Die „grandiose“ Null des GAK
Beim 0:0 gegen den LASK agierte der GAK defensiv stabil. Dank aller Feldspieler. Ein Sonderlob hatte der Trainer für Florian Wiegele parat.
„Grandios“ habe es der GAK gemacht. Dieses Attribut fiel mit Markus Schopp vom LASK dem gegnerischen Trainer ein, wenn er an die Defensivleistung der Grazer denkt. Nach einem 0:0 ist solch ein Lob zumeist angebracht. Da es für die Rotjacken im 18. Versuch in dieser Saison erst das dritte Zu-Null-Spiel war, ist die in der Vorbereitung offenkundig gesteigerte defensive Stabilität jedoch eine besonders erfreuliche Erkenntnis.
Pauschallob von Poms für alle Feldspieler
„Wir haben sehr viel richtig gemacht in der Defensive, nicht viel zugelassen“, meinte Trainer Rene Poms, dem vor allem gefiel, dass sich das Ausbleiben eines Gegentors an allen eingesetzten Spielern festmachen ließ. „Ich kann heute nur ein Pauschallob aussprechen“, erklärte der 49-Jährige und tat dies auch: „Man muss sehen, wie Daniel Maderner vorne als Stürmer gearbeitet hat, er war der erste Verteidiger. Wie die zwei Zehner die Halbräume dahinter verteidigt haben. Wie kompakt die zwei Sechser in der Mitte waren. Wie die zwei Außenspieler permanent hoch und tief gegangen sind. Wie die drei Innenverteidiger sich in jedes Duell geworfen haben.“
Dass die Feldspieler kollektiv immer besser verinnerlichen, welche Arbeit Poms gegen den Ball sehen möchte, könnte im Frühjahr einer der wichtigsten Schlüssel sein. Nicht unerwähnt bleiben durfte nach dem Duell mit den Linzern jedoch Tormann Florian Wiegele, der sich die wenigen Male, als der LASK doch einen Abschluss aufs Tor brachte, auszeichnen konnte. Dass er den Punkt festgehalten habe, verneinte der 23-Jährige jedoch entschieden: „Das stimmt nicht. Es lag daran, dass wir das ganze Spiel über gut verteidigt haben. Klar, kommt hin und wieder mal was durch, aber dafür bin ich ja da.“
Für mich ist Florian Wiegele sowieso der beste Torhüter, den ich bis jetzt trainiert habe. Er hat Riesen-Potenzial.
— Rene Poms
Der erste Eindruck der neuen Nummer eins des GAK ist fraglos ein guter. „Es ist schwer, gegen ihn ein Tor zu machen“, meinte Poms, verwies auf die Vorteile von Wiegeles Körpergröße von 2,05 Metern und schwärmte: „Für mich ist er sowieso der beste Torhüter, den ich bis jetzt trainiert habe. Er hat Riesen-Potenzial.“ Wiegele hatte sich im Konkurrenzkampf mit dem bisherigen Stammtormann Jakob Meierhofer durchgesetzt, den Poms ebenfalls hervorhob: „Jakob hat viel dazu beigetragen, dass der GAK überhaupt Bundesliga spielen darf. Das darf man nicht vergessen. Wir haben die super Situation, dass wir zwei Einser-Torleute haben.“
Wiegele hat in der vergangenen Saison beim DSV Leoben mit Poms zusammengearbeitet und dabei in neun Liga-Spielen nur ein Gegentor kassiert. „Ich hätte nichts dagegen, wenn eine neue Serie losgeht“, grinste der Schlussmann.
Offensives Steigerungspotenzial
So zufrieden der GAK mit der Defensivleistung sein konnte, so sehr ließe sich offensiv mehr herausholen. Die Hausherren fanden zwar eine Handvoll Chancen vor, ein Schuss von Benjamin Rosenberger wurde etwa an die Stange abgefälscht, aber wirklich zwingend wurde man nicht. „Wir haben viele Bälle abgefangen, sie jedoch teilweise zu hektisch wieder verloren“, fand Poms, der jedoch Verständnis zeigte: „Wenn du viel in die Defensivarbeit investierst, fehlt dir manchmal auch die Luft, die richtige Entscheidung zu treffen.“
Der Coach zweifelte jedoch nicht daran, dass sich auch diese Ausbaustufe zünden lässt, wenn sein Team weiter eine solche Energie auf den Platz bringt und als Einheit auftritt: „Mit noch mehr Selbstvertrauen und Selbstverständlichkeit wird sich auch das Fußballerische verbessern, dann werden wir in den nächsten Spielen sicher auch Dreier und nicht nur Unentschieden anschreiben.“ Mit vier Punkten aus den ersten zwei Spielen zeigte sich Poms jedenfalls „sehr zufrieden“.