Kärnten

Ermittlungen gegen die ehemaligen Kabeg-Chefs

Betrug- und Untreueverdacht gegen Ex-Aufsichtsratschef Kurt Scheuch und die frühere Vorständin Ines Manegold. Über 100.000 Euro Schaden?

Die Staatsanwaltschaft ermittelt
Die Staatsanwaltschaft ermittelt © Helmuth Weichselbraun
 

Die Ära von Ines Manegold als Kabeg-Vorständin beschäftigt auch die Staatsanwaltschaft Klagenfurt. Nach drei Sachverhaltsdarstellungen der neuen Kabeg-Führung unter Vorstand Arnold Gabriel sowie mehreren anonymen Anzeigen gibt es ein „sehr umfangreiches Ermittlungsverfahren“, sagt StA-Sprecherin Antoinette Tröster. Ermittelt wird gegen Manegold und Kurt Scheuch, Ex-Vorsitzender des Kabeg-Aufsichtsrates. Für beide gilt die Unschuldsvermutung. Es besteht der Verdacht auf mehrere Vermögensdelikte (Betrug, Untreue) mit je mehr als 50.000 Euro Schaden. Ein Abschlussbericht ist aufgrund der Komplexität des Sachverhaltes innerhalb des nächsten halben Jahres nicht zu erwarten.

Wie berichtet, werden ehemalige Kabeg-Verantwortliche in einem Prüfbericht des Landesrechnungshofes (LRH) deutlich kritisiert. So wurden zwischen 2009 und 2013 Aufträge an externe Berater und Juristen um insgesamt fast elf Millionen Euro vergeben. Teilweise soll dabei, so der LRH, das Bundesvergabegesetz umgangen worden sein, in dem Aufträge gestückelt wurden, um unter die Grenze von 100.000 Euro zu kommen und so keine öffentliche Ausschreibung durchführen zu müssen. Auch sollen Aufträge, trotz Hinweisen von Kabeg-Mitarbeitern, ohne Zielvorgabe vergeben worden sein. Als Folge sei eine Leistungsüberprüfung oft nicht möglich gewesen oder gar nicht verlangt worden. Zudem seien Aufgaben ausgelagert worden, für deren Erfüllung die Kabeg selbst die Fachkräfte gehabt habe.

Zu einem ähnlich vernichtenden Urteil ist ein, von Manegolds Nachfolger beauftragter Bericht von Wirtschaftsprüfern gekommen. Auch die Personalpolitik der Ära Manegold-Scheuch kommt im LRH-Bericht nicht gut weg. Innerhalb von knapp vier Jahren wurden 1,66 Millionen Euro an Mitarbeiter gezahlt, mehr oder – nach Arbeitsgerichtsprozessen – weniger freiwillig, für welche die damaligen Kabeg-Verantwortlichen keine Verwendung mehr hatten.

JOCHEN HABICH