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Witkoff und Kushner in Moskau: Wird Putin die Trump-Gesandten wieder einwickeln?

Nina Koren
Ressortleiterin Außenpolitik & International
Der Konvoi von Witkoff und Kushner in Moskau
© IMAGO/Maksim Blinov
Der Konvoi von Witkoff und Kushner in Moskau

Die Fronten im Ukraine-Krieg sind weiter verhärtet, doch reden kann man ja: Nach dem Besuch der US-Vermittler in Russland sollen sie am Sonntag erstmals auch nach Kiew fliegen.

Ob Steve Witkoff die Nerven behält, werden wir in wenigen Stunden wissen: Donald Trumps Sonderemissär traf am Samstag mit Trump-Schwiegersohn Jared Kushner zunächst in Moskau ein, um mit Wladimir Putin zu reden. Am Sonntag soll nachgeholt werden, was Witkoff bisher hartnäckig vermieden hat: Erstmals wollen Trumps rasende Reisende auch nach Kiew fahren – nachdem sie sieben Mal ohne Ukraine-Abstecher in Moskau waren.

Dass die beiden nach langer Pause einen neuen Anlauf für ein Ende des Ukraine-Kriegs nehmen, ist erfreulich. Jeder Tag, den dieser Krieg dauert, ist einer zu viel. Und dass man sich von US-Seite endlich die Mühe machen will, auch Selenskyj einen Besuch abzustatten, war höchste Zeit. Erst kürzlich hatte eine US-Influencerin bei ihrem ersten Besuch in Kiew erstaunt festgestellt, dass sie bisher auf russische Negativpropaganda über die Ukraine hereingefallen war.

Einverleiben

Zu viel erwarten sollte man sich dennoch nicht. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass Putin von seinen Maximalforderungen abweichen würde, die sogar die Einverleibung ukrainischer Gebiete umfassen, die seine Armee bis heute nicht erobern konnte. Mit ungebremstem Elan greift er ukrainische Wohngegenden und Infrastruktur an. Dass der Kreml-Chef wegen des geplanten Kiew-Besuchs der US-Unterhändler einen dreitägigen Stopp der Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt ankündigte, deutet auch eher darauf hin, dass Witkoff und Kushner einen Plan im Gepäck haben, der Putin besser schmeckt als Selenskyj. Und der ist, wenig überraschend, weiter nicht bereit, die Ukraine und ihre Bevölkerung dem russischen Diktator auszuliefern.

Trotzdem: Selbst wenn eine Lösung in weiter Ferne liegen mag, kann man es versuchen. Die Menschen in Kiew, die Tag und Nacht im Dauerhagel der russischen Raketen und Drohnen stehen, werden Witkoff zumindest die drei Tage Ruhe danken.