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Trotz Geständnis: Offene Fragen nach tödlichem Unfall in Globasnitz

Ein Fahrerflüchtiger wurde gefasst, aber ist er auch der Todeslenker? Es könnte auch ein zweites Fahrzeug am Unfall beteiligt gewesen sein.

Metallteile, die am Unfallort gefunden wurden, werden jetzt noch eingehend untersucht
© Rosina Katz-Logar
Metallteile, die am Unfallort gefunden wurden, werden jetzt noch eingehend untersucht
Thomas Martinz
Redakteur Bundesland Kärnten

15 Tage – so lange hat ein Pensionist aus Kärnten geschwiegen. Während die Polizei fieberhaft nach einem fahrerflüchtigen Todeslenker suchte und Globasnitz Trauer trug, trug er sein Geheimnis mit sich.

Es war der 9. August gegen 4:30 Uhr, als er auf der Bleiburger Straße in Traundorf mit einem Feuerwehrauto einen Mann überrollte und Fahrerflucht beging. Aber hat er den 20-jährigen Bleiburger, der noch am Unfallort verstarb, auch getötet? Es könnte offenbar ein zweites Fahrzeug am Unfall beteiligt gewesen sein.

Rund 50 Hinweise auf einen möglichen Täter sind in den vergangenen zwei Wochen bei der Polizei eingegangen. Ein Tipp einer Zeugin war schließlich entscheidend: Die Frau hatte in der fraglichen Nacht ein Feuerwehrfahrzeug in der Nähe der Unfallstelle gesehen. Und wenig später bei der Absicherung der Unfallstelle erneut. Diese Beobachtung führte die Beamten am Montag zu einer Freiwilligen Feuerwehr im Bezirk Völkermarkt. Dort wurde ein Feuerwehrwagen der Marke Mercedes Sprinter, der dem ersten Anschein nach keine Beschädigungen aufwies, genauer inspiziert.

Menschliches Gewebe gefunden

Am Unterboden des Fahrzeugs sicherte die Tatortgruppe des Landeskriminalamtes schließlich Gewebeteile. „Mit an Sicherheit angrenzender Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei um menschliches Gewebe“, teilt die Polizei mit. Der Durchbruch in diesem Fall.

Der in Frage kommende Lenker wurde rasch ausgeforscht und einvernommen. Erst leugnete der Mann noch, dann gestand er, in der Unfallnacht „einen reglosen menschlichen Körper, der mitten auf der Straße gelegen“ sei, mit dem Fahrzeug überrollt zu haben. Er sei alleine im Fahrzeug gewesen. Danach sei er „völlig geschockt“ weggefahren, etwas später aber zurückgekehrt und habe bei der Absicherung der Unfallstelle geholfen.

Staatsanwalt Christian Pirker
© Markus Traussnig
Staatsanwalt Christian Pirker

Wir ermitteln wegen grob fahrlässiger Tötung.

— Christian Pirker,, Sprecher Staatsanwaltschaft Klagenfurt

Hinweise darauf, dass der Lenker alkoholisiert war, lagen vorerst keine vor, hieß es von der Polizei. Weitere Details, wie zum Alter des Verdächtigen, wurden nicht bekanntgegeben. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt davon, dass er das Opfer nicht nur überrollt, sondern auch angefahren hat. „Wir ermitteln wegen grob fahrlässiger Tötung“, sagt Staatsanwaltschaftssprecher Christian Pirker. Verhaftet wurde der Pensionist nicht. Es bestehe keine Tatbegehungs-, Verdunkelungs- oder Fluchtgefahr, so Pirker, der betont, die Ermittlungen würden weiterlaufen.

Gutachten stehen aus

Noch ist beispielsweise unklar, ob das Unfallopfer alkoholisiert war. „Das Gerichtsmedizinische Gutachten steht noch aus. Ebenso ein Kfz-Gutachten“, betont Pirker. Gemeinsam mit den zuständigen Sachverständigen soll außerdem geklärt werden, ob auch noch weitere Fahrzeuge am Unfall beteiligt gewesen sein könnten. Dazu werden Metallteile, die am Unfallort gefunden wurden, eingehend untersucht. Auch eine ausführliche Einvernahme des Pensionisten soll noch stattfinden. Ob es sich bei dem Beschuldigten um ein aktives oder ehemaliges Mitglied der Feuerwehr handelt, ist unklar.

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