Wartet auf Rückkehrer Oscar Heine heuer die Qualifikation für den Weltcup?
Nach dem schweren Unfall auf der Piste ist der Kärntner Skifahrer Oscar Heine wieder zurück. „Es war, als wäre nie etwas gewesen – damit hätte ich nie gerechnet.“

Kärntens Technik-Spezialist Oscar Heine (ASKÖ St. Veit Klippitztörl) wurde vergangenen Dezember bei einem Unfall auf der Piste schwer verletzt. Der 23-Jährige wollte gerade einfahren, kam über eine Welle – und wie aus dem Nichts krachte jemand seitlich in ihn hinein. „Er hat mich abgeschossen und mich hat es dabei komplett zerlegt.“ Die Diagnose: Innenbandriss und -ruptur sowie eine Teilruptur des hinteren Kreuzbandes. Die Folge war eine mehrmonatige Zwangspause.
Direkt nach der Operation begann für den Lavanttaler die Reha im Olympiazentrum in Klagenfurt. Physiotherapie, Lymphdrainage und Narbenpflege bestimmten fortan seine Tage und Wochen. „Ich habe den Unfall sehr gut abhaken können, auch deshalb, da es kein Eigenverschulden gewesen ist. Die Betreuung bei Dr. Fink war einfach Weltklasse, auch die Reha sowie das Training liefen nach Plan und ich hatte nie das Problem, dass ich mir vom Kopf her etwas nicht zugetraut hätte.“
„Ich habe meinen Körper anders kennengelernt“
Und so konnte Heine im Juni die sogenannten „Back to Action“-Tests absolvieren. „Das sind spezifische Testungen vom ÖSV, um zu sehen, ob man wieder fit ist. Die Werte waren echt gut und es ist alles positiv verlaufen.“ Inzwischen ist der 1,90-Meter-Hüne also wieder voll im Training. Den Spruch „comeback stronger“ hatte er anfangs allerdings ziemlich belächelt: „Ich dachte mir, was soll er, doch ich habe in dem ganzen Prozess gemerkt, dass man wirklich vieles Neues lernt und man vielleicht gerade deswegen stärker zurückkommt. Denn meinen Körper habe ich sicherlich anders kennengelernt.“ Nach dem „Go“ ging es mit ÖSV-Rehatrainer Meinhard Tatschl in Sölden auf Schnee, gefolgt von Einheiten am Stelvio und in Saas-Fee. „Ich hatte ein super Gefühl und vollstes Vertrauen. Es war, als wäre nie etwas gewesen – damit hätte ich nie gerechnet. Ich bin wieder bereit.“

Bereit für die nächste Etappe: In zwei Wochen fliegt der SSLK-Absolvent nach Argentinien zum Schneetrainingslager. Und auch sportlich hat er klare Vorstellungen. „Ich starte im Slalom-Europacup weiterhin in der Topgruppe, möchte mich aber auch im Riesentorlauf entwickeln.“ Zudem sei kommuniziert worden, dass es im Herbst eine Qualifikation für den Weltcup geben soll, „was echt cool wäre“.


