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Kopftuchverbot lässt schon jetzt die Wogen hochgehen

Seit 1. September gilt in Österreich ein Kopftuchverbot. Die FPÖ kracht mit den Islamvertretern in der Steiermark zusammen.

FPÖ-Klubobmann Marco Triller 
© Klz / Ripix
FPÖ-Klubobmann Marco Triller 
Tobias Kurakin
Redakteur Steiermark-Ressort

Es hat nur wenige Stunden gedauert, bis das Kopftuchverbot neuerlich für Kontroversen sorgt. Gegenüber der Kleinen Zeitung sagt Mehmed Celebi, Vorsitzender der Islamischen Glaubensgemeinschaft in der Steiermark, dass das ab 1. September gültige Gesetz Mädchen ihre Mündigkeit nehmen würde. Der Grund: Kindern unter 14 wird verboten ein Kopftuch zu tragen – auch wenn das ihr eigener Wunsch ist.

Ein Argument, das FPÖ-Klubobmann Marco Triller nicht gelten lassen will. „Wenn bereits junge Mädchen unter dem Einfluss ihres familiären und religiösen Umfelds ein Kopftuch tragen, soll uns das allen Ernstes als Ausdruck kindlicher Selbstbestimmung verkauft werden. Wer das Kinderkopftuch auf diese Weise verharmlost, leistet patriarchaler und religiöser Indoktrinierung Vorschub“, so Triller.

Der Ball liegt beim Verfassungsgerichtshof

Celebi kündigte im Interview mit der Kleinen Zeitung auch an, Betroffene beim Gang vor den Verfassungsgerichtshof unterstützen zu wollen, um das Gesetz noch zu kippen. Sollte es jedoch bestehen bleiben, meinte Celebi, würde man es „selbstverständlich respektieren“.

Triller sagt dazu: „Sich vordergründig zur Einhaltung unserer Gesetze zu bekennen und gleichzeitig Zustände schönzureden, gegen die sich die Intention des Gesetzes richtet, ist eine fadenscheinige Doppelmoral“.

Landtagsabgeordneter Lukas Schnitzer (ÖVP) steht ebenfalls hinter dem Kopftuchverbot: „Wir wollen, dass Kinder frei und ohne ehrenkulturellen Druck aufwachsen. Deshalb haben wir uns für das Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren eingesetzt - Integrationsministerin Claudia Bauer setzt in der Bundesregierung den richtigen Schritt“, sagt er. „Denn, das Kopftuchverbot steht für Schutz vor religiösem Zwang und ideologischer Beeinflussung. Junge Mädchen brauchen sich in Österreich nicht unter einem Kopftuch verstecken, es ist Zeichen der Unterdrückung unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit. Wer Integration ernst meint, muss klare Regeln aufstellen und deren Einhaltung auch konsequent einfordern.“