Konkurrenz aus China: Weitere Automarke kommt nach Österreich
Autohersteller Lepas startet 2027 in Österreich. Preise des Markenkollegen von Omoda und Jaecoo noch nicht bekannt. Produktion künftig in Europa geplant.

Bereits im vergangenen Jahr machten mit Omoda und Jaecoo zwei Marken von Chery Automobile, dem größten chinesischen Autoexporteur Chinas, den Schritt nach Österreich. Mit der chinesischen Automarke Lepas bietet man bald ein Trio auf dem österreichischen Markt an.
Im ersten Quartal 2027 werde Lepas hinzukommen, sagte der Europa-Chef von Chery, Zhu Shaodong, im Interview mit der APA. Aktuell sei man noch auf der Suche nach lokalen Partnern. Dass es schnell gehen kann, zeigen mehr und mehr Vertriebspartner im Land: Mit MG, Byd, Maxus, Xpeng, GAC, Nio, Leapmotor und Lynk & Co tummeln sich zahlreiche China-Marken auf unseren Straßen.
In Österreich sollen künftig die Modelle L8, L6 und L4 erhältlich sein. Wie viel die Autos kosten werden, steht noch nicht fest. Ob derzeit entwickelte Autos von Lepas in Zukunft auch hierzulande verfügbar sein werden, hänge von den österreichischen Kunden ab, so Zhu. Im Allgemeinen sei aktuell nicht das Ziel, hohe Verkaufszahlen zu erreichen, sondern Erfahrungen über die Kundenbedürfnisse in den jeweiligen Märkten zu sammeln. „Diese Erkenntnisse wollen wir dann in unsere Modelle beziehungsweise deren Funktionen einfließen lassen“, sagte Zhu.

Produktion künftig in Europa geplant
Lepas, eine Marke, die letztes Jahr eigens für den Export gegründet wurde, plant mehrere Markteintritte. Gerade befinde man sich noch in der Anfangsphase, das Unternehmen am globalen Markt zu etablieren. „Wir hoffen, dass wir in den nächsten Jahren den Großteil Europas abdecken werden“, so Zhu zu den Europa-Plänen der Marke. Aktuell hat Chery ein Joint Venture mit dem spanischen Autobauer Ebro, um in einem ehemaligen Nissan-Werk in Barcelona Fahrzeuge herzustellen. Der Produktionsstart wurde bereits mehrmals nach hinten verschoben.
Für Lepas-Autos plane man jedoch eine andere Fabrik. Grundsätzlich seien noch weitere Produktionsstätten in Europa geplant. Man setze die Unternehmensphilosophie „In Europa, für Europa“ um, „sei es im Rahmen eines Vertrags oder durch den Bau eines neuen Werks“, so der Chery-Chef für diese Region.
Größter chinesischer Autoexporteur
Aktuell nimmt der Export von in China produzierten Autos einen großen Anteil an Cherys Verkäufen ein. Die 1,3 Millionen exportierten Fahrzeuge im Vorjahr hätten rund die Hälfte der Verkäufe ausgemacht, so Zhu. Heuer seien es im ersten Halbjahr bereits fast eine Million Exporte gewesen. „Rund jedes vierte aus China exportierte Auto stammt von der Chery Group“, rechnete Zhu vor. Nach Daten von Jato Dynamics kam die Chery Group in Großbritannien im ersten Halbjahr 2026 mit rund 83.000 Zulassungen auf einen Marktanteil von 6,4 Prozent, in Frankreich waren es 5800 Autos (0,6 Prozent).



