gesichter aus der Region waren da. Bezirkshauptfrau Bettina Heinricher etwa, Wirtschaftskammerobfrau Michaela Hysek-Unterweger, Hotelier und TVB-Vize Thomas Winkler oder Andreas Pfurner, Bürgermeister von Nußdorf-Debant. Doppel-Olympiasieger Benjamin Karl gab sich ebenfalls die Ehre. Der „Wieder-Snowboarder“ stand ausnahmsweise nicht selbst mit dem Mountainbike am Start, die im Sommer erlittene Schlüsselbeinfraktur mahnt noch zur Vorsicht.
Benjamin Karls Schwager, Dolomitenmann-Organisator Niki Grissmann, strahlte zu diesem Zeitpunkt bereits mit der Sonne um die Wette. „Alles läuft prima, die Stimmung ist super“, sagte er, während im Stadion die Paragleiter in waghalsigen Manövern landeten und den imaginären Staffelstab an die davon preschenden Mountainbiker übergaben. Apropos Sonne: Nachdem zwei Tage lang ein Italientief Osttirol buchstäblich nassmachte, zeigte sich den ganzen Tag über nicht eine ernstzunehmende Wolke am Firmament.
Dass die inzwischen 39. Auflage des „härtesten Teamwettbewerbs der Welt“ die Menschen aus Lienz und Umgebung mehr denn je in seinen Bann zieht, mag erstaunen, zeigt aber die Faszination. Rund fünf Stunden lang pilgert man von Hotspot zu Hotspot, feuert die Dolomitenmänner und – seit einigen Jahren die Dolomitenfrauen – an oder verbringt einfach eine lässige Zeit mit Freunden und Familie in den Bergen, an der Isel oder in der Stadt. Im Vorfeld betonte Niki Grissmann zudem, dass sich wieder mehr junge Athleten unter 25 Jahren anmelden würden. Der Dolomitenmann entpuppt sich als zeitloses Spektakel.
Die Begeisterung spürte man bereits in den frühen Morgenstunden, als sich der Hauptplatz füllte. Auch MCI-Campus-Standortleiter Hans Jörg Jaufenthaler mischte sich unters Publikum. In seinem Schlepptau: sieben Erstsemester, die gerade ihr Studien in Lienz beginnen. „Ich muss denen doch sofort unser Faible für den Bergsport zeigen“, begründete Jaufenthaler lachend den Studienausflug.
Ein Sprint und ein Sprung in die Isel
Auch dass die MTB-Strecke als Folge der tödlichen Kuhattacke vom Mai ab der Pfister geändert wurde (es ging auf dem Radlweg, nicht auf dem Isel-Trail zur Glanzer Brücke), tat der Stimmung keinen Abbruch. Im Gegenteil: Viele sparten sich den Weg gen Glanz, stattdessen ist mit der Pfister eine neue „Arena“ enstanden. Teils in Zehnerreihen standen die Menschen an der Böschung der Isel und bestaunten die Kajakfahrer bei ihrem waghalsigen Sprung. Vorher mussten die Padler den Fluss dort für einen kurzen Sprint verlassen.
Sportlich ging es wieder hochklassig her. Am Ende setzten sich die Favoriten von Seriensieger Kolland Topsport durch. Erster wurde „Kolland Elite“ vor „Kolland Elektro Bauer“. Auf Rang drei („Rothoblaas“) und vier („NovaLabs International“) folgten zwei Überraschungen. Die beste Nachricht aber hatte Rennleiter Zimmermann parat: „Abgesehen von einem kleineren Crash beim Paragleiten gab es keine Unfälle.“
