Junge Schreibtalente spitzen bei Workshop in Leoben ihre Feder
Zehn Jugendliche zwischen elf und 17 Jahren schärfen beim Workshop „Schreibzeit Leoben“ ihre Kreativität. Unterstützung bekommen sie dabei von Julia Hofer, Sophia Lehner und Marie Pichler.
Die wohl größte Herausforderung wartet auf die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops „Schreibzeit Leoben“ ganz am Schluss einer aufregenden Woche: Am Freitag, dem 21. August, präsentieren die Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahren einige ihrer Texte um 18.30 Uhr bei einer öffentlichen Lesung vor Publikum im Kulturquartier Leoben.
„So bekommen die Jugendlichen die Gelegenheit, erstmals unmittelbar zu erleben, wie ihre eigenen Geschichten bei Zuhörerinnen und Zuhörern ankommen“, erklärt Julia Hofer, Radiomoderatorin, Redakteurin und Schauspielerin aus Leoben, die die „Schreibzeit“ in der Stadtbibliothek Leoben gemeinsam mit Sophia Lehner und Marie Pichler betreut.
Texte haben weiter Bestand
Die selbst verfassten Texte sollen nach der Lesung weiter Bestand haben: „Die während der ‚Schreibzeit‘ entstandenen Texte werden anschließend in der ‚Erstdruck‘-Reihe veröffentlicht“, kündigt Hofer an. So sollen also aus „ersten Einfällen und Entwürfen“ tatsächlich abgedruckte Geschichten werden, die zwischen zwei Buchdeckeln verewigt werden.
Für die jungen kreativen Talente soll auf diese Art und Weise „weit mehr als nur eine Erinnerung“ an eine Woche im Sommer übrig bleiben, die sie mit dem Ausfeilen ihrer literarischen Ideen verbracht haben. Die sommerliche Schreibwerkstatt findet schon seit Jahren regelmäßig in Zusammenarbeit der Stadt Leoben und der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz statt.
Die organisatorischen Fäden hat immer Martin Ohrt, Leiter der Jugend-Literatur-Werkstatt Graz, in der Hand. Dieses Mal übernahm Julia Hofer beim Leobener Workshop mit ihren Kolleginnen die Aufgabe, gemeinsam mit den Jugendlichen einen roten Faden in ihre Grundideen und Handlungsstränge zu bringen, um eine packende, konsistente Geschichte zu fabrizieren.
Nicht im stillen Kämmerlein
Bei dem Workshop sitze aber nicht jeder Einzelne mit seinen Gedanken im stillen Kämmerlein und vor seinem Bildschirm, erzählt Hofer: „Gemeinsame Übungen und Gespräche gehören ebenso dazu wie Feedback zu den eigenen Texten und Unternehmungen in Leoben, die neue Inspiration liefern sollen.“

Beim kreativen Schreiben gehe es nicht darum, dass jeder Satz perfekt ist: „Die Schreibzeit soll den Jugendlichen die Chance geben, das Denken in Kategorien wie richtig oder falsch einmal abzulegen und sich nur von ihrer Kreativität leiten zu lassen“, sagt Hofer. Das sei eine der wichtigsten Botschaften der gemeinsamen Workshop-Woche.
„Es braucht Fantasie und Mut“
Deshalb würden ihre Kolleginnen und sie nur Denkanstöße liefern und unterstützend eingreifen, wenn der kreative Fluss einmal ins Stocken gerate. „Auch Rechtschreibung und Grammatik sollen die Kreativität zunächst nicht bremsen. Entscheidend ist vielmehr, überhaupt den Schritt zu wagen, eigene Gedanken festzuhalten“, so Hofer. Dafür brauche es neben Fantasie vor allem Mut, ist sie sich mit ihren Kolleginnen einig.
Die unterschiedlichen Interessen, Ideen und vor allem der persönliche, individuelle Stil beim Entwickeln von Gedanken und dem Schreiben von Geschichten würden „als Salz in der Suppe“ die Spannung der Workshop-Woche ergeben.