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Bereits vor Lkw-Unfall krachten zweimal Autos in St. Johanner Friseursalon

Zwei Monate nach dem tragischen Lkw-Unfall bei einem Friseursalon in St. Johann in der Haide, bei dem die 60-jährige Inhaberin starb, gilt noch immer ein Benutzungs- und Betretungsverbot für die Immobilie. Nun äußert sich die Hausbesitzerin.

Tag für Tag passieren unzählige Autos und Lkw den ehemaligen Friseursalon in St. Johann in der Haide. Wie es mit dem Haus weitergeht, bleibt unklar
© KLZ / Moritz Weinstock
Tag für Tag passieren unzählige Autos und Lkw den ehemaligen Friseursalon in St. Johann in der Haide. Wie es mit dem Haus weitergeht, bleibt unklar
Moritz Weinstock
Regionalredaktion Hartberg-Fürstenfeld

„Der 3. Juli war für mich wie ein Albtraum“, schildert Andrea Lackner ihre Erinnerungen an den Tag, an dem ein Lkw in ihre Immobilie in St. Johann in der Haide fuhr und einem Menschen das Leben kostete.

Damals verlor ein 62-jähriger Lkw-Lenker gegen 9.30 Uhr die Kontrolle über seinen mit Bauschutt beladenen Lastwagen. Als er von der Fahrbahn abkam, durchschlug das tonnenschwere Fahrzeug die Außenmauer der Wohn- und Gewerbeimmobilie von Lackner.

Im Friseursalon im Erdgeschoss befanden sich zu diesem Zeitpunkt eine Kundin, eine Mitarbeiterin und die Chefin des Geschäfts. Die 60-jährige Inhaberin verstarb noch am Unfallort, die beiden anderen Frauen (52 und 58 Jahre alt) wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht, eine von ihnen per Helikopter. Das, was damals passierte, sei für Lackner bis heute unvorstellbar. Das große mediale Echo zum Unfall halle bei ihr bis heute nach.

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Am Tag nach dem tragischen Unfall war die Bestürzung über das Geschehen noch immer groß
Am Tag nach dem tragischen Unfall war die Bestürzung über das Geschehen noch immer groß © KLZ / Moritz Weinstock

„Die Friseurin war 21 Jahre in Miete“

Besonders tragisch für Lackner: Die Friseurin war eine gute Bekannte und 21 Jahre lang Mieterin. Bekannt ist der Eigentümerin der Immobilie aber auch die ereignisreiche Historie des Hauses an der Burgenland Straße (B50). Bereits das dritte Mal innerhalb von drei Jahren habe sich hier ein Unfall ereignet. „Offensichtlich ist es so, dass es eine gefährliche Stelle ist“, ordnet Andrea Lackner den Ort ein.

Der erste Unfall geschah am 13. Juli 2024, als eine Frau mit ihrem Pkw gegen dieselbe Hauswand fuhr, in die auch der Lkw einschlug. Ihr Auto sei aber im ersten Raum zum Stehen gekommen, ernsthaft verletzt wurde damals laut Lackner niemand. Beim zweiten Unfall habe ein Pkw-Lenker das Geländer direkt am Eingang weggeschoben, und dabei die Fassade des Hauses zerstört. „Gott sei Dank hat es da keine Verletzten gegeben“, schildert die aus St. Johann in der Haide stammende Hausbesitzerin.

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Das Betretungs- und Benutzungsverbot bleibt aufrecht
Das Betretungs- und Benutzungsverbot bleibt aufrecht © KLZ / Moritz Weinstock

Es ist bereits das dritte Mal innerhalb von drei Jahren

— Andrea Lackner, Hausbesitzerin in St. Johann in der Haide über die Anzahl an Unfällen bei ihrer Immobilie

Weil sie bis heute von der Versicherung keine Schadenssumme genannt bekommen habe, könne sie über die Zukunft des Hauses derzeit nicht viel sagen. „Das Benutzungs- und Betretungsverbot ist nach wie vor aufrecht“, betont sie allerdings, weshalb auch der einzige Mieter nicht in seine Wohnung oberhalb des Friseursalons zurückkehren könne.

Bürgermeister Günter Müller will der Hauseigentümerin helfen und die Immobilie in Zukunft besser schützen. Was dabei helfen kann, müssen jedoch Experten entscheiden
© KLZ / Carmen Oster
Bürgermeister Günter Müller will der Hauseigentümerin helfen und die Immobilie in Zukunft besser schützen. Was dabei helfen kann, müssen jedoch Experten entscheiden

Gemeinde will helfen – und Gebäude schützen

Ob überhaupt etwas oder jemand in das Haus zurückkehren kann, ist ohnehin fraglich. Die Idee eines Nahversorgers stehe derzeit im Raum, wobei Lackner den Ball flach halten und mögliche Investments auch von den Leistungen der Versicherung abhängig machen will. Zudem gibt sie zu bedenken, dass es umliegende Großmärkte einem möglichen Nahversorger in der Gemeinde schwer machen könnten.

Für Bürgermeister Günter Müller ist in jedem Fall klar, dass man der Eigentümerin helfen will. Da ihm die Geschichte der drei Unfälle bekannt ist, wolle man schauen, wie man das Gebäude in Zukunft schützen könne. Dafür bedarf es jedoch der Einschätzung von Experten und Gutachten, die feststellen, ob eine Mauer oder Poller sinnvoll seien. Denn, so Müller: „Sowas Tragisches darf nicht wieder passieren.“

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