Leibnitz: Martin Palz nimmt Abschied von der Weinwoche
Nach zwei Jahrzehnten an der Spitze der Leibnitzer Weinwoche zieht sich Martin Palz zurück. In einer Zeit, in der sich auch der Weinmarkt verändert.

Wenn viele seiner Kollegen im Weinbau im Sommer kurz durchatmeten und in den Urlaub verschwanden, begann für Martin Palz die intensivste Zeit des Jahres. Seit 2006 ist er Geschäftsführer der Steirischen Weinwoche, schon ab 2002 war er in die Organisation eingebunden. Damals war er knapp 26. Heuer organisiert der steirische Weinbaudirektor das Fest am Leibnitzer Marenzigelände zum letzten Mal.
„Beides“, sagt Martin Palz auf die Frage, ob Wehmut oder Erleichterung überwiegt. „Wenn man eine Veranstaltung so lange begleitet, identifiziert man sich natürlich damit.“ Nun sei aber der richtige Zeitpunkt gekommen, die Verantwortung zu übergeben – und mit der früheren Weinhoheit Marlene Prugmaier, die im Naturparkzentrum Grottenhof Veranstaltungen organisiert und managt, stünde eine deutlich jüngere Nachfolgerin bereit.
Der Charakter der Veranstaltung hat sich dem Zeitgeist angepasst.
— Martin Palz, Steirischer Weinbaudirektor und Geschäftsführer der Wein Steiermark sowie des Weinbauverbandes Steiermark

Palz hat erlebt, wie sich Weinwoche und Branche wandelten. Früher drängten mehr Betriebe auf die Stände. Heute gibt es weniger, dafür größere Weingüter. Personal sei knapp, zudem rücke die Lese immer näher an die Weinwoche. „Der Charakter der Veranstaltung hat sich dem Zeitgeist angepasst.“
Geblieben sei der Anspruch: Regionalität, Qualität und Genusskultur. Gerade bei jungen Gästen sieht Palz Potenzial. „Es ist ein Generationenwechsel im Gang.“ Junge Menschen würden wieder stärker das gemeinsame Erlebnis suchen. Dabei gehe es nicht darum, möglichst viel zu trinken. Vielmehr um das bewusste Genießen und um die Wertzuschätzung.
Dass der Weinkonsum seit Jahren zurückgeht, ist kein Geheimnis. Die steirischen Betriebe hätten aber früh neue Märkte erschlossen und schicken ihre Weine heute in die ganze Welt. Gerade deshalb müsse auch zu Hause der Wert regionaler Produkte wieder stärker ins Bewusstsein rücken, so Palz: „Den Konsumenten muss klar sein, was sie mit ihrer Kaufentscheidung bewirken.“ Auch deshalb hält Palz Feste wie die Weinwoche für wichtig: Dort treffen Produzenten ihre Kunden und können vermitteln, was hinter dem Produkt Wein steckt – etwas, das vor dem Supermarktregal verloren geht.
Nach der heurigen Jahreshauptversammlung des Vereins soll Prugmaier offiziell übernehmen. Dass sie ungefähr so alt ist wie er damals bei seinem Weinwochen-Start, gefällt Palz. Social Media, neue Zielgruppen – vieles funktioniere heute anders. „Die Jungen haben einen ganz anderen Zugang.“
Und Martin Palz? Der will 2027 erstmals die Seite wechseln und die Weinwoche als Gast erleben. „Darauf freue ich mich schon sehr.“
Steirische Weinwoche 2026
- 21. bis 25. August 2026
- Marenzigelände, Leibnitz
- Mehr als 50 Winzer aus den steirischen Weinbaugebieten
- Tickets: Vorverkauf 6 Euro pro Tag bzw. 19,50 Euro für fünf Tage, Tageskasse 10 Euro.
- Freitag, 21.08. (ab 17.30 Uhr): Eröffnung und Krönung der neuen Weinhoheiten Cäcilia Skoff, Sandra Purkart und Julia Perner
- Samstag, 22.08. (ab 17.00 Uhr): Austro-Wein-Pop
- Sonntag, 23.08. (ab 9.00 Uhr): Genussfrühstück, Hobbykünstlermarkt und AK-Familiennachmittag
- Montag, 24.08. (ab 17.00 Uhr): Treffpunkt Wirtschaft und Trachtenmodeschau
- Dienstag, 25.08. (ab 17.00 Uhr): Tag der Landwirtschaft mit regionaler Genussmeile