Neue Steuer: Diese Pakete werden ab Oktober 2026 teurer
Wer online bestellt, muss ab Oktober mit Mehrkosten rechnen: Die neue Paketsteuer tritt in Kraft. Und sie ist höher als bisher angenommen.

Ab Oktober 2026 tritt die neue Paketsteuer in Österreich in Kraft. Sie betrifft Unternehmen des Versandhandels, deren Versandumsätze nach Österreich im vorangegangenen Wirtschaftsjahr mehr als 100 Millionen Euro erreicht haben. Indirekt sind aber laut Handelsverband auch rund 4000 kleinere österreichische Händler betroffen, die über Online-Marktplätze verkaufen.
Laut Finanzministerium werden zwei Euro pro Paket fällig. Doch tatsächlich ist die Abgabe höher: Weil die Umsatzsteuer auf alle preisrelevanten Komponenten erhoben wird, auch auf die Paketsteuer selbst, verteuert das eine Sendung um bis zu 2,40 Euro. Das gilt nur für den wahrscheinlichen Fall, dass der Versandhändler die Paketabgabe an Kunden weitergibt. Wie viel Umsatzsteuer erhoben wird, ist abhängig vom Inhalt des Pakets. Bei Büchern fallen zum Beispiel zehn Prozent an.
Gegenfinanzierung für Mehrwertsteuersenkung
Die neue Regel gilt für alle Paketzustellungen, bei denen die Steuerschuld nach dem 30. September 2026 entsteht. Die Bundesregierung begründet die neue Abgabe mit dem starken Wachstum des Online-Handels. Durch die stark gestiegene Zahl an Paketsendungen sollen unter anderem Umweltbelastungen reduziert, der stationäre Handel gestärkt und Innenstädte und Ortskerne unterstützt werden. Laut Budgetbegleitgesetz dient die Paketsteuer unter anderem der Gegenfinanzierung der Umsatzsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel.
Post-Vorstand Oblin: „Verteuerungen um bis zu 7,40 pro Paket“
Nach Einschätzung von Post-Generaldirektor Walter Oblin könnten sich die Zusatzkosten bei Bestellungen im Internet künftig überhaupt auf bis zu 7,40 Euro pro Paket summieren. Denn die Paketsteuer in Österreich ist nicht die einzige Verteuerung. Konkret setzen sich die Mehrkosten aus folgenden Maßnahmen zusammen:
Seit 1. Juli: EU-Einfuhrgebühr in Höhe von 3 Euro auf kleine Pakete mit einem Warenwert von unter 150 Euro. Die Steuer gilt aber nicht pro Paket, sondern hängt vom Inhalt ab: Die Zölle werden auf jede der einzelnen Warenkategorien bzw. „Zollpositionen“ erhoben, die in einem Paket enthalten sind. Wenn ein Paket beispielsweise eine Bluse und eine Handyhülle enthält, fallen diese unter zwei verschiedene Kategorien des Zolltarifs. Zwei Abgaben in Höhe von insgesamt sechs Euro fallen damit an.
Ab 1. Oktober: österreichische Paketsteuer von bis zu 2,40 Euro
Ab 1. November: zusätzliche EU-Bearbeitungsgebühr von 2 Euro