Festzug und Bieranstich leiten Bleiburger Wiesenmarkt ein
Zahlreiche prominente Gäste und Politiker nahmen an der Eröffnung teil, die mit einem Bieranstich gekrönt wurde.

Es ist jedes Jahr ein eindrucksvolles Erlebnis, wenn sich der Tross aus Pferd, Reiter, Prominenz, Musikern der Jauntaler Trachtenkapelle, geschmückten Wagen und festlich gekleideten Vertretern von Trachtengruppen und Vereinen pünktlich um zwölf Uhr beim Grenzlandheim in Bleiburg/Pliberk in Bewegung setzt, sich über die Postgasse wälzt und dann am oberen Ende in den Hauptplatz einbiegt. Tausende Zuschauer säumen den Weg, um den Festzug „Mit G´schirr und G´scherr“ zu begleiten, der den 633. Bleiburger Wiesenmarkt zur offiziellen Eröffnung leitet.

Angeführt von Marktmeister Arthur Ottowitz und Bürgermeister und Marktreferent Daniel Wrießnig, dem diese Ehre nach dem Ableben seines Vorgängers Stefan Visotschnig im Vorjahr erstmals zuteil wurde, geht es zur Pachtzinsübergabe. Dabei übergibt die Stadtgemeinde symbolisch einen roten Samtbeutel an die Stadtpfarre, die Eigentümerin der Marktwiese ist. Dort hat sich eine Stadt neben der Stadt gebildet: Zelte mit kulinarischen Spezialitäten, Vergnügungsangebot zwischen Autodrom und Riesenrad, Krämermarkt. Die Hellebardenträger mit Stadtrichter Martin Dobnigg an der Spitze tragen die Freyung zum Stefitz-Zelt, wo um 14 Uhr die Festansprachen und der Bieranstich starten.

Wrießnig hat sich mit Raimund Grilc einen launigen Moderator zur Seite gestellt, der gleich zu Beginn daran erinnert, dass bei den Ansprachen die Würze in der Kürze liegt – vor allem bei Politikern. „Ich habe noch nie erlebt, dass jene Partei, deren Vertreter die längste Rede gehalten hat, bei den nächsten Wahlen gewonnen hat.“ Begrüßt wurden Landeshauptmann Daniel Fellner, sein Stellvertreter Martin Gruber, die Landtagsabgeordneten Erwin Angerer und Franz Josef Smrtnik, Jürgen Mandl, Präsident der Kärntner Wirtschaftskammer, Siegfried Huber, Präsident der Landwirtschaftskammer, sowie zahlreiche Bürgermeister der Unterkärntner Nachbargemeinden.

Auf den Bürgermeister von Lovran, Bojan Simonič, wartete ein Gastgeschenk, welches er mit einer eigenen Gabe erwiderte. 2001 war die kroatische Gemeinde erstmals als Besucher am Bleiburger Wiesenmarkt vertreten, 2006 – also vor zehn Jahren – wurde eine Städtepartnerschaft offiziell besiegelt. Um den Wiesenmarkt verdiente Bürger wurden geehrt. Mit dem Bieranstich wurde die Eröffnung des ältesten und bekanntesten Südkärntner Volksfestes schließlich gekrönt. Noch bis Montag wird hier musiziert, gefeiert, gegessen und getrunken, gehandelt und gefeilscht. Waren es im Vorjahr 130.000 Besucher, die an den wenigen Tagen den Weg nach Bleiburg fanden, so könnte diese Zahl heuer sogar überschritten werden, da man auch in der Steiermark kräftig die Werbetrommel gerührt hatte und die Koralmbahn die Anreise möglich macht.