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Noch 30 Tage: Volksfest als Wirtschaftsmotor für ganz Südkärnten

Von 4. bis 7. September findet der 633. Bleiburger Wiesenmarkt statt. Was die Besucherinnen und Besucher erwartet und was für eine doch besondere Premiere sich ereignet.

Menschenmengen am Wiesenmarktgelände
© Helmuth Weichselbraun
Der Bleiburger Wiesenmarkt lockte im Vorjahr rund 131.000 Besucher
Eva Kapeller
Redakteurin der Regionalredaktion Völkermarkt/Lavanttal

Noch ist es ruhig auf den weitläufigen Wiesen am Stadtrand von Bleiburg/Pliberk, wo in genau 30 Tagen tausende Menschen flanieren, handeln, feiern und genießen werden. Der 633. Bleiburger Wiesenmarkt startet von 4. bis 7. September und ist weit mehr als ein traditionsreiches Volksfest: Er zählt zu den wichtigsten Wirtschaftsmotoren Südkärntens.

Rund 131.000 Besucherinnen und Besucher strömten im Vorjahr auf das etwa vier Kilometer lange Marktgelände, auf dem sich rund 300 Aussteller auf einer Fläche von sieben Hektar präsentieren.

Marktmeister Arthur Ottowitz
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Marktmeister Arthur Ottowitz

Hinter den vier Markttagen steckt monatelange Vorbereitung. Derzeit werden die Standplätze am Gelände ausgesteckt, die ersten WC-Anlagen aufgebaut und sämtliche Infrastruktur vorbereitet. „Das ist jedes Jahr faszinierend. Wenn man das Gelände aus der Luft betrachtet, wirkt es fast so, als würde neben Bleiburg noch einmal eine zweite Stadt entstehen“, sagt Marktmeister Arthur Ottowitz.

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„Dirndl und Lederhosentag“ am Wiesenmarkt
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„Dirndl und Lederhosentag“ am Wiesenmarkt

Gemeinsam mit Behörden und Blaulichtorganisationen werden seit Monaten Sicherheits- und Einsatzkonzepte abgestimmt. „Wir können auf jahrzehntelange Erfahrung aufbauen, müssen unsere Konzepte aber jedes Jahr an neue Gegebenheiten anpassen.“ Von der Strahlkraft des Wiesenmarktes profitiert weit über das Festgelände hinaus die gesamte Region. Gastronomie, Hotellerie, Handel, Handwerk und zahlreiche Dienstleister verzeichnen rund um die Veranstaltung zusätzliche Umsätze .„Der Bleiburger Wiesenmarkt zählt zu den bedeutendsten Veranstaltungen unserer Region. Er stärkt unsere Freizeit- und Tourismuswirtschaft nachhaltig“, betont Robert Karlhofer, Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See–Südkärnten–Lavanttal.

Viele Fahrgeschäfte ziehen auch junge Menschen auf den Wiesenmarkt
© Weichselbraun
Viele Fahrgeschäfte ziehen auch junge Menschen auf den Wiesenmarkt

Auch Ottowitz verweist auf den regionalen Mehrwert: „Die Einnahmen des Wiesenmarktes kommen der gesamten Region zugute. Die eigentliche Wertschöpfung entsteht bei den Wirtschaftstreibenden. Wir sind froh, wenn wir am Ende ausgeglichen bilanzieren können. Das ist uns im Vorjahr auch gelungen und wir hoffen, dass es so weitergeht.“

Robert Karlhofer, Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See–Südkärnten–Lavanttal
© Klopeiner See–Südkärnten–Lavanttal
Robert Karlhofer, Geschäftsführer der Tourismusregion Klopeiner See–Südkärnten–Lavanttal

Erstmals findet der Bleiburger Wiesenmarkt mit der Koralmbahn unter völlig neuen verkehrlichen Voraussetzungen statt. „Vom Grazer Hauptbahnhof bis Bleiburg Stadt dauert die Fahrt nur rund 50 Minuten, mit einem kurzen Umstieg in St. Paul“, erklärt Karlhofer. Der Bahnhof liegt nur wenige Gehminuten vom Marktgelände entfernt. Zusätzlich profitieren Nächtigungsgäste von kostenlosen Fahrten mit den ÖBB-S-Bahnen über die Gästecard sowie vom Postbus-Shuttle mit der Aktiv Card. „Dieses Mobilitätsangebot macht einen mehrtägigen Aufenthalt noch attraktiver. Wir erwarten dadurch künftig zusätzliche Kurzurlaubsgäste, insbesondere aus dem Grazer Raum.“

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Auch Ottowitz sehe darin enormes Potenzial. „Der Raum Steiermark ist spürbar näher an uns herangerückt. Was vor zehn oder fünfzehn Jahren noch unvorstellbar gewesen wäre, ist heute Realität.“ Am Erfolgsrezept des Wiesenmarktes wird auch heuer nicht gerüttelt. „Der Zauber des Wiesenmarktes besteht darin, dass die Besucher wissen, was sie erwartet“, sagt Ottowitz.

Der beliebte Krämermarkt am Wiesenmarkt
© Helmuth Weichselbraun
Der beliebte Krämermarkt am Wiesenmarkt

Dennoch gibt es Neuerungen. Im Vergnügungspark feiert ein neues Fahrgeschäft der Firma Trauner seine Wiesenmarkt-Premiere, dazu kommt ein neuer 3D-Simulator. Auch der beliebte „Sombrero“ kehrt mit einem neuen Betreiber zurück. Das Partyzelt „Pigalle“ wird zwar mit einer neuen Betreiberin weitergeführt, aber unter anderem Namen. Und natürlich gibt es immer wieder kleine Veränderungen am Krämermarkt, der erneut als größter Kärntens zahlreiche neue Anbieter willkommen heißt.

Die Gastro-Zelte sind jedes Jahr mit gut gefüllt
© Peter Rass
Die Gastro-Zelte sind jedes Jahr mit gut gefüllt

Tradition und Moderne bleiben damit eng miteinander verbunden. Der große Festzug „mit G‘schirr und G‘scherr“, die historische Marktverkündigung, die Gewerbeausstellung, die Naturkegelbahn, Musik in den Festzelten sowie moderne Hightech-Fahrgeschäfte bilden erneut das Herzstück des viertägigen Volksfestes.

Daniel Wrießnig (links), im Vorjahr noch als Vizebürgermeister mit Ottowitz (rechts)
© Helmuth Weichselbraun
Daniel Wrießnig (links), im Vorjahr noch als Vizebürgermeister mit Ottowitz (rechts)

Für Bürgermeister Daniel Wrießnig (ÖVP) wird der heurige Wiesenmarkt ein ganz besonderer sein. Er erlebt die Veranstaltung erstmals als Bürgermeister und Marktreferent. „Die Vorfreude ist riesig und steigt von Tag zu Tag“, sagt Wrießnig. „Ich bin praktisch mit dem Wiesenmarkt als ‚Nachbar‘ aufgewachsen und viele Schausteller kenne ich seit meiner Kindheit.“ Mit der neuen Funktion sei aber auch die Verantwortung gewachsen. „Gemeinsam mit allen Einsatzorganisationen bereiten wir uns intensiv auf alle Szenarien vor.“ Für Wrießnig ist der Wiesenmarkt weit mehr als ein Volksfest. „Wenn man außerhalb der Region den Namen Bleiburg hört, denken die meisten sofort an den Wiesenmarkt. Er ist unser größter Imageträger.“

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Hier bekam Stefan Visotschnig (links) im Vorjahr noch seine Ehrung, neben ihm Ottowitz und Wrießnig
Hier bekam Stefan Visotschnig (links) im Vorjahr noch seine Ehrung, neben ihm Ottowitz und Wrießnig © Helmuth Weichselbraun

Der heurige Wiesenmarkt wird erstmals ohne den langjährigen Marktreferenten und im Vorjahr verstorbenen Bürgermeister, Stefan Visotschnig, stattfinden. „Besonders in Erinnerung bleibt mir der Moment, als ihm im vergangenen Jahr die Auszeichnung für 35 Jahre als Marktreferent überreicht wurde. Das war ein sehr emotionaler Augenblick und wird mich immer begleiten“, sagt Wrießnig. Auch Ottowitz würdigt seinen langjährigen Weggefährten. „Ich bin sehr froh, dass wir Stefan diese besondere Auszeichnung noch überreichen konnten. In seinen 35 Jahren hat er wesentliche Weichen gestellt und den Bleiburger Wiesenmarkt zu einem der schönsten Volksfeste Österreichs mitentwickelt.“

Der besondere Moment, wenn der Festanzug von den Verantworlichen angeführt wird
© Helmuth Weichselbraun
Der besondere Moment, wenn der Festanzug von den Verantworlichen angeführt wird

Trotz aller Organisation bleibt für Ottowitz jedes Jahr ein besonderer Augenblick. „Wenn wir den Festzug anführen, die Postgasse hinauf auf den Hauptplatz ziehen, Menschen applaudieren und im Hintergrund die Jauntaler Trachtenkapelle spielt – das ist jedes Mal ein Gänsehautmoment.“ Bis dahin bleiben noch genau 30 Tage.

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