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Kampf um das Erbe auf Schienen: So steht es um die historischen Bahnen

Die historischen Regionalbahnen sorgen häufig für Diskussionen. Welche Bahnen in der Steiermark noch auf Schiene sind und wie es um sie steht.

Die Mariazellerbahn holte sich den Sieg in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“ | Die Mariazellerbahn holte sich den Sieg in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“
© ORF/NÖVOG/Josef Boll
Die Mariazellerbahn holte sich den Sieg in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“|Die Mariazellerbahn holte sich den Sieg in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“

Seit Samstagabend ist die Mariazellerbahn als Sieger in der ORF-Show „9 Plätze, 9 Schätze“ hochdekoriert. Obwohl der Sieg damit nach Niederösterreich geht, ist die Steiermark zumindest auch ein bisschen stolz. Immerhin liegt ein kurzer Streckenabschnitt im Bundesland. Damit stellt sich aber auch die Frage, wie es um die anderen historischen Regionalbahnen in der Steiermark steht.

Die große Herausforderung: Die meisten der Bahnen, allen voran die Nostalgiebahnen, werden nicht mehr für den regulären Personenverkehr genutzt. Lediglich die Murtalbahn und die Übelbachbahn sind ganzjährig in einer regelmäßigen Taktung unterwegs. „Die Bahnen sind ein Tourismusfaktor und bringen auch Menschen in die Regionen, etwa beim Flascherlzug sind es sicherlich an die 20.000 Fahrgäste pro Jahr“, sagt der Steirer Gottfried Aldrian, der stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen ist.

Kulturelles und immaterielles Erbe

Stimmen, die sich gegen den Erhalt der Nostalgiebahnen aussprechen, hält er entgegen, dass „andere touristische Attraktionen auch nur den Wert haben, genau das zu sein und das auch etwas ist, das man erhalten soll“. Zudem gebe es zahlreiche kulturelle Denkmäler entlang der Strecke, die es zu erhalten gilt und auch ein immaterielles Erbe, wie das Bedienen und Warten einer Dampflok.

„Dschungelexpress“ als Wackelkandidat

Der Erhalt der Gleichenbergerbahn wird aufgrund der angespannten finanziellen Situation und der Auslastung immer wieder heiß diskutiert. Der „Dschungelexpress“ verkehrt an Wochenenden und Feiertagen auf seinem rund 100 Jahre alten Schienennetz. Touristen und Familien nutzen ihn gerne für einen entschleunigenden Ausflug, braucht man für die Strecke doch fast doppelt so lange wie mit dem Bus. Der Fahrplan für 2026 soll dieser Tage verkündet werden.

Unterwegs auf 100 Jahre alten Schienen
© KK
Unterwegs auf 100 Jahre alten Schienen

Zwischen Historie und Effizienz

Nostalgisch geht es auf der Murtalbahn zu. Zwischen Murau und Tamsweg wird in den Sommermonaten regelmäßig zu Dampfzugfahrten geladen, es gibt aber auch zwei Wintertermine. Im Alltag dient die Schmalspurbahn zwischen Unzmarkt-Frauenburg und Tamsweg als öffentliches Verkehrsmittel, Betreiber ist die Steiermarkbahn. Die Zukunft der Murtalbahn sorgt seit Jahren für politische Debatten, etwa was eine Modernisierung (Elektrifizierung) angeht.  

Nostalgie pur auf der Murtalbahn
© StB/ikarus.cc
Nostalgie pur auf der Murtalbahn

Wieder regelmäßig auf Schiene

Differenzen zwischen den Akteuren, hohe Instandhaltungskosten, eine Investorenpleite und die politische Absage aus Birkfeld sorgten zuletzt für Sand im Getriebe der Feistritztalbahn. Dennoch hielt der Betreiberverein Club U44 unbeirrt am Erhalt fest und saniert die Strecke seither in Eigenregie. Seit Herbst 2024 verkehrt der Zug wieder regelmäßig auf einem Teilabschnitt. Seit Montag laufen die ersten Untersuchungen für den Ausbau der B72 – die Bahn ist dabei berücksichtigt.

Seit 2024 wieder regelmäßig unterwegs
© KLZ / Julia Kammerer
Seit 2024 wieder regelmäßig unterwegs

Unter Denkmalschutz

Die unter Denkmalschutz stehende Erzbergbahn verkehrt auf 1070 Meter Seehöhe mit einer Steigung von bis zu 7,1 Prozent. Neben den sonntäglichen Planfahrten im Sommer werden auch sogenannte Themenfahrten angeboten. Damit könne laut Schriftführer Markus Wurzer der Betrieb abgedeckt werden. Zusätzlich finanziere man sich über Vereinsbeiträge, Spenden, Sponsoring sowie Pachteinnahmen und Subventionen. Zurzeit ist sogar eine Erweiterung in Arbeit.

Auf steilem Terrain unterwegs
© KLZ / Verein Erzbergbahn / Markus Wurzer
Auf steilem Terrain unterwegs

Sperrstunde, oder doch nicht?

Der Stainzer Flascherlzug tuckert seit 133 Jahren durch die Weststeiermark. Mitte Oktober beschloss der Stainzer Gemeinderat mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ unter anderem wegen zu hoher Kosten die Einstellung Ende des Jahres. Ein eigener Flascherlzug-Ausschuss soll sich nun um die Zukunft des Schmalspur-Kapazunders kümmern. Auf Landesebene ist das Ausflugsziel ebenfalls Thema. In welcher Form es nach Jahreswechsel weitergeht, ist ungewiss.

Die Zukunft des Flascherlzugs ist ungewiss
© KLZ/Julia Kammerer
Die Zukunft des Flascherlzugs ist ungewiss

Als Nostalgiezug auf Schiene

Die Lokalbahn Mixnitz-St. Erhard, auch „Breitenauerbahn“ genannt, führt von Mixnitz/Gemeinde Pernegg nach Breitenau am Hochlantsch. Errichtet wurde sie im Jahr 1913 für den Transport der Magnesitprodukte aus der Breitenau zum Südbahn-Anschluss in Mixnitz. Auch Holz wurde so transportiert. Personenzüge verkehrten bis 1966 ebenfalls auf dieser Strecke. Seit 2007 gibt es an ausgewählten Wochenenden Nostalgiezugfahrten.

Fahrten an ausgewählten Tagen
© Marco Mitterböck
Fahrten an ausgewählten Tagen

Moderne trifft auf Historie

Die Übelbacherbahn ist im Vergleich zu den anderen genannten Bahnen ein Sonderfall. Denn sie ist mittlerweile ins S-Bahn-System eingebettet und wird täglich in einer engen Taktung befahren. Gekämpft werden musste um ihren Erhalt dennoch, denn nach den Schäden durch die Unwetter im Vorjahr gab es auch Stimmen, die sich gegen einen Wiederaufbau der Strecke aussprachen. Kosten der Reparaturen: 3,4 Millionen Euro.

S-Bahn mit historischem Erbe
© StB/Harry Schiffer
S-Bahn mit historischem Erbe

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