Bleiburger Wiesenmarkt: Das ist der neue Marktreferent
Daniel Wrießnig ist seit Januar Bürgermeister und Marktreferent von Bleiburg/Pliberk und wird erstmals den Umzug „Mit G‘schirr und G‘scherr“ anführen.

Mit dem Bleiburger Wiesenmarkt, dem größten und ältesten Volksfest Unterkärntens, ist Daniel Wrießnig seit seiner Kinderzeit vertraut. Heuer wird er bei der Eröffnung am 5. September jedoch in eine ganz besondere Rolle schlüpfen.
Der 48-Jährige ist seit Jänner Bürgermeister (ÖVP) und Marktreferent von Bleiburg/Pliberk und darf erstmals den Umzug „Mit G‘schirr und G‘scherr“ anführen, die Pachtzinsübergabe leiten und anschließend im Stefitz-Zelt das legendäre Fest ganz offiziell eröffnen. Wrießnig folgt damit auf Stefan Visotschnig, der im Vorjahr verstorben ist, beim Wiesenmarkt aber noch dabei war. „Es wird als einer der schönsten Momente in meiner Erinnerung bleiben, dass ich Stefan eine Urkunde für seine 35-jährige Tätigkeit als Bürgermeister und Marktreferent verleihen durfte. Es war ja bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet. Aber der Wiesenmarkt war ihm eine Herzensangelegenheit.“

Wrießnigs Elternhaus stand am Bleiburger Hauptplatz. „Schon damals war es ein Highlight, wenn bei der Eröffnung der erste Wagen um die Ecke bog. Natürlich habe ich als Kind viele Schausteller gekannt, die es noch heute gibt, beispielsweise die Pötscher-Schwestern. Sie haben früher gemeinsam mit dem Unternehmen Prechtl beim Autodrom Chips in die Menge geworfen, die man zum Fahren verwenden durfte. Und ich war mit einem Haufen anderer Buben dabei, um die Chips zu fangen. Dann sind wir dauernd im Autodrom gesessen“, erzählt er. Später rückte das Alpe-Adria-Zelt in den Mittelpunkt des Interesses des Jugendlichen. „Da kamen Händler aus unseren Partnergemeinden mit Waren, die etwas Exotisches an sich hatten. Manches hat sich verändert, das Wesentliche aber ist geblieben, etwa die Großzelte für die Verköstigung. Sie sind nicht dem Fast-Food-Trend gewichen. Hier wird noch regional und bodenständig aufgetischt. Auch der Krämermarkt ist einzigartig, wo man Dinge erstehen kann, die es nur am Wiesenmarkt gibt.“

Heuer ist Wrießnig erstmals für alle Entscheidungen allein verantwortlich, wobei er auf die Unterstützung von Marktleiter Arthur Ottowitz und seinem Team im Gemeindeamt zählen darf. „Da wird Großartiges geleistet, wofür ich dankbar bin. Jeder bringt sich neben seiner laufenden Arbeit mit ein. Der Bauhof mit seinen Mitarbeitern ist für Wasser, Kanal oder Hackschnitzel, falls es regnet, zuständig. Die Arbeit beginnt in der Marktzeit um vier Uhr früh. Alles muss sauber sein, wenn die Gäste am Vormittag erneut eintreffen.“ Beim Sicherheitskonzept arbeitet Wrießnig eng mit den Blaulichtorganisationen zusammen. „Am Donnerstag vor dem Markt gibt es mit Feuerwehr, Polizei, Security und Rotem Kreuz noch eine Übung. Wir sind auch dafür gerüstet, falls ein Sturm auftritt und der Markt möglicherweise kurzfristig geräumt werden muss, wie das unlängst beim Villacher Kirchtag der Fall war.“ Eintritt wird man auch künftig nicht kassieren. „Der Wiesenmarkt soll ein unbeschwertes Fest für alle sein“, sagt Wrießnig. Heuer rechnet er durch die Koralmbahn zusätzlich mit einem Ansturm aus der Steiermark, wo die Gemeinde kräftig die Werbetrommel gerührt hat. Sein größter Wunsch: „Dass am Ende alle zufrieden sind.“