In knapp einem Monat wird der Steuersatz auf Grundnahrungsmittel in Österreich halbiert und doch ist noch längst nicht alles ausdiskutiert, wie der Kärntner Billa-Vertriebschef Kurt Aschbacher schildert: „Wir sind mit dem Ministerium in der Abstimmung über die einzelnen Produkte. Es gibt noch viel Klärungsbedarf bis 1. Juli.“
Und das, obwohl Lebensmittel „nicht per se Inflationstreiber“ seien. Zumal aktuell stark über den Preis, aber nicht über die Qualität diskutiert werde. Mit über 1700 Produkten von rund 270 regionalen Produzenten sowie vier eigenen Regionalitätsmanagern leiste Billa in Kärnten hier einen Beitrag und baue das Angebot weiter aus. „Den Preis legen die Produzenten selbst fest, wir geben dazu eine Empfehlung ab“, so Aschbacher. Die Marge sei gering und zwischen 0,5 und 1,5 Prozent „sehr eng bemessen“.
Kärntner Eier statt Importe aus Bayern
Glücklicherweise würden die Kärntnerinnen und Kärntner trotz höherer Lebenshaltungskosten noch zu regionalen Produkten greifen. Nach der medialen Diskussion rund um aus Bayern importierte Eier sichert der Vertriebsdirektor für Kärnten und Osttirol in Billa und Billa Plus stets zu 100 Prozent österreichische Ware zu: „Über den Geflügelring haben wir zudem das Kärntner Ei aus Bio- und Bodenhaltung im Sortiment.“
Aschbacher zieht auch Bilanz über das Vorjahr: In Kärnten liege man leicht über dem österreichweiten Umsatzwachstum von 1,4 Prozent. Heuer sind Investitionen von rund 6,7 Millionen Euro geplant, 4,1 Millionen in Neubauten, der Rest in Modernisierungen: „Nach 15 Jahren muss ein Markt samt Kältetechnik und Kühlung generalsaniert werden.“ Kärntenweit zählt man aktuell 98 Standorte, davon 9 Billa Plus sowie Emanuel Rauter in Villach als erster selbstständiger Kaufmann. Und als solcher soll er nicht alleine bleiben – in Unterkärnten läuft ein Ausschreibungsverfahren. Bis 2030 soll sich die Zahl der österreichweit 42 Kaufleute verfünffachen.
Der demografische Wandel fordert auch die Einzelhandelskette mit 2027 Arbeitsplätzen in Kärnten und 54 Mitarbeitern in Osttirol, so der Vertriebschef: „Wir würden heuer gerne 70 bis 80 Lehrlinge aufnehmen. 50 sind das realistischere Ziel.“ Vor allem in Abwanderungsgemeinden, im Gailtal und Südkärnten sei es schwierig, Stellen zu besetzen.