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Morddrohung in obersteirischem Spital: „Schieße euch in den Kopf“

Seiner Freundin und zwei Ärzten soll ein Mann in einem Krankenhaus im Bezirk Liezen gedroht haben. Am Dienstag stand er vor dem Landesgericht Leoben.

Der Prozess fand am Landesgericht in Leoben statt
© KLZ / Vanessa Gruber
Der Prozess fand am Landesgericht in Leoben statt
Lena Haslinger
Redakteurin Regionalredaktion Liezen

Noch bevor die Verhandlung am Dienstag am Landesgericht Leoben startete, suchte der Angeklagte Kontakt zu zwei Ärzten, die an diesem Tag als Zeugen gegen ihn aussagen sollten. „Entschuldigung, ich kann mich wirklich an nichts erinnern. Tut mir leid, dass ihr wegen mir da sein müsst’s“, sagte der Mann zu den beiden.

Als der 45-jährige Oberösterreicher auf der Anklagebank Platz nahm, wirkte er nervös. Einen Verteidiger hatte er nicht dabei. Ihm wird vorgeworfen, Mitte Jänner dieses Jahres stark alkoholisiert zwei Ärzte und seine Freundin in einem Krankenhaus im Bezirk Liezen mit dem Umbringen bedroht zu haben. Konkret soll er dabei gesagt haben: „Ich schieße euch in den Kopf“, „Ich ramme dir den Kugelschreiber ins Auge“ und „Dich stech ich auch noch ab“.

„Werde nie wieder Alkohol trinken“

An die Drohungen könne er sich nicht mehr erinnern, er fühle sich aber schuldig, so der 45-Jährige. An dem Tag im Jänner habe er zu viele alkoholische Getränke konsumiert, erzählte er weiter. „Ich weiß nur mehr, dass ich auf einmal im Krankenhaus war. Und irgendwie bin ich dann nach Graz in die Psychiatrie gekommen“, sagte er.

„Mir fällt auf, dass bei Ihnen immer wieder Vorfälle passieren, wenn Sie Alkohol trinken“, entgegnete die Richterin. Sie spielte dabei auf eine mittlerweile getilgte Vorstrafe wegen gefährlicher Drohung und Widerstand gegen die Staatsgewalt an. „Normalerweise trinke ich keinen Alkohol. Der verträgt sich nicht mit meinen Medikamenten“, gab der Angeklagte zu Protokoll. Diese nehme er wegen einer posttraumatischen Belastung, da er vor einigen Jahren niedergestochen worden sei. Seit dem Vorfall im Jänner trinke er nichts mehr, er wolle abstinent bleiben, beteuerte der Oberösterreicher.

Geldstrafe „tut richtig weh“

Bereits seit acht Jahren sei er in Psychotherapie und alle drei Monate bei einer Psychiaterin, erzählte der Angeklagte weiter. Diesen Umstand sowie die Entschuldigung bei den Zeugen und seine Geständigkeit wertete die Richterin mildernd. Der Mann kommt daher mit einer Diversion davon, er muss eine Geldstrafe im Wert von 2.300 Euro zahlen.

„Weniger geht nicht? Wie soll ich das bezahlen? Das tut richtig weh“, so der 45-Jährige, der bereits in Frühpension ist und geringfügig als Hausmeister arbeitet. „Sie sollen die Geldstrafe auch spüren, damit sie etwas daraus lernen“, wies ihn die Richterin zurecht. Damit endete der Prozess, die geladenen Zeugen wurden nicht gehört.

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