Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Mehr Steirer pendeln mit der Koralmbahn zur Arbeit nach Kärnten

Seit einem halben Jahr gibt es die neue Bahnverbindung und sie zeigt erste positive Effekte. Laut AMS ist es ein Teil der Lösung für den Fachkräftemangel und in Kärnten entstehen mehr Jobs.

Durch die Koralmbahn rücken Kärnten und Steiermark näher zusammen
© ÖBB
Durch die Koralmbahn rücken Kärnten und Steiermark näher zusammen
Bettina Auer
Wirtschaftsressort

Der Arbeitsmarkt Süd – also das Zusammenwachsen des steirischen und Kärntner Arbeitsmarktes durch die Koralmbahn – nimmt Fahrt auf. Das betont der Kärntner AMS-Chef Peter Wedenig: „Wir können es zwar derzeit noch nicht mit konkreten Zahlen belegen, doch es gibt bereits einige erfolgreiche Vermittlungen.“ Vor allem hochqualifizierte Jobs, für die bisher aufgrund des Fachkräftemangels keine oder nur sehr wenige geeignete Kandidaten gefunden werden konnten, wurden in den vergangenen Wochen erfolgreich besetzt.

Aktuell haben mehr Steirer begonnen, mit der Koralmbahn zur Arbeit nach Kärnten zu pendeln als umgekehrt. Das hat mit der aktuellen Arbeitsmarktsituation zu tun. Denn in der Steiermark gab es einige Kündigungswellen und Stellenabbau in der Industrie, während in Kärnten der Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil war und seit Jahresanfang die Zahl der offenen Stellen steigt. Anders ausgedrückt: In der Steiermark sind mehr hochqualifizierte Kräfte auf Jobsuche als in Kärnten.

Mehr Jobs und Vermittlungen

Wedenig zeigt sich mit der Entwicklung zufrieden und streicht hervor, dass das AMS ganz zielgerichtet Arbeitskräfte und Firmen unterstützt. In den nächsten Wochen wird unter anderem eine Jobbörse für einen namhaften Lavanttaler Industriebetrieb veranstaltet, der etliche offene Stellen zu besetzen hat, in der Region aber „das Potenzial ausgeschöpft hat“ und nun auf steirische Mitarbeiter hofft. Vom AMS Steiermark heißt es, dass die Vermittlungsvorschläge für Kärntner Jobs um 50 Prozent gesteigert wurden.

Peter Wedenig
© AMS Kärnten
„Arbeitskräfte und Betriebe profitieren von der Koralmbahn“, ist der Kärntner AMS-Chef Peter Wedenig überzeugt

„Arbeitskräfte und Betriebe profitieren von der Koralmbahn“, ist der Kärntner AMS-Chef überzeugt. Durch die Bahn würden nicht nur neue Karrierechancen, sondern auch neue Jobs entstehen. Als Beispiel nennt er den Tourismus. Regionen wie Klopeiner See profitieren von den zusätzlichen steirischen Gästen und haben bereits angekündigt, dass sie zusätzliches Personal benötigen. Wedenig sieht erste Erfolge, erwartet aber noch deutlich mehr. Wirklich beurteilen wird man die Auswirkungen der Koralmbahn seiner Meinung nach erst in zwei oder drei Jahren können, wenn unter anderem auch bundesländerübergreifende Qualifizierungsprojekte Früchte tragen.

Mehr zum Thema