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Lavanttaler Winzer erwarten weniger Ertrag, aber hohe Qualität

Trotz der extremen Hitze rechnen heimische Weinbauern mit einer Top-Qualität. Wegen Spätfrosts und Trockenheit fällt die Erntemenge aber geringer aus.

Das Winzer-Ehepaar in ihrem Weingarten
© Privat
Walter Unterweger und Gabriele Sudy haben 2019 den Weingarten vulgo Lenzbauer übernommen
Petra Mörth
Redakteurin Regionalredaktion Lavanttal & Völkermarkt

Im Spätsommer wuselt es wieder in den Weingärten des Lavanttales. Bei den meisten Betrieben steht die Weinlese unmittelbar bevor – aufgrund der klimatischen Veränderungen deutlich früher als üblich.

Die Trauben sind kleiner und geben weniger Saft. Die Qualität wird voraussichtlich aber sehr gut.

— Martina Lippitz, Winzerin

Turbo-Ernte wegen der Hitze

„Wir beginnen voraussichtlich noch diese Woche“, erzählt Sabine David vom Weinhof vulgo Ritter am Josefsberg in St. Paul auf rund 450 Meter Seehöhe. Die Winzerin, die auf rund zwei Hektar Fläche vier Weißwein- und fünf Rotweinsorten anbaut, rechnet mit einer „sehr, sehr guten Qualität“. Auch im Hinblick auf den Ertrag hat David enorme Erwartungen. „2025 war auch ein gutes Jahr. Heuer wird es ähnlich oder sogar noch besser“, schwärmt sie, die im Vorjahr rund 8000 Liter Wein erzeugt hat. Die Lese muss heuer aber im Eiltempo passieren: „Aufgrund der Wärme schreitet die Reife der Trauben schneller voran.“ David geht von nur zwei statt wie sonst üblicherweise sechs Wochen Erntezeit aus.

Winzerin Sabine David blickt einer Lese im Eiltempo entgegen
© Josef Emhofer
Winzerin Sabine David blickt einer Lese im Eiltempo entgegen

Auch bei Martina Lippitz in Granitztal bei St. Paul auf rund 560 Meter Seehöhe geht es am Wochenende los. „In der Vergangenheit begann die Lese meistens erst Anfang Oktober“, so Lippitz. Wegen der langen Trockenheit und Spätfrostschäden rechnet die Winzerin allerdings mengenmäßig mit Einbußen: „Die Trauben sind kleiner und geben weniger Saft. Die Qualität wird voraussichtlich aber sehr gut.“ Im Vorjahr hätte die Obfrau des Vereins „Lavanttaler Wein“ mit ihren auf rund 0,6 Hektar Fläche angebauten drei Weißweinsorten um die 3000 Flaschen Wein produziert.

Aromabildung dank kühler Nächte

Etwa zehn Tage früher als sonst startet voraussichtlich die Lese des Obst- und Weinbauzentrums (OWZ) in St. Andrä, dessen Anbauflächen im Ausmaß von 3,5 Hektar sich in St. Johann bei Wolfsberg befinden. Konkret werden in Vordergumitsch auf rund 600 Meter Seehöhe viele verschiedene Weinsorten angebaut. „Das sonnige Wetter mit schon kühleren Nächten fördert die Aromabildung“, sagt OWZ-Leiter Siegfried Quendler. Das Traubenmaterial sei sehr gesund, wenngleich die Pflanzen bei über 33 Grad in Hitzestress kamen. Wegen des Spätfrosts Mitte Mai verzeichnet das Obst- und Weinbauzentrum Einbußen von 20 bis 30 Prozent zum Vorjahr.

Siegfried Quendler vom Obst- und Weinbauzentrum in St. Andrä rechnet wegen des Spätfrosts mit Einbußen
© Markus Traussnig
Siegfried Quendler vom Obst- und Weinbauzentrum in St. Andrä rechnet wegen des Spätfrosts mit Einbußen

Ende dieser Woche legen auch Gabriele Sudy und Walter Unterweger im rund 1,5 Hektar großen Weingarten vulgo Lenzbauer auf rund 600 Höhenmetern in Vordergumitsch los. „In Summe erwarten wir eine grandiose Ernte mit einer hervorragenden Qualität“, schwärmt Sudy, die mit ihrem Mann vier Weißweinsorten anbaut. Im Vergleich „zur besonders hohen Erntemenge“ 2025 dürfte der Ertrag wegen des Spätfrosts im Frühjahr allerdings etwas niedriger ausfallen. Wegen der tiefen Wurzeln im Glimmerschieferboden seien die geringen Niederschlagsmengen für die Reben im Sommer kein Problem gewesen. Die Hitze erforderte allerdings besondere Pflege bei der Laubarbeit, um Sonnenbrand an den Trauben zu verhindern.

Wespenschwarm statt Frostschäden

Als einzige Winzer im Lavanttal haben sich Petra und Jürgen Strutz aus Auen bei Wolfsberg ausschließlich auf pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWI) spezialisiert. „Auf den Reben ist eine schöne Menge Trauben drauf“, berichtet Petra Strutz, die mit ihrem Mann auf etwa 3500 Quadratmetern in 650 Meter Seehöhe drei Rotwein- und zwei Weißweinsorten anbaut, aus denen im Vorjahr rund 1000 Flaschen erzeugt wurden. „Wir werden ab Mitte September ernten“, sagt sie. Aufgrund der geschützten Lage blieb der Weingarten sowohl von Frost als auch Hagel verschont. Einziges Problem im heurigen Jahr: eine echte Wespenplage.

Jürgen und Petra Strutz betreiben neben dem Weingarten in Auen auch eine Alpakafarm
© KK
Jürgen und Petra Strutz betreiben neben dem Weingarten in Auen auch eine Alpakafarm