Ein Jahr „Austropop Zeitreise“ in Fürstenfeld – wie läuft‘s?
Willkommen im Land der Ohrwürmer! Seit einem Jahr lockt die „Austropop Zeitreise“ in Fürstenfeld Musikliebhaber in die Oststeiermark. Eine Bilanz – und mit welchem Schwerpunkt das Geburtstagskind 2027 aufwarten will.

Sie kam im Dezember 2025 und ist wohl die Besucherin mit der längsten Anreise – Satoku Sugiyama aus Kyoto. „Sie musste von Kyoto nach München, von München nach Graz und von Graz nach Fürstenfeld“, ist Friedrich Ohnewein, der Mann hinter der „Austrapop Zeitreise“, auch neun Monate nach dem internationalen Besuch noch immer begeistert.
Ein Jahr ist vergangen, seit der 66-Jährige die 400 Quadratmeter große Schau in der ehemaligen Tabakfabrik in Fürstenfeld eröffnet hat. In der Ausstellung werden nicht nur die Stimmen und Gesichter des Austropop hoch gehalten, sondern auch jene Technik, die es Künstlern wie Günter Timischl oder Carl Peyer ermöglichte, sich überhaupt erst zu Stars zu mausern.
Aus Japan nach Fürstenfeld für den Austropop

„Es kommen die, die diese Zeit selbst erlebt haben, aber auch Musiker, die vielleicht nicht so im Zentrum der Öffentlichkeit standen. Wir haben jedenfalls Besucher und Austropop-Freunde aus ganz Österreich hier. Das haben wir auch der starken Medienpräsenz zu verdanken, durch die wir eine gewisse Bekanntheit erreicht haben“, resümiert Ohnewein, um dann nachzusetzen. „Feststeht, dass alle 40 Jahre jünger wieder rausgehen. Es ist also wirklich eine Zeitreise geworden, in der man in die eigene Jugend eintauchen kann, und das freut mich wirklich sehr“, sagt der eingefleischte Musikfan, der auch noch immer als Architekt umtriebig ist.
Sag‘ niemals „Austropop-Museum“
Unter anderem hat er die ehemalige Tabakfabrik revitalisiert, heute findet man hier neben der „Austropop Zeitreise“ auch ein Gesundheitszentrum sowie Wohnungen. „Es macht mir Spaß, Selbstläufer ist es aber keiner, ich muss immer dahinter sein“, so der Initiator jener Schau, die man, so Ohnewein, bitte nicht als „Austropop-Museum“ bezeichnen soll.

Doch die Mühen machen sich bezahlt, gaben sich im ersten Jahr bereits zahlreiche Musikgrößen die Klinke in die Hand. Joesi Prokopetz, Carl Peyer, Ewald Pfleger, Robby Musenbichler und viele, viele mehr. Musikproduzent und Filmregisseur Rudi Dolezal war erst vor wenigen Tagen mit einer exklusiven Lese-Show rund um Freddie Mercury in der „Wiege des Austropop“ zu Gast. „Er ist mit diesem Thema international gefragt und macht die Premiere nicht etwa in Montreux, sondern hier bei uns in Fürstenfeld. Das ist schon ein ganz großes Zeichen der Wertschätzung“, erklärt Ohnewein, der sich schon auf das nächste Exponat freut.
Austropop Zeitreise in Fürstenfeld
Öffnungszeiten: Von Freitag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.
Gruppen ab zehn Personen können einen individuellen Termin vereinbaren.
office@austropopzeitreise.at; Tel. 0676/848 241 506
Weitere Info unter: austropopzeitreise.at
Kommende Veranstaltungen
Freitag, 25. September: Aliosha Biz in der Schlossbatei
Samstag, 17. Oktober: Zwasam - Live mit Band
Freitag, 11. Dezember: Ewald Pfleger & Friends
„Morgen bringt mir Günter Grasmuck von Opus das Original-Schlagzeug, mit dem er 30 Jahre lang Live is Life und alles gespielt hat“, erklärt der 66-Jährige, der für 2027 schon Pläne hat. Das kommende Jahr soll ganz im Zeichen der Frauen des Austropop stehen. „Wir starten mit Stefanie Werger. Sie ist eine starke Frau mit starken Texten.“
