Tiny HomeZu Gast in der 65 Quadratmeter-Villa

Cornelia Scala-Hausmann hat sich in Liebenfels ein baufälliges Häuschen gekauft. Mit Liebe und Eigeninitiative hat sie es in ein wunderbares Tiny Home verwandelt.

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Cornelia Scala-Hausmann Homestory Liebenfels Maerz 2021
© Markus Traussnig
 

Auf kleinstem Raum zu leben, sei sie gewohnt, sagt Cornelia Scala-Hausmann. Ist sie doch mit Weltumsegler Harald Klärner liiert gewesen, den die gebürtige Wienerin in Kärnten bei einem Outdoor-Camp kennenlernte. Eine fünfjährige Segelreise rund um die Welt folgte. „Mit wenig Platz auszukommen, bin ich also vom Schiff gewöhnt.“

2017 hat sich die Unternehmens- und Lebensberaterin in Pulst, Gemeinde Liebenfels, ein kleines Haus mit rund 35 Quadratmeter Wohnfläche gekauft. „Ursprünglich war es eine englische Soldatenbaracke aus dem Zweiten Weltkrieg“, erzählt Scala-Hausmann. Später stand es im Besitz des Malers Ernst Meise, der hier mit seiner fünfköpfigen Familie lebte. „Bevor ich es übernahm, war es jahrelang unbewohnt und nicht viel mehr als eine Bruchbude.“

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Hell und luftig: So lebt es sich in einer Mini-Villa

2017 hat sich die Unternehmens- und Lebensberaterin Cornelia Scala-Hausmann in Pulst, Gemeinde Liebenfels, ein kleines Haus mit rund 35 Quadratmeter Wohnfläche gekauft.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

„Ursprünglich war es eine englische Soldatenbaracke aus dem Zweiten Weltkrieg“, erzählt Scala-Hausmann. Später stand es im Besitz des Malers Ernst Meise, der hier mit seiner fünfköpfigen Familie lebte. „Bevor ich es übernahm, war es jahrelang unbewohnt und nicht viel mehr als eine Bruchbude.“

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Verliebt hat sie sich in das Haus und den Platz mit Blick auf die Wehrkirche von Pulst dennoch.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

„Die Frage, die sich stellte, war, wie man aus dem nicht gerade schönen Haus etwas Nettes machen und den versteckten Charme, den es zweifellos besaß, hervorheben kann", sagt Cornelia Scala-Hausmann.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Zuerst die Bestandsaufnahme: kaputtes Dach, kaputte Fußböden, kaputte Leitungen. „Sogar die Zwischendecke musste abgestützt werden.“ Eine ziemliche Herausforderung also, aber was Scala-Hausmann daraus gemacht hat, ist zauberhaft.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Um mehr Raum zu gewinnen, wurde das Erdgeschoß innen ausgehöhlt. Die eine oder andere Wand gibt es also nicht mehr, dafür aber einen Zubau aus unbehandelten Lärchenbrettern und großen Fensterflächen, denn „helle Räume sind gerade bei kleinen Häusern wichtig“.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Für ein kleines Haus würde sie sich jederzeit wieder entscheiden. „Ich brauche nicht mehr, denn sonst muss man ohnehin nur putzen.“

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Das einstige Kinderzimmer ist mittlerweile zu einem gemütlichen Bad im Landhausstil umfunktioniert, bereichert mit Reisefundstücken wie Steinen, Muscheln oder Korallen, denn „ein bisschen Nostalgie darf ruhig sein“.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Der Holzzubau beherbergt unter anderem eine kleine Bibliothek und dient als Seminar- und Entspannungsraum.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

In der Küche wurde der Boden mit großen Fliesen ausgelegt und im Winter sorgt ein Tischherd, „auf dem man wunderbar kochen kann“, für angenehme Temperaturen. Beim Heizen werden zudem die Wassertaschen des Herdes erhitzt, die Wärme geht in einen Pufferspeicher und wird dann in die Heizkörper der anderen Räume weitergeleitet.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Wichtig bei kleinen Räumen sei auch die Art der Möblierung. Ihr Tipp: „Auf wuchtige und dunkle Teile verzichten. Alles sollte hell und luftig sein.“

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)

Beim Umbau wurde das Dach abgetragen und anschließend ein Würfel mit rund 25 Quadratmeter Wohnfläche – „eine Art autonome Einheit“ – aufgesetzt. Die Fenster des Würfels sind Richtung Süden ausgerichtet, es gibt also viel Licht.

(c) Markus Traussnig (Markus Traussnig)
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Verliebt hat sie sich in das Haus und den Platz mit Blick auf die Wehrkirche von Pulst dennoch. „Die Frage, die sich stellte, war, wie man aus dem nicht gerade schönen Haus etwas Nettes machen und den versteckten Charme, den es zweifellos besaß, hervorheben kann.“ Zuerst die Bestandsaufnahme: kaputtes Dach, kaputte Fußböden, kaputte Leitungen. „Sogar die Zwischendecke musste abgestützt werden.“ Eine ziemliche Herausforderung also, aber was Scala-Hausmann daraus gemacht hat, ist zauberhaft.

Das Projekt

Das Haus: Wurde von 35 auf 65 Quadratmeter ausgebaut. Beheizt wird es mit Tischherd und Solarpaneelen am Vordach. Die Außenverkleidung ist unbehandelte Lärche.
Zur Person: Scala-Hausmann studierte Grafik-Design & Werbewissenschaften. Sie ist Autorin und Gründerin des Instituts für Zukunftskompetenzen.
Infos: www.zukunftskompetenzen.at

Hell und luftig

Um mehr Raum zu gewinnen, wurde das Erdgeschoß innen ausgehöhlt. Die eine oder andere Wand gibt es also nicht mehr, dafür aber einen Zubau aus unbehandelten Lärchenbrettern und großen Fensterflächen, denn „helle Räume sind gerade bei kleinen Häusern wichtig“. In der Küche wurde der Boden mit großen Fliesen ausgelegt und im Winter sorgt ein Tischherd, „auf dem man wunderbar kochen kann“, für angenehme Temperaturen.

Beim Heizen werden zudem die Wassertaschen des Herdes erhitzt, die Wärme geht in einen Pufferspeicher und wird dann in die Heizkörper der anderen Räume weitergeleitet. Das einstige Kinderzimmer ist mittlerweile zu einem gemütlichen Bad im Landhausstil umfunktioniert, bereichert mit Reisefundstücken wie Steinen, Muscheln oder Korallen, denn „ein bisschen Nostalgie darf ruhig sein“.

Der Holzzubau beherbergt unter anderem eine kleine Bibliothek und dient als Seminar- und Entspannungsraum. Und wer das Schlafzimmer im ersten Stock sieht, würde kaum glauben, dass es einmal ein maroder Dachboden samt desolater Eternitplatteneindeckung war. Beim Umbau wurde das Dach abgetragen und anschließend ein Würfel mit rund 25 Quadratmeter Wohnfläche – „eine Art autonome Einheit“ – aufgesetzt. Die Fenster des Würfels sind Richtung Süden ausgerichtet, es gibt also viel Licht.
Cornelia Scala-Hausmann Homestory Liebenfels Maerz 2021
Foto © Markus Traussnig
Wichtig bei kleinen Räumen sei auch die Art der Möblierung. Ihr Tipp: „Auf wuchtige und dunkle Teile verzichten. Alles sollte hell und luftig sein.“ Die meisten Umbauten wurden in monatelanger Arbeit in Eigenregie erledigt, unter tatkräftiger Mithilfe von Harald Klärner, der in unmittelbarer Nachbarschaft lebt. Für ein kleines Haus würde sie sich jederzeit wieder entscheiden. „Ich brauche nicht mehr, denn sonst muss man ohnehin nur putzen.“