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Stainzer Flascherlzug steht nach 133 Jahren vor dem Aus

Zu hohe Kosten, zu wenig Geld: Das beliebte Wahrzeichen könnte bald aufs Abstellgleis kommen. Wann die Entscheidung fällt, Hintergründe und eine Idee für ein Museum.

Seit 133 Jahren tuckert der bekannte Zug durch die Weststeiermark
© Karl Heinz Ferk
Seit 133 Jahren tuckert der bekannte Zug durch die Weststeiermark
Barbara Mikschofsky
Redakteurin Regionalredaktion Leibnitz und Deutschlandsberg

Schon länger fürchtet man in Stainz um den Fortbestand des beliebten Gemeindewahrzeichens: den Flascherlzug. Rund 1,3 Millionen Euro benötigt die Gemeinde zusätzlich zu den laufenden Kosten von jährlich rund 100.000 Euro für größere Sanierungsarbeiten am Gleiskörper. Im Juli hoffte man noch die Summe mit Unterstützung des Landes auf Schiene zu bringen. Nun ist es fix: Die benötigte Finanzspritze wird es laut Bürgermeister Karl Bohnstingl nicht geben.

„Wir hätten eine so hohe finanzielle Unterstützung gebraucht und können keinen Euro zusätzlich für den Erhalt des Zugs mehr zahlen. Es war daher eine Entscheidung vom Land und uns“, erklärt Bohnstingl. Die Gemeinde müsse selbst den Sparstift ansetzen. Erschwerend komme hinzu, dass man etwa erst das neue Schwimmbad gebaut habe, hier trotz guter Auslastung dazuzahlen und in den Bau eines Musikerheims investieren müsse.

Das sagt das Land

Auf Nachfrage der Kleinen Zeitung bestätigt das Büro des zuständigen Landesrats Stefan Hermann, dass das Geld nicht fließen werde. Auch hier betont man, die Übereinkunft mit der Gemeinde.

Gemeinderat entscheidet

Hat es sich für den Flascherlzug nun ausgedampft? Noch nicht. Der Gemeinderat wird in seiner nächsten Sitzung im Oktober darüber entscheiden. Zwar wurde bereits des Öfteren über seine Zukunft diskutiert, so schlecht standen die Zeichen für den Zug allerdings wohl noch nie.

Bohnstingl selbst hatte sich noch in einem Interview kurz nach seinem Amtsantritt 2023 für den Erhalt der Touristenattraktion ausgesprochen. Konfrontiert mit seiner damaligen Aussage („Der Flascherlzug bleibt, da gibt es für mich keine Diskussion. Die Kosten wird die Gemeinde aushalten müssen“) erklärt der Ortschef, dass sich wohl keiner damals gedacht habe, dass sich die wirtschaftliche Situation so entwickeln würde. „Wir müssen sparen, damit wir zahlungsfähig bleiben“, betont er.

Bürgermeister Karl Bohnstingl betont, dass die Gemeinde sparen muss
© Barbara Zapfl
Bürgermeister Karl Bohnstingl betont, dass die Gemeinde sparen muss

20.000 Gäste pro Jahr

Ohnehin schwierig könnte es auch beim Personal werden. Der Lokführer möchte laut dem Ortschef langsam aufhören, der technische Leiter sei 72 Jahre alt. Immer schwieriger werde es weiters Ersatzteile für die Lok zu bekommen. Die Dampflok wurde vor einigen Jahren generalsaniert und eine Diesellok angeschafft. Das Wahrzeichen, welches seinen Namen in Erinnerung an den Rachlinger Wunderdoktor Johann Reinbacher alias „Höllerhansl“ erhielt, tuckert seit 133 Jahren durch die Weststeiermark und ist weit über die Bezirksgrenzen bekannt. 20.000 Gäste zählt man pro Jahr.

Sollte sich der Gemeinderat tatsächlich gegen die Fortführung aussprechen, werde das Wahrzeichen laut Bohnstingl aber nicht gänzlich verschwinden. Der Zug werde in diesem Fall noch bis Ende des Jahres durch die Weststeiermark fahren. Anschließend könne man sich ein Museum am Bahnhof vorstellen.

Weitere Informationen

Alles rund um den Flascherlzug erfahren Sie auf der Homepage unter https://www.flascherlzug.at.

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