Kärntens Bildungsdirektion: Auf Konstruktionsfehler folgen Machtspielchen

Die Nachbesetzung der Bildungsdirektion in Kärnten könnte sich zum Machtkampf zwischen Bund und Land ausweiten.
Man kann nicht auf zwei Hochzeiten tanzen, nicht zwei Herren dienen und auch nicht auf zwei Stühlen gleichzeitig sitzen. Dass es für ein und denselben Sachverhalt gleich mehrere mahnende Redewendungen gibt, hat gute Gründe – vom Loyalitätskonflikt bis zum unmöglichen Bedienen unterschiedlicher Interessen.
Dass der Bund und die Länder erst vor ein paar Jahren die Bildungsdirektion mit genau diesem Konstruktionsfehler installiert haben, passt leider ins Bild einer Politik, die an Symptomen schrauben will, statt Ursachen zu beheben. Denn dass die Bildungsdirektorinnen und -direktoren dieser Republik zweigleisig fahren müssen, liegt an der – historisch gewachsenen, aber längst überholten – Struktur mit Landes- und Bundesschulen. Da passt es auch ins Bild, dass nun Machtspielchen zwischen Landeshauptmann Daniel Fellner und Bildungsminister Christoph Wiederkehr um die Besetzung zu erwarten sind.
Wenn man dieser Episode etwas Positives abgewinnen will: Den Schülerinnen und Schülern dieses Landes wird es wurscht sein, wer da eine Behörde leitet.
Wenn man aber einen utopischen Blick wagen will, kann man sich ausmalen, wie klare Kompetenz im Hintergrund für einen zeitgemäßen Lehrplan und einen effektiven Einsatz von Geld zugunsten der Bildung sorgen könnten.

