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Ärzte-Engpass: Versorgungszentrum in Gleinstätten soll Lücke schließen

Anfang 2027 eröffnen die Elisabethinen Graz ihr zweites Gesundheitszentrum in der Südsteiermark. Die neue Primärversorgungseinheit entsteht in einem Haus mit Geschichte.

Stefan Magerl von den Elisabethinen Graz mit Daniela und Heinz Paier (v. l.) vor dem künftigen Gesundheitszentrum in Gleinstätten
© Paier
Stefan Magerl von den Elisabethinen Graz mit Daniela und Heinz Paier (v. l.) vor dem künftigen Gesundheitszentrum in Gleinstätten
Eva Brutmann
Redakteurin Regionalredaktion Leibnitz & Deutschlandsberg

Es staubt, Wände fallen, Schutt wird abtransportiert. Dort, wo Generationen einst die Schulbank drückten und später Patienten auf ihren Hausarzt warteten, herrscht derzeit Baustellenbetrieb. Das historische Gebäude nahe dem Schloss Gleinstätten wird für seine neue Aufgabe umgebaut.

Anfang 2027 eröffnen die Elisabethinen Graz hier ihr zweites Gesundheitszentrum in der Südsteiermark nach Leibnitz. Auf zunächst 170 Quadratmetern entsteht eine Primärversorgungseinheit (PVE) mit Allgemeinmedizin, diplomierter Pflege, therapeutischen Gesundheitsberufen, Prävention und Labor. Zwölf bis 15 Mitarbeiter sollen hier arbeiten.

Das historische Gebäude (aus dem Jahr 1640) nahe dem Schloss Gleinstätten wird derzeit für das neue Gesundheitszentrum adaptiert. Anfang 2027 soll die Primärversorgungseinheit der Elisabethinen hier eröffnen
© KLZ / Eva Brutmann
Das historische Gebäude (aus dem Jahr 1640) nahe dem Schloss Gleinstätten wird derzeit für das neue Gesundheitszentrum adaptiert. Anfang 2027 soll die Primärversorgungseinheit der Elisabethinen hier eröffnen

Zwei von drei Hausärzten gingen in Pension

Dass das traditionsreiche Haus nun zum Gesundheitszentrum wird, trifft auf einen dringenden Bedarf. Zwei von drei Allgemeinmedizinern in Gleinstätten gingen zuletzt in Pension.

Die Gemeinde suchte nach einer Lösung. Bürgermeisterin Elke Halbwirth (ÖVP) berichtet von Gesprächen mit Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl und dem Land Steiermark. Im Vorfeld sei mehrfach versucht worden, eine ärztliche Planstelle nachzubesetzen – ohne Erfolg. Ein Gesundheitszentrum sei daher zunehmend als Alternative in den Fokus gerückt. „Für uns war immer entscheidend, dass die ärztliche Versorgung in Gleinstätten gesichert bleibt“, betont Halbwirth. Umso größer sei die Freude, dass das Zentrum nun umgesetzt wird. Dankbar sei die Gemeinde, mit Heinz Paier einen privaten Investor gefunden zu haben, der das Projekt möglich mache.

Bürgermeisterin Elke Halbwirth (ÖVP) freut sich, dass mit der Familie Paier ein Investor gefunden wurde und die Elisabethinen die ärztliche Versorgung in Gleinstätten langfristig sichern
© Sandra Skamletz
Bürgermeisterin Elke Halbwirth (ÖVP) freut sich, dass mit der Familie Paier ein Investor gefunden wurde und die Elisabethinen die ärztliche Versorgung in Gleinstätten langfristig sichern

Der Gleinstättner Unternehmer und Autohaus-Geschäftsführer Heinz Paier kennt das Haus selbst noch aus seiner Schulzeit. Gemeinsam mit seiner Familie erwarb er das Gebäude vom langjährigen Arzt Gerfried Reiterer, der sich Ende März in die Pension verabschiedete. Die Kosten für den Umbau könne er noch nicht beziffern, so Paier: „Ich habe nicht gerechnet. Ich tue einfach, was zu tun ist.“ Das Gesundheitszentrum werde, davon sei er überzeugt, „über Jahrzehnte Bestand haben“.

Heinz und Daniela Paier vor dem künftigen Gesundheitszentrum: Die Unternehmerfamilie hat das historische Gebäude erworben und investiert in dessen Umbau für die neue Primärversorgung
© KLZ / Eva Brutmann
Heinz und Daniela Paier vor dem künftigen Gesundheitszentrum: Die Unternehmerfamilie hat das historische Gebäude erworben und investiert in dessen Umbau für die neue Primärversorgung

Noch 250 Quadratmeter Reserve

Im Erdgeschoss wird derzeit umfassend umgebaut: Zwischenwände werden entfernt, die Räume neu aufgeteilt und ein barrierefreier Zugang mit Rampe geschaffen. Auch zusätzliche Parkplätze sind vorgesehen. Im Dachgeschoß stehen weitere rund 250 Quadratmeter für mögliche Erweiterungen zur Verfügung. „Physiotherapie wäre zum Beispiel denkbar“, sagt Paier. Grundsätzlich sei dort noch vieles möglich.

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Noch ist das Erdgeschoss eine Baustelle: Auf rund 170 Quadratmetern entstehen hier die Räume für die neue Primärversorgungseinheit
Noch ist das Erdgeschoss eine Baustelle: Auf rund 170 Quadratmetern entstehen hier die Räume für die neue Primärversorgungseinheit © KLZ / Eva Brutmann

Die medizinischen Leistungen des Gesundheitszentrums werden über die Krankenkassen abgerechnet und stehen Versicherten aller Kassen offen. Sozialversicherung, Gesundheitsfonds Steiermark und Land Steiermark tragen die Primärversorgung gemeinsam. Auf der Website der Elisabethinen sind derzeit sowohl die ärztliche Leitung des Zentrums als auch eine Stelle für Allgemeinmedizin ausgeschrieben – jeweils mit Dienstantritt am 1. Jänner 2027.

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