Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Schreckgespenst Fast Food beißt sich an echtem Genuss die Zähne aus

Simone Rendl
Redakteurin Bundesland Steiermark
Für hochwertiges Essen wird auch gern Geld ausgegeben
© Alexei_Zatevakhin
Für hochwertiges Essen wird auch gern Geld ausgegeben

Systemgastronomie stellt in Zeiten der Teuerung ernstzunehmende Konkurrenz für Restaurants dar. Für echten Genuss greift der Gast aber gerne in die Tasche.

Noch vor wenigen Jahrzehnten waren Gasthäuser Dreh- und Angelpunkte einer Gemeinde. Familien nach dem Sonntagsausflug, Freundesgruppen für ihr Feierabendbier oder Seniorengruppen für Nachbarschaftstratsch – im Wirtshaus kam sieben Tage die Woche die Gesellschaft zusammen.

Es ist eine Utopie, die mit den Strukturen, in denen wir uns heute bewegen, kaum in Einklang zu bringen ist. Geschwindigkeit siegt im Alltagsstress öfter über den Genuss, der Lockruf eines schnellen Zugangs zu Essen ist lauter als das Wispern kulinarischer Köstlichkeiten. Leider auch, weil Essen in Zeiten der Teuerung zu einer Kostenfrage geworden ist. Limonade um fünf Euro, ein Hauptgang für 25: Der Restaurantbesuch wird zum Luxusgut. Ein gefundenes Fressen für Systemgastronomie, die mit dem Motto „Auswärts essen zu günstigeren Preisen“ das Duell David gegen Goliath in vielen Köpfen – verständlicherweise – gewinnt.

Qualität behauptet sich

Dennoch zeigt sich: Jene, die für Qualität einstehen, behaupten sich auch inmitten des Wandels. Wo Leidenschaft schmeckbar ist, greift der Gast gern tiefer in die Tasche. An tatsächlichen Gaumenfreuden beißt sich nämlich auch das Schreckgespenst Systemgastronomie die Zähne ordentlich aus.