Südoststeirer Wolfgang Fasching blickt auf 30 Jahre Extremsport zurück
Der Radkersburger Wolfgang Fasching hat kaum ein sportliches Abenteuer ausgelassen. Heuer feiert er den 30. Jahrestag seines ersten „Race Across America“-Starts und 25 Jahre Mount Everest-Aufstieg.

Achtmal nahm er am Radmarathon „Race Across America“ teil und holte sich dreimal den Sieg. Er bezwang den Mount Everest, bestieg nicht nur die sieben Summits Österreichs und der Alpenländer, sondern auch die sieben höchsten Berge der Welt. Mit dem Fahrrad durchquerte er Russland in 21 Tagen – ein Weltrekord – und brauchte für das Pendant in Europa, von Gibraltar ans Nordkap, zehn Tage: Die Liste der Erlebnisse und sportlichen Erfolge des Radkersburgers Wolfgang Fasching ist lang – und beeindruckend.
Kaum zu glauben, dass all das in gerade einmal drei Jahrzehnte passt. „Für mich steht das Abenteuer an erster Stelle, das Erleben von Dingen motiviert mich, nicht das Erreichen von Rekorden. Mein Motto ist ‚Erlebnisse vor Ergebnisse‘“, sagt Fasching. Heuer ist es 30 Jahre her, dass er zum ersten Mal das „Race Across America“ radelte und damit seine Extremsportlerkarriere startete. „Dass ich mich als Steirerbua dafür qualifiziert habe, Menschen davon überzeugt und es mich sportlich und beruflich auf den Stand gebracht hat, auf dem ich heute bin – das ist für mich einer der größten Erfolge“, blickt Fasching anlässlich des Jubiläums zurück.
Auf Anhieb Dritter
Die Idee, den Radmarathon zu bestreiten, hat jedoch zehn Jahre davor in ihm zu reifen begonnen. „Ich habe einen Fernsehbericht über Franz Spilauer gesehen, der daran teilgenommen hat. Ich war 18, 19 Jahre alt und sofort fasziniert davon, selbst dort am Start zu stehen“, erinnert sich Fasching.
Doch der Anfang war schwer. „Ich hatte ja null Ausrüstung und kein Umfeld dafür. Also bin ich einfach tausende Kilometer in der Südsteiermark Radl gefahren“, erzählt der 59-Jährige. Und nach zehn Jahren Training war es dann so weit: Fasching stand am Start des legendären Radrennens quer durch die USA – und beendete es nach etwa achteinhalb Tagen prompt auf dem dritten Platz: „Das war damals ein Rookie-Rekord.“

Vom Radmarathon auf die höchsten Berge
Danach habe er eine große Leere gespürt, bis ihm der Gedanke gekommen sei: „Du kannst auch versuchen es zu gewinnen.“ Was ihm in den Jahren 1997, 2000 und 2002 auch gelang. Nebenbei wandte sich Fasching, getrieben vom sportlichen Ehrgeiz, auch dem Bergsteigen zu: 2001 erklomm er als 13. Österreicher den Gipfel des Mount Everest und nahm die „Seven Summits“ – die höchsten Berge der sieben Kontinente – ins Visier.

Eines seiner bisher letzten größeren Projekte realisierte er 2019, als er quer durch Europa radelte. Eine geplante Afrika-Radtour musste Fasching kurz vor dem Start wegen der Corona-Pandemie absagen. Das Projekt sei für ihn zwar noch reizvoll, aber geplant sei es derzeit nicht. „Mittlerweile ist das Sicherheitrisiko in Afrika gestiegen. Um jeden Preis mache ich es nicht“, sagt er.
Kein Projekt der Welt kann so toll sein wie die Zeit, die ich mit meinen Enkeln verbringe
— Wolfgang Fasching, Extremsportler
Wenn auch nicht mehr alzu oft im Extremen, ist Bewegung für Fasching ein großer Teil seines Lebens. „Ich will nicht sagen ich bin süchtig danach, aber ohne Rad zu fahren, klettern oder laufen, könnte ich schwer leben.“ Zum Radfahren nimmt er mittlerweile auch seine Enkel mit. „Ich habe drei Enkelkinder, und das ist das Coolste, was es gibt. Kein Projekt der Welt kann so toll sein wie die Zeit, die ich mit ihnen verbringe. Und sie haben auch große Freude am Radfahren“, lächelt er.

Nostalgie-Rundfahrten durch Südoststeiermark
Auch als Vortragender machte sich Fasching inzwischen einen Namen. Rund 1700 Vorträge und Seminare habe er schon gehalten. Die Arbeit bringt den Wahloberösterreicher auch oft in die Südoststeiermark zurück: „Wenn ich in der Gegend bin, besuche ich Familie und Freunde. Ich habe immer mein Rad dabei und mache ‚Nostalgiefahrten‘. Im Gegensatz zu früher kann man heute auch wunderbar nach Slowenien hinüberfahren.“
Eine Party für alle Freunde und Wegbegleiter
„Ich bin sehr heimatverbunden“, sagt Fasching. Er könne sich das 30-jährige Jubiläum seines ersten „Race Across America“-Starts und den 25. Jahrestag seines Mount-Everest-Aufstiegs deshalb nirgendwo anders vorstellen, als mit seiner Familie, Freunden und Wegbegleitern in der Südoststeiermark zu feiern. „Ich bin dankbar für alle, die mich auf dem Weg unterstützt haben. Es ist nicht meine Party, sondern unsere aller Party“, betont er.
