Schalke-Neuzugang Junior Adamu: „Ich bin ein stolzer Malocher“
Junior Adamu trifft mit Schalke 04 am Samstag (18.30 Uhr, Sky live) auf den FC Bayern. Bei den Knappen will der Stürmer nach schwierigen Jahren wieder durchstarten.
Schon am 2. Bundesliga-Spieltag wartet auf Aufsteiger Schalke 04 mit dem Heimspiel gegen Meister Bayern München das erste absolute Highlight-Spiel in der noch jungen Saison. „Das wird eine geile Partie, mit dem zwölften Mann im Rücken wollen wir die Herausforderung meistern“, sagt Junior Adamu, einer von drei Österreichern im Kader der Knappen. Der 25-Jährige, der als Einjähriger aus Nigeria nach Graz kam, ist wie auch Maximilian Wöber neu im Team des österreichischen Trainers Miron Muslic, der Schalke in der vergangenen Saison nach drei Jahren wieder zurück in die Bundesliga geführt hat. „Er hat sich sein Standing auf Schalke erarbeitet“, meint Adamu. „Ich finde, er macht das überragend, er hat einen guten Humor und sagt dir als Trainer aber auch die Dinge direkt ins Gesicht.“
Muslic, der Adamu bereits länger auf dem Zettel hatte, war ein Faktor, wieso sich der Stürmer dem Traditionsklub anschloss. Auch Dejan Ljubicic, der dritte Österreicher im Kader, und Schalke-Berater Franz Schiemer spielten eine Rolle. „,Frenkie‘ war damals Co-Trainer, als ich bei Salzburg war, und auch ,Dejo‘ habe ich schon vom Nationalteam gekannt. Wir haben telefoniert, er hat mir nur gute Dinge über Schalke gesagt. Mit dem Klub war ich schon im Winter in Kontakt, da wollten sie mich schon, dann bin ich aber zu Celtic gegangen“, erzählt Adamu.

In Glasgow sollte Adamu als Freiburg-Leihspieler jedoch nicht glücklich werden. Zwar holten „The Bhoys“ das schottische Double, nach seinem vielumjubelten Last-Minute-Tor im Cup spielte er aber vor allem gegen Ende der Saison überhaupt keine Rolle mehr. „Ich habe in Glasgow gute Erfahrungen gesammelt, am Ende haben sie leider nicht mehr auf mich gesetzt. Ich habe aber viel gelernt, habe die Geduld behalten und hart an mir gearbeitet, um mich selbst zu verbessern. Mein Tor im Pokal werde ich aber nie vergessen – und die Trophäen nehme ich gerne mit“, sagt Adamu grinsend.
Adamu: „Mein Stil passt zu Schalke“
Nun „hat Gott mich zu Schalke gebracht“, meint Adamu, der bei 04 einen Vertrag bis 2029 unterzeichnet hat – und die Station in Gelsenkirchen, in dessen Nähe Adamu mit seiner Freundin eine Wohnung bezogen hat, könnte sich als gutes Match erweisen. „Mein Stil passt zu Schalke, die Taktik und die Spielweise passen gut zu mir“, sagt Adamu. Auch Muslic befand den Steirer „mit seinem intensiven Anlaufen“ sowie seiner mannschaftsdienlichen Art als prädestiniert für das Spiel der Schalker, die nicht umsonst als Malocher bezeichnet werden. Und hart arbeiten, das kann Adamu: „Ich bin ein stolzer Malocher!“
Was unter dieser Maloche in den vergangenen Jahren etwas gelitten hat, ist die Kernkompetenz eines jeden Stürmers: das Toreschießen. Seit seinem Abgang aus Salzburg, wo Adamu in der Saison 2022/23 noch 14 Pflichtspieltreffer beisteuerte, erzielte der Angreifer lediglich neun Tore. „In den vergangenen Jahren hat mein Selbstvertrauen ein bisschen gelitten, das möchte ich mir hier auch mit dem Vertrauen des Trainers wieder erarbeiten“, sagt Adamu. „Das Toreschießen ist eine große Stärke von mir, die kann und werde ich auch auf Schalke zeigen.“
Und immerhin: Im DFB-Pokal erzielte Adamu beim 5:2-Sieg bei Regionalligist Halle in der Verlängerung das 4:2. Zur Pause eingewechselt, leitete Adamu auch schon das 1:1 durch Ljubicic ein, mit der Hereinnahme des Österreichers und auch von Stürmer-Altstar Edin Dzeko kam die Schalke-Offensive in Schwung. Vom Bosnier, der doppelt traf, kann und will Adamu noch einiges lernen: „Es ist schön, eine Legende da zu haben, die seine Mitspieler auch außerhalb des Platzes unterstützt. Auf dem Platz steht er immer richtig, von seinem Torriecher kann ich mir am meisten abschauen.“

Adamu: „Schalke gehört in die Bundesliga“
Beim Bundesliga-Auftakt gegen Augsburg stand Adamu dann in der Startelf, wurde bei der 0:3-Niederlage von Muslic hinter Solo-Spitze Moussa Sylla eingesetzt und nach einer Stunde vom Platz genommen. „Wir hatten unsere Chancen, haben sie aber nicht gemacht. Auch ein paar taktische Dinge waren nicht so gut, wir waren nicht so kompakt. Wir müssen noch vieles besser machen, vor allem gegen Teams wie die Bayern“, sagt der neunfache ÖFB-Teamspieler, der hofft, mit guten Leistungen auf Schalke auch wieder aufs Radar von Teamchef Ralf Rangnick zu kommen.
Am Samstag (18.30 Uhr, Sky live) möchte Adamu seine persönliche Bilanz gegen die Bayern aufbessern. Vier der fünf Spiele gegen die Münchner verlor Adamu, sein Tor beim 1:1 in der Champions League für Salzburg im Frühjahr 2022 markiert aber noch immer einen der größten Momente in seiner Karriere. Vielleicht kommt schon bald ein neuer hinzu. „Schalke gehört in die Bundesliga, so müssen wir es auch anlegen“, sagt Adamu. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl, dass wir mit dieser Mannschaft etwas Geiles aufreißen in dieser Saison.“