Klagenfurt

Tierquälerei-Skandal: Geldstrafe für Schlachthof-Mitarbeiter

Acht Monate nach dem Tierquälerei-Skandal am Klagenfurter Schlachthof hat die Staatsanwaltschaft Klagenfurt die Ermittlungen abgeschlossen.

Reportage Schlachthof Klagenfurt Maerz 2016
Wochenlang war der Traditionsbetrieb in den Medien © Markus Traussnig
 

Es war wohl einer der größten Tierquälerei-Skandale des Vorjahres: Im November deckte der „Verein gegen Tierfabriken“ untragbare Missstände in 18 Schlachthöfen Österreichs auf. Darunter befand sich auch der Klagenfurter Traditionsbetrieb. Videomaterial der Tierschützer zeigte, wie Schlachthof-Mitarbeiter Tiere am Treibweg mit Elektrotreibern misshandelten.

Neben Behörden, Stadt und Land wurde auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt (StA) aktiv, die den Geschäftsführer Gerhard Stürzenbecher sowie drei seiner Mitarbeiter wegen Verdachts der Tierquälerei ins Visier nahm.

Acht Monate später wird die Akte geschlossen. „Wir haben die Ermittlungen gegen Stürzenbecher eingestellt. Ihn trifft kein Verschulden. Das belegt auch die Aussage des Amtstierarztes“, erklärt Markus Kitz, Sprecher der Medienstelle der Staatsanwaltschaft. Anders verhält es sich hingegen bei den drei beschuldigten Mitarbeitern. Sie sind der Tierquälerei geständig und müssen nun einen einkommensabhängige Geldbuße in der Höhe zwischen 500 und 1500 Euro verrichten. Da sich der Vorfall noch im Jahr 2015 ereignete, wurde das erst seit heuer verschärfte Tierschutzgesetz nicht herangezogen. Dieses sieht von Geldstrafen ab und bestraft Tierquälerei künftig mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren.

Optimierungen

Nach dem Skandal hat Stürzenbecher rund 50.000 Euro in bauliche und personelle Optimierungen investiert. Neben Videokameras in sensiblen Bereichen wurde auch ein fixer Tierschutzbeauftragter, der alle Abläufe überwacht, installiert. Das Land hat die Qualitätsstandards in allen Schlachthöfen verschärft und ließ 600 Mitarbeiter schulen.

KERSTIN OBERLECHNER

Kommentare (7)

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AndreasP
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Und die Unternehmer kommen mal wieder davon :-(

In solchen Betrieben werden die Mitarbeiter ausgebeutet, werden sogar dazu gedrängt schnell zu arbeiten und sich nicht um das wohl der Tiere zu kümmern - die werden ja eh geschlachtet.

In Deutschland sind diese Leute großteils Selbständig, obwohl sie ganz klar Arbeitnehmer sind, aber so muss man nicht die Arbeitszeit bezahlen, sondern nur pro Stück. Dort wurde bereits mehrmals aufgedeckt, dass der Verdienst dort nicht mehr als 4-5 pro Stunden ausmacht und daher sind dort auch hauptsächliche Leute aus dem Osten beschäftigt.
Ob das bei uns auch so ist weiß ich nicht, aber es ist Witz, dass Diejenigen, die sich daran kräftig Bereichern und Druck ausüben, mal wieder ungeschoren davon kommen!

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Tainach9121
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Re: Und die Unternehmer kommen mal wieder davon :-(

In welchem deutschen Schlachthof sind die Metzger selbständige Arbeiter? Und wo soll denn 4-5 Euro pro Stunde bezahlt werden?

Beides ist illegal! Das gibt es nicht in Deutschland. Wenn Du hier belastbare Informationen haben bitte ich um Infos.

Mein Onkel betreibt zwei Schlachthöfe im Deutschland.

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galli
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unfassbar

Wie verroht Menschen sind.. Schade dass es kein lebenslanges Berufsverbot gibt.. Stellt diese sadisten hinter eine Fleisch Theke.. Dort können sie keinem Tier mehr Leid zufügen. Hoffentlich bringen die Maßnahmen was.. Und ein hoch auf den VGT der den Skandal an die Öffentlichkeit brachte.

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Tainach9121
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Re: unfassbar

Hier wird mal wieder gerne mit Worten um sich geworfen ohne zu wissen was diese bedeuten. Oder denkst Du wirklich das diese Menschen eine se...elle Befriedigung erhalten indem sie diese Tiere quälen?

Hier geht es nur um Stückzahl und das ist das Problem. Wenn wir bereit sind für ein Schnitzel das doppelte zu bezahlen könnte man dieses Akkordschlachten einstellen.

Das wollen wir aber nicht!

Wir essen an einem Tag in der Woche Fleisch und kaufen dort wo wir glauben vernünftige Zustände anzutreffen. Wir sind bereit weniger Fleisch zu essen und mehr zu bezahlen.

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galli
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ich

Nehme stark an dass der VGT einen Insider tip erhalten hat.. Wo wann wie gequält wurde. Es gibt Auflagen wie Tiere zur Schkachtbank geführt werden sollten.. Wie getrieben werden soll. Dagegen wurde verstoßen oder meinst ein Richter verurteilt ohne Grund? Daher sind meine Worte berechtigt und was ein Mensch dabei empfindet will ich mir nicht vorstellen..

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AndreasP
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Den ersten Satz kann ich zu 99% zustimmen, auch wenn diese Leute zwar keine se...elle Befriedigung haben, sind das verorte empathielose Gesellen, oder so verzweifelt, dass ihnen nur dies Job bleibt und dann mit der Zeit abstumpfen.

Der Rest ist aber Blödsinn! Egal wie viel wir für Fleisch bezahlen, die Schlachtungen werden genau so weiter gehen, nur der Gewinn wird dadurch gesteigert.

Das können Sie nicht nur an Biofleisch sehen, das können Sie vor allem sehr schön an teurer Kleidung sehen. Auch dort wird in Billiglohnländern produziert und der Gewinn eingestreift!

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Tainach9121
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Re:

Es ist schon ein großer Unterschied zwischen "Markenartikeln" die billig in Niedriglohnländern produziert werden und artgerecht produziertem Fleisch.

Wenn Tiere artgerecht gehalten werden und auch ethisch vertretbar getötet und respektvoll verarbeitet werden sollen geht das nur über den Preis. Dann kostet das Kilo Rindfleisch aber 30 Euro. Wenn es uns das wert ist können wir bessere Regeln aufstellen und wollen das alle?

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