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Studentin tauschte Schreibtisch mit Bergbauernhof in Assling

Die Steirerin Eva Pretterhofer half zehn Tage freiwillig auf dem Unteröbersterhof mit und erhielt Einblick in das bäuerliche Leben in 1260 Metern Höhe.

Der Bergbauernhof Unteröberer in Assling 
© Kk/pretterhofer
Der Bergbauernhof Unteröberer in Assling 

Fremde Menschen in das eigene Zuhause aufzunehmen, ist keine Selbstverständlichkeit. Für Richard Bachmann und Marion Hassler gehört es dennoch zum Alltag: Auf ihrem Bergbauernhof in 1260 Metern Seehöhe in der Ortschaft Dörfl in der Gemeinde Assling werden sie jedes Jahr von freiwilligen Helferinnen und Helfern unterstützt. Eine von ihnen ist die Steirerin Eva Pretterhofer. Zehn Tage lang tauschte die Journalismus- und PR-Studentin im August den Laptop gegen Weidezaun, Heugabel und Kräuter und erhielt dabei einen unmittelbaren Einblick in den Alltag eines Bergbauernhofs.

Eva Pretterhofer arbeitete als freiwillige Helferin zehn Tage auf dem Hof mit
© Kk/pretterhofer
Eva Pretterhofer arbeitete als freiwillige Helferin zehn Tage auf dem Hof mit

Pretterhofer ist selbst auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen und wollte auf einem anderen Hof erleben, wie sich die Arbeit auf einem Bergbauernhof von jener zuhause unterscheidet. So verbrachte sie zehn Tage auf dem Unteröbersterhof. „Ich liebe es, neue Menschen kennenzulernen und könnte mit meiner Entscheidung nicht glücklicher sein“, erzählt die Studentin. Im Rahmen des P.U.L.S.-Pressepraktikums des Alpenvereins möchte sie zudem auf die Bedeutung der Unterstützung von Bergbauern und deren Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft aufmerksam machen.

Steile Flächen erschweren die Arbeit in Assling, und es ist nach wie vor viel Handarbeit gefordert
© Kk/pretterhofer
Steile Flächen erschweren die Arbeit in Assling, und es ist nach wie vor viel Handarbeit gefordert

Der Tag begann für die Freiwillige kurz nach sieben Uhr. Danach warteten viele Aufgaben: Weidezäune wurden errichtet, Heu zusammengerecht, Kräuter für Teemischungen gesammelt, außerdem standen Bügeln, Putzen und weitere Arbeiten an. Auch die Kinder Karina und Eduard wollten beschäftigt werden. Das tägliche Fußballspiel gehörte dazu, im Steilgelände allerdings eine besondere Herausforderung. „Für mich bedeutete der Aufenthalt, vor allem den eigenen Horizont zu erweitern und dort mitzuarbeiten, wo jede helfende Hand gebraucht wird.“

Auf dem Unteröbersterhof leben Marion Hassler und Richard Bachmann mit den Kindern Eduard und Karina 
© Kk/bachmann
Auf dem Unteröbersterhof leben Marion Hassler und Richard Bachmann mit den Kindern Eduard und Karina 

Richard Bachmann und Marion Hassler führen ihren Milchviehbetrieb, der den Vulgonamen Unteröberster trägt, mit viel Eigeninitiative und ausgeprägtem Bezug zur Natur. Zum Hof gehören Kühe, Hühner und Katzen. Das Jungvieh verbringt die Sommermonate auf der Alm. Flache Ackerflächen gibt es auf dem Bergbauernhof nicht, dennoch wird der vorhandene Grund bestmöglich genutzt. Die Familie backt selbst Brot, baut Gemüse an und stellt Kräutertees her. Eine besondere Spezialität ist Richards Osttiroler Rübenkraut. Ein weiteres Standbein ist die Vermietung von zwei Ferienwohnungen.

„Wir nehmen Freiwillige einerseits auf, um interessierten Menschen unsere Lebens- und Arbeitsweise näherzubringen, und andererseits, weil wir Hilfe brauchen, um unseren Hof so führen zu können, wie wir es möchten“, sagt Marion Hassler, die Partnerin von Richard Bachmann. Sie wollte schon immer Bäuerin werden.

Projekt von Maschinenring und Alpenverein

Freiwillig mitarbeiten und dabei einen authentischen Einblick in das Leben auf einem Bergbauernhof bekommen: Diese Möglichkeit bieten der Maschinenring und der Alpenverein bereits seit 2007. In Kooperation vermitteln sie interessierte Personen an Bergbauernhöfe in Tirol. Die Freiwilligen werden Teil des täglichen Lebens der Familien und packen dort mit an, wo sie gebraucht werden. Und wo lässt es sich denn schöner Arbeiten als in der Idylle der Lienzer Dolomiten?

Infos zu Umweltbaustellen

Die Umweltbaustellen, mittlerweile schon ein „Markenzeichen“, werden seit 1986 von der Alpenvereinsjugend organisiert und durchgeführt.

Junge Leute zwischen 16 und 30 Jahren arbeiten eine Woche lang unentgeltlich, gegen Kost und Logis, für die Natur in den Arbeitsfeldern Bergbauern und Almwirtschaft, Erosionsschutz und Renaturierungen, Nationalparks und Schutzgebiete, Wasser, Bergwald und Wege.

Aber auch der Spaß soll nicht zu kurz kommen: Ein Freizeitangebot und jede Menge gemeinsame Freizeitaktivitäten werden ergänzend angeboten. Geleitet und organisiert werden die Umweltbaustellen von erfahrenen Teams.

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