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Hallenbad: „Wer Transparenz verweigert, hat etwas zu verbergen“

Hallenbad, Millionenverluste beim Dachstrom und Rechtsstreitigkeiten: Klagenfurts FPÖ-Stadträtin Wassermann spricht von einem Vertrauensverlust in die Vorstände der Stadtwerke.

Das neue Klagenfurter Hallenbad bleibt ein brennendes Thema für die Stadtpolitik
© KK
Das neue Klagenfurter Hallenbad bleibt ein brennendes Thema für die Stadtpolitik
Claudia Lepuch
Redakteurin Regionalredaktion Klagenfurt

Sandra Wassermann hat Vertrauen in die Vorstände der Klagenfurter Stadtwerke (STW) verloren. Das erklärte die freiheitliche Stadträtin am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Mehrere Vorgänge hätten dazu geführt.

Im Zentrum steht der Neubau des Hallenbades am Südring. „Wir haben für dieses Projekt gestimmt, fordern aber Transparenz hinsichtlich der Kosten. Wer sie verweigert, hat etwas zu verbergen“, sagte Wassermann. Externe Experten würden bereits von Baukosten jenseits der 80 Millionen Euro sprechen. „Zudem ist unklar, wie hoch die Eintrittspreise und der jährliche Betriebsabgang sein werden.“ Letzteren muss die Stadt künftig bis zu einer Höhe von 800.000 Euro übernehmen. Die Stadträtin kritisiert auch, dass ein erwarteter Abgang von 230.000 Euro für eine neue Buslinie in der Kalkulation nicht berücksichtigt werde. Die Verbindung war Voraussetzung dafür, dass das Hallenbad ohne Umweltverträglichkeitsprüfung gebaut werden kann.

Stadträtin Sandra Wassermann (FPÖ)
© Helmuth Weichselbraun
Stadträtin Sandra Wassermann (FPÖ)

„Kostenplan wird eingehalten“

Die STW sehen keine Versäumnisse. Der Abgang der Buslinie liege außerhalb ihres Verantwortungsbereichs und sei Sache der Stadt. „Die Eintrittspreise sind noch nicht zu Ende kalkuliert und werden zeitnah vor der Eröffnung 2028 feststehen. Wie beim alten Hallenbad wird es gestaffelte, sozial verträgliche Tarife geben“, teilt das Unternehmen mit. Die Baukosten beziffert es mit 72 Millionen Euro, davon 4,4 Millionen für das Olympiazentrum. „Der Kostenplan wird nach derzeitigem Stand eingehalten.“

Für Wassermann fügt sich die aus ihrer Sicht mangelnde Transparenz beim Hallenbad in ein größeres Bild. Darin taucht auch die KDSG Klagenfurt Dachstrom GmbH auf. Die vor sechs Jahren gegründete Gesellschaft sollte Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden errichten. Seither schreibt sie Verluste, mittlerweile in Millionenhöhe. „Die KDSG hat insgesamt 96 Anlagen installiert. Das negative Ergebnis entstand aufgrund von Marktveränderungen“, heißt es von den STW.

Doch nicht nur die FPÖ-Politikerin, auch der Aufsichtsrat des Energieversorgers schaut den Vorständen Erwin Smole und Harald Tschurnig inzwischen genau auf die Finger. Hintergrund sind Rechtsstreitigkeiten mit Vertriebspartnern, bei denen Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe drohen. Wassermann nennt auch die Kommunikation der Vorstände in dieser Causa als Grund für ihren Vertrauensverlust. Ein vom Aufsichtsrat beauftragtes Gutachten einer Wiener Anwaltskanzlei soll nun klären, ob die Manager richtig gehandelt haben.

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