Vorübergehende Sperrstunde für den Schlosskeller Südsteiermark
Das Vier-Hauben-Lokal über den Dächern von Leibnitz hat noch bis 18. Oktober geöffnet. Danach plant die Eigentümerfamilie Gady eine Neuausrichtung.

Paukenschlag in der südsteirischen Gastro-Szene: Wie am Freitag bekannt wurde, sind die Tage des Schlosskellers Südsteiermark gezählt – zumindest in seiner jetzigen Form. Via Aussendung teilt die Eigentümerfamilie Gady mit, dass das mit vier Hauben von Gault&Millau sowie einem Michelin-Stern dekorierte Lokal nur noch bis inklusive 18. Oktober geöffnet hat. Tags darauf wird der Betrieb eingestellt, um in Ruhe an einer Neuausrichtung des Schlosskellers arbeiten zu können.
Pause mit offenem Ende
Wie lange die vorübergehende Sperrstunde dauern soll und in welche Richtung sich das Feinschmeckerrestaurant über den Dächern von Leibnitz entwickeln soll, wird nicht näher erläutert. „Wir möchten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass der Schlosskeller Südsteiermark auch für kommende Generationen ein Ort für Genuss, Gastfreundschaft und Begegnung bleibt“, wird Eigentümer Philipp Gady zitiert.

Es gibt bereits diverse Überlegungen, wie wir uns baulich und inhaltlich neu aufstellen. Dafür möchten wir uns aber den notwendigen Raum geben.
— Philipp Gady, Eigentümer
Auf den laufenden Restaurantbetrieb habe diese Entscheidung keine Auswirkungen. Gäste des Schlosskellers werden wie gewohnt vom Team rund um Küchenchef Markus Rath und Restaurantleiterin Judith Kern verwöhnt. Dieses habe in den vergangenen sechs Jahren Außergewöhnliches geleistet. „Dafür sind wir ihnen von Herzen dankbar und wünschen ihnen für ihren weiteren persönlichen und beruflichen Weg nur das Beste“, betont Gady. Die Entscheidung sei mit beiden im Vorfeld abgesprochen gewesen.
Das bestätigt auch Rath: „Wir haben das natürlich schon länger gewusst.“ Nachdem die Entscheidung nun öffentlich ist, könnten er und sein Team ihre Fühler anderweitig ausstrecken. Wohin es ihn verschlägt, könne er noch nicht sagen, vorzugsweise soll es aber der Raum in und südlich von Graz bleiben. Ein Comeback im Schlosskeller wollen weder er noch Gady gänzlich ausschließen.
Keine wirtschaftlichen Gründe
Bedeckt hält sich Gady, in welche Richtung sich der Schlosskeller entwickeln könnte: „Es gibt bereits diverse Überlegungen, wie wir uns baulich und inhaltlich neu aufstellen. Dafür möchten wir uns aber den notwendigen Raum geben.“ Jedenfalls werde der Schlosskeller Südsteiermark auch in Zukunft eine Genussadresse bleiben.
Spekulationen, wonach wirtschaftliche Gründe für die vorübergehende Schließung ausschlaggebend gewesen seien, weist Gady zurück. Vielmehr sei der Ursprung pragmatischer Natur: „So eine grundlegende Neuausrichtung inklusive baulicher Maßnahmen ist bei laufendem Restaurantbetrieb einfach nicht sinnvoll.“