Baulärm bringt Anrainer in Villach an ihre Grenzen
Lärm, Staub und Erschütterungen sorgen bei Anrainern in der Markus-Pernhart-Straße für Ärger. Beschwerden würden nicht ernst genommen. Vermieterin gesteht Fehler in der Kommunikation.
Wenn die Abbruchgeräte im Erdgeschoss ansetzen, klirren in den Wohnungen darüber die Gläser. Wände und Böden vibrieren, Staub steigt nach Angaben von Bewohnerinnen und Bewohnern bis in die Wohnungen. Seit Anfang August wird in der Markus-Pernhart-Straße der ehemalige Billa-Markt zur Kindertagesstätte umgebaut. Vermieterin des Gebäudes und der darüberliegenden Wohnungen ist die Landeswohnbau Kärnten. Die Bildungseinrichtung wird zukünftig vom Hilfswerk betrieben, sie hat auch die Umbauarbeiten beauftragt.
Mehrere Anrainerinnen und Anrainer fühlen sich durch Lärm, Erschütterungen und Staub stark belastet. Verständnis für üblichen Baulärm habe man. Kritik gibt es aber an der Kommunikation. Besonders verärgert sind die Bewohner darüber, wie mit ihren Beschwerden umgegangen worden sei. Eine Anrainerin berichtet, ihr Mann habe auf der Baustelle Zuständige direkt auf die Belastungen angesprochen, sich dabei aber abgekanzelt gefühlt. Auch bei der Hausverwaltung hätten sie zunächst kein Gehör gefunden.
Anstatt auf Verständnis oder ein Wort des Bedauerns zu stoßen, wurde er lapidar abgekanzelt.
— Anrainerin
Hinzu komme aus ihrer Sicht mangelnde Information. Zwar sei ein Umbau angekündigt worden, über Dauer und Ausmaß der besonders lärmintensiven Arbeiten habe man jedoch nichts erfahren. Kritisiert wird zudem, dass beim Befüllen des Schuttcontainers Staub nicht ausreichend gebunden worden sei. „Wir verstehen, dass bei einer Baustelle Lärm entsteht. Aber wir wollen ernst genommen und rechtzeitig informiert werden“, sagt die Anrainerin.
Wolfgang Ruschitzka, technischer Geschäftsführer des Landeswohnbaus Kärnten, bestätigt drei Beschwerden. Besonders laut seien das Entfernen alter Kühlräume und des Terrazzobodens sowie Kernbohrungen gewesen. „Ich will nichts beschönigen. Hier gab es Fehler in der Kommunikation. Nach den ersten Beschwerden war unser Kollege aber sofort vor Ort und hat versucht, die Situation zu entschärfen“, sagt Ruschitzka. Eine Entschädigung beziehungsweise Mietzinsminderung für alle Mietenden werde rechtlich geprüft.
Ich will nichts beschönigen, es gab hier Fehler in der Kommunikation.
— Wolfgang Ruschitzka, Technischer Geschäftsführer Landeswohnbau Kärnten
Die massivsten Abbrucharbeiten sollen spätestens am kommenden Dienstag abgeschlossen sein. Diese Arbeiten sollen laut Ruschitzka nicht vor 9 Uhr stattfinden und auf den Vormittag sowie 13 bis 16 Uhr beschränkt werden. Bis 20. September soll die ausführende Baufirma fertig sein und die weniger lauten Innenarbeiten beginnen. Bei den weiteren Umbauarbeiten werde laut Ruschitzka besonders darauf geachtet, die Belastungen für die Bewohner möglichst gering zu halten.