„Sie versiegeln munter weiter“: Verkauf in Wolfsberg regt auf
Der Verkauf einer 10.000 Quadratmeter großen Grünfläche in Wolfsberg, auf der bis zu 70 Wohnungen entstehen könnten, regt auf. Eine Meinungswende?

Unser Bericht über den Verkauf eines rund 10.000 Quadratmeter großen Grundstücks hinter der ehemaligen Aichelburg-Kaserne im Wolfsberger Stadtteil Gries an die Gutsche Technik GmbH generierte zahlreiche Kommentare – überraschenderweise ausschließlich negative, die meisten davon kritisch gegenüber zunehmender Verbauung und Bodenversiegelung. Zeichnet sich hier ein neues Bewusstsein ab? Galt ungenutztes urbanes Grünland früher doch als nutzlose „G’stettn“ – und nicht etwa als Klimaschutzfaktor oder Hort der Biodiversität – und der Wohnungsbau als Inbegriff stadtplanerischer und -politischer Kompetenz.
Was gestern galt, scheint heute nicht mehr unbedingt zu gelten – insbesondere in einer Stadt, deren Einwohnerzahl seit Jahren stagniert, in einem Bezirk, dessen Einwohnerzahl seit Jahren schwindet. „Es is a Trauerspiel! Rund herum stehen große Immobilien leer, aber nein, neu muss gebaut werden, noch mehr muss versiegelt werden…ist den Verantwortlichen (Bürgermeister und Konsorten) die Stadt komplett egal?“, ruft ein Facebook-User die Politik an. „Ist eh klar, dass die alles zusammenkaufen. Und noch mehr Natur verschandeln“, schreibt ein anderer. „Nur noch zum [erbrechendes Emoji]. Alles am besten zubetonieren, dass man dann im Sommer 50 Grad und mehr hat. Wolfsberg war mal eine so bezaubernde und schöne Stadt“, lautet ein weiteres Kommentar oder kürzer: „Nur noch mehr versiegeln“; „Sie versiegeln munter weiter“; „Wird wieder mal der Boden versiegelt... und dann jammern“. Jemand fordert sogar einen generellen Baustopp.
Sollten Wohnungen entstehen, befürchten die einen einen verstärkten Zuzug von Ausländern und Ghettoisierung, während die anderen für Normalsterbliche zu teure Wohnungen wittern. Es gibt auch Vorschläge. „Man könnte ja mal einen tollen Park für die Bewohner rundherum gestalten“, schreibt eine Dame, und ein anderer Leser macht einen „Vorschlag zur Güte“: „Solang es Leerstände gibt, die saniert werden können, kein Neubau. Und das österreichweit, damit die armen Bürgermeister nicht unter Zugzwang geraten.“

Ein Kommentar zieht eine Verbindung zu einer anderen Immobilie: „Was ist mit dem gekauften Kika-Gebäude? Sollten dort nicht auch Wohnungen entstehen?“ Auch dieses wurde von der Gutsche Technik GmbH 2024 erworben.




