In den Flitterwochen wartet auf Sabine Schöffmann ein spezielles Abenteuer
Ein Fragezeichen steht hinter dem Weltcup-Start von Parallelboarderin Sabine Schöffmann in Polen. Die 31-Jährige hat sich einen Mittelhandbruch zugezogen. „Die größte Problematik ist der Start.“

Der Snowboard-Weltcup in Polen steht am Wochenende vor der Tür, hinter Ihnen steht aber ein kleines Fragezeichen. Wie geht es Ihnen?
SABINE SCHÖFFMANN: Es geht mir inzwischen ziemlich gut, danke. Ja, es ist beim Training in Obdach passiert. Ich habe mich bei einer Torstange angeschlagen und wusste sofort, dass es nur ein Mittelhandbruch sein kann. Die Schmerzen hielten sich aber in Grenzen, denn wenn einem so etwas passiert, ist man im ersten Moment etwas geschockt. Mein Verlobter Alex hat mich direkt nach Graz gefahren und bereits am Mittwoch wurde ich operiert. Dabei sind eine Platte und sieben Schrauben eingesetzt worden, momentan trage ich eine Art Sportschiene.
Ein Zeitpunkt für eine Verletzung ist immer bitter, aber aufgrund der Ausgangslage noch mehr, oder?
Wenn ich ehrlich bin, habe ich in dem Moment gar nicht an die Gesamtwertung gedacht. Für mich ist wichtig, dass alles gut verheilt. Ich werde spätestens Samstagfrüh entscheiden, ob es Sinn ergibt. Die größte Problematik ist der Start, deshalb hoffen wir auf einen Starthügel. Der Schauplatz ist nämlich Neuland. Ich muss auch schauen, ob und wie ich es ausblenden kann, aber ich denke, dass wir es mit Schiene und Handschuhen so hinbekommen, dass alles klappt.
Sie liegen vor den letzten vier Einzelrennen 82 Punkte hinter Ramona Hofmeister. Der Kampf um die große Kristallkugel ist weiter voll im Gange.
Da muss wirklich sehr viel zusammenpassen und mit einer gebrochenen Hand wird es nicht unbedingt leichter.
Ist Leichtigkeit das Stichwort für Ihre bisher starke Saison?
Das ist sicherlich ein Mitgrund. Wir hatten eine wirklich gute, intensive Vorbereitung im Herbst und das hilft mir enorm, um mich gut und sicher zu fühlen. Mein Material passt optimal zu mir und ich stehe richtig gut am Board. Und wenn man oft am Podium steht, fehlt es einem nicht an Selbstvertrauen. Im Kopf ist es immer leicht, stark zu sein, wenn es läuft.
Wenn Sie sehen, wie stark Benjamin Karl, Andreas Prommegger und Co performen, macht man sich Gedanken, wie lange die eigene Karriere dauern kann?
Es zeigt, dass unser Sport quasi ‚gesünder‘ ist. Wir haben grundsätzlich nicht so viele Verletzungen, meine Handblessur ist ja jetzt auch zeitlich begrenzt. Und durch die K.o.-Duelle benötigt es einfach diese mentale Stärke und auch eine gewisse Routine. Diese Komponenten machen unseren Sport besonders.
Zum Abschluss ein Sprung in den Sommer. Es läuten ja die Hochzeitsglocken. Welche Details dürfen Sie verraten?
Ein Pool für die nötige Abkühlung wird bereitstehen, Getränke werden unsere Namen tragen und es wird eine internationale Beteiligung geben. Die Trauringe haben wir schon ausgesucht. Aber davor stehen noch andere Dinge an. Nach der Saison wird Alex seine Ausbildung zum staatlichen Trainer absolvieren und in dieser Zeit werde ich versuchen, meine Tennisform aufzubauen. Anschließend geht es im Mai mit dem Camper durch Griechenland.
Und wohin geht schließlich die Hochzeitsreise?
Die wird ganz typisch, natürlich nicht (lacht). Wir werden einige Tour-de-France-Pässe wie Mont Ventoux und Alpe d‘Huez mit dem Rennrad bewältigen. So ein Abenteuer wollten Alex und ich schon immer einmal machen und vielleicht zeigt uns Felix Gall ja was.
Aufgebot und Programm:
Damen: Carmen Kainz (ST), Jessica Pichelkastner, Sabine Schöffmann, Daniela Ulbing (alle K), Claudia
Riegler (S), Miriam Weis (NÖ).
Herren: Arvid Auner, Christoph Karner, Sebastian Kislinger, Matthäus Pink (alle ST), Dominik Burgstaller,
Benjamin Karl (beide NÖ), Aron Juritz, Fabian Obmann, Alexander Payer (alle K), Andreas Prommegger (S).
Programm: Samstag und Sonntag
ab neun Uhr Qualifikation. 13 Uhr: Finale der Top-16 (Damen & Herren).


