Weiße Pferde und blauer Himmel beim Lipizzaner-Almabtrieb
Tausende Besucher aus nah und fern kamen am Samstag in den Bezirk Voitsberg, um die Junghengste bei ihrer Rückkehr von der Sommerweide auf der Brendlalm im Tal zu begrüßen.
Leithengst Pluto Alea IV. – der nicht nur deswegen ein besonderes Pferd ist – führte am Samstag 33 Junghengste von ihrem Sommer auf der Stubalm ins Tal. Auf dem 18 Kilometer langen Weg zum Lipizzanergestüt Piber bewiesen sie ihre Fitness, die vom außergewöhnlich heißen Sommer gefördert wurde. „Auch auf der Alm gab es weniger Futter und die Hengste mussten auf der Suche nach Gras viel mehr gehen“, berichtete Gestütsleiter Erwin Movia.
Für das Wohl der Tiere ging der steirische Veterinärdirektor Peter Eckhardt den gesamten Weg mit. „Zu Beginn waren die Lipizzaner noch etwas nervös, aber sie sind heuer sehr homogen und ruhig gegangen.“ Für einen kleinen „Einsatz“ sorgte nur eine Gestütsmitarbeiterin, die auf der ersten Etappe eine Schuhsohle verlor. Auch darauf war man vorbereitet: Ein Mitarbeiter eilte sofort mit neuen Schuhen vom Gestüt herbei.

Steirische Wiesenblumen
Kurz nach 12 Uhr trafen die Pferde beim GH Wiendl ein. Dort werden sie traditionell mit Wiesenblumen geschmückt. Diese werden seit zehn Jahren vom Team des Blumenladens von Maria Krammer gebunden. „Darunter sind Sommer- und Herbstblumen wie Dahlien und Zinnien, die alle aus der Steiermark kommen“, erzählte Krammer vor ihrem Geschäft, während die Lipizzaner am Weg zur traditionellen Segnung durch Bruder Elias am Schlossplatz in Maria Lankowitz vorbeispazierten. Dort wurden sie schon von unzähligen Pferdebegeisterten begrüßt, darunter Gäste aus Köflachs Partnerstadt Giengen an der Brenz, aus der Schweiz, aus weiten Teilen Österreichs und sogar einer Delegation aus China. „Da geht das Herz von uns Touristikern natürlich auf“, freute sich Susanne Haubenhofer, Geschäftsführerin der Erlebnisregion Graz.
Zuvor durfte der Pfarrer noch auf einer Vespa Probe sitzen. Denn die Vespafreunde Sihler rund um Uwe Pongratz aus Köflach sowie die Vincenzos Unterpremstätten und die Scuderia Leibnitz kamen mit 38 Kultrollern zur Segnung. Kurz darauf wurden die eigentlichen Stars mit einem PS in Lankowitz, wo heuer der 800. Todestag von Franz von Assisi mit einer Ausstellung gewürdigt wird, gesegnet. Zur Freude der Lipizzaner änderte Bruder Elias heuer sogar das „Menü“: „Nachdem sie das gesalzene Brot im letzten Jahr verschmäht haben, weil sie es nicht kannten, gibt es heuer eben Würfelzucker.“ Damit hatten die Pferde sichtlich mehr Freude.
Mit musikalischen Ehren wurden die Junghengste vom Musikverein Gestüt Piber in Köflach empfangen. Vor den Augen von etwas weniger Besuchern als in den vorigen Jahren erwiesen auch einige Ehrengäste den meist noch nicht weißen, ein- bis dreijährigen Hengsten ihre Ehre, darunter Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl, Europaparlamentsabgeordnete Elisabeth Grossmann, die Landtagsabgeordneten Stefan Resch und Klaudia Stroißnig, die Bürgermeister Helmut Linhart, Bernd Mara, Bernd Osprian und Günter Jantscher sowie Bezirkshauptfrau Elisabeth Kladiva.
Bevor es erstmals durch den Kurpark am Dechantteich Richtung Gestüt ging, lüftete Movia noch das Geheimnis um Pluto Alea IV.: „Er ist ein Glücksbringer, denn er bleibt braun. Wir hoffen, dass er es bei der Ausmusterung im Herbst in die Hofreitschule schafft.“ Am Abend klang der Almabtrieb bei einem Gratiskonzert mit den Tagtraeumern und Matakustix aus.