WM-Titel Nummer fünf: Valentina Höll hat auf der „Black Snake“ zugebissen
Downhill-Spezialistin Valentina Höll sicherte sich in Val di Sole ihren fünften Weltmeistertitel.
In der Qualifikation hielt sich Valentina Höll bei der WM von Val di Sole noch etwas zurück. Mit der drittschnellsten Zeit absolvierte sie die Pflicht, und die meisterliche Kür sollte folgen. Nach fünf Siegen in sechs Weltcuprennen in der Saison hatte sie die Ehre, als Letzte auf die „Black Snake“-Piste zu gehen. Vor allem im Mittelteil ließ die Salzburgerin das Rad über die direkte Linie regelrecht fliegen und zeigte dabei ihre Klasse. Damit nahm sie der zweitplatzierten Schweizerin in der zweiten Sektion knapp vier Sekunden ab. Im unteren Teil des Waldes verlor sie zwar etwas an Zeit, brachte aber mit der schlauen Linie einen Vorsprung von 1,728 Sekunden auf die Schweizerin Lisa Baumann ins Ziel. Harriet Harden (GBR) wurde Dritte.
Somit hat Höll ihre WM-Serie prolongiert. Mit 25 Jahren hat sie sich den fünften WM-Titel in Serie gesichert und das Regenbogentrikot der Weltmeisterin für ein weiteres Jahr behalten. „Es ist ziemlich unglaublich. Es ist heutzutage so schwer zu gewinnen und die WM ist immer ein Stress“, sagt die Salzburgerin, „ich habe viermal gewonnen und gedacht, ein fünftes Mal ist unmöglich“. Sie sprach ihrer Konkurrentin Baumann ein großes Lob aus und entschuldigte sich bei ihrer Teamkollegin von „Commencal“ für den weggeschnappten Titel. Höll sagte, es war auch ein Sieg des Willens. „Die Woche war lang und hart, und wir sind auch alle ziemlich müde.“ Erst vergangene Woche wurde der Weltcup in Les Gets gefahren. „Ich habe einfach nur versucht, Energie für den Finaltag zu sparen. Ich liebe den oberen Teil der Strecke und unten habe ich einfach nur gelitten.“
Mit ihrem fünften WM-Gold zog Höll mit der Britin Rachel Atherton gleich, Rekordweltmeisterin ist mit neun Titeln die Französin Anne-Caroline Chausson. In der Vorwoche hatte sich Höll nach fünf Siegen in bisher sieben Rennen vorzeitig erneut auch den Gesamtweltcup gesichert. „Ich hatte bereits eine unglaubliche Weltcupsaison, ich habe einen Lauf, aber ich freue mich auch schon auf den Urlaub.“
Vor den Damen waren die Junioren am Start. Benjamin Kowald (Hofstätten an der Raab) fuhr auf Rang 18. Nepomuk Orthacker aus Hart bei Graz schied nach einem Sturz aus.
