AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

Biogärtner Karl PlobergerAuf der Suche nach den echten Duftquellen des Advents

So duftet der Advent: Karl Ploberger stellt weihnachtliche Aromen vor und erkundet ihren Ursprung in der Natur. Von Bienenwachs- bis Vanille- und Orangenduft.

Echte Vanille: Erst, wenn sie fermentiert wird, verdichtet sich ihr unverwechselbares Aroma © (c) Julien - stock.adobe.com
 

Der Garten ruht, die letzten Düfte des Herbstes sind vom Frost verweht oder gar vom ersten Schnee bedeckt. Doch Gartlerin und Gartler finden auch jetzt ihre Duftoasen. Sind es in der Vegetationsperiode die Düfte von Blüten und frischen Früchten, so gehört nun der Geruch von Weihrauch und Tannennadeln zu den wichtigsten Begleitern in der Adventzeit.

1 Weihrauch

Das Harz des Boswellia-Baumes gehört zu den wertvollsten Räuchermitteln – und das seit Jahrtausenden. Im alten Ägypten wurde es zum Einbalsamieren und Desinfizieren verwendet. Die Boswelliasäure soll tatsächlich chronischen Entzündungen entgegenwirken. Der Baum ist nicht frostfest und sehr schwer unter Glas zu ziehen.

Boswellia mit Blüten Foto © (c) Vladimir Melnik - stock.adobe.com

2 Tannennadeln

Schon bald sind es die Christbäume, vorerst aber noch die Tannenäste, die uns den Nadelduft ins Haus holen. Die ätherischen Öle verbessern nicht nur das Raumklima, sondern sie sind auch der Gesundheit förderlich, besonders bei Schnupfen und Husten. Den intensivsten Duft verströmt übrigens die heimische Tanne, die allerdings keine so perfekte Wuchsform hat wie die Nordmannstanne.

3 Vanille

Die Schoten gehören zu den wichtigsten Gewürzen in der Weihnachtsbackstube. Was wären die köstlichen Kipferl ohne Vanille? Was viele nicht wissen: Die echte Vanille ist eine kletternde Orchidee (Vanilla planifolia), die in tropischen und subtropischen Gebieten (z. B. Madagaskar oder auf der Insel La Réunion) wächst. Im Gewächshaus lässt sie sich auch bei uns kultivieren. Man benötigt aber viel Geduld.

Wohlgerüche der Kindheit

Gartengeschichten von Karl Ploberger

Es gibt Düfte, die vergisst man nicht. Meine Mutter liebte den Weihrauch und so wurde alljährlich um die Adventzeit das ganze Haus in dichte Wolken aus dem Harz des Boswellia-Baums gehüllt. Oft streute sie die Körnchen auch bloß auf die Herdplatte.

Dazu kamen noch die frischen Tannenäste, die ihren Duft – meiner Meinung nach viel intensiver als heute – verströmten. Wenn am Heiligen Abend die Weihnachtsgans ins Backrohr kam, dann war das Potpourri aus weihnachtlichen Düften komplett.

Ich denke, dass es diese Zeit der Kindheit war, die mich als „Duftmensch“ geprägt hat. So freue ich mich schon, wenn in den nächsten Wochen an milden Tagen das Strauchgeißblatt einzelne Blüten öffnet oder der Winter-Duftschneeball erste rosarote Blüten zeigt und seinen unvergleichlichen Duft verströmt.

Nicht zu vergessen die ersten Zwiebelblumen. Die Frühlingsblüher gab es bei uns daheim schon rund um den Jahreswechsel: Hyazinthen gehörten einfach zum Silvester-Abend, genau so wie ein Fondue. Und das verströmt ja auch einen intensiven Duft, um es dezent auszudrücken.

4 Bienenwachskerzen

Dass Honig gesund ist, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Aber auch dem Duft von Bienenwachs wird eine entspannende Wirkung zugesprochen. „Die Wärme und Sonne des Sommers wird spürbar“, sagt ein Imker und verweist darauf, dass normale Kerzen großteils aus Erdöl bestehen: „Das im Zimmer zu verbrennen, ist sicherlich nicht gesund!“

5 Zimt

Auch dieser Duft gehört zu den Festtagen: die Rinde des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamomum verum). Die kleinen braunen Stangen werden gemahlen und sind im Lebkuchen genauso zu finden wie im Punsch. Der Baum lässt sich als Zimmerpflanze ziehen und kann im Sommer ins Freie gestellt werden. Ideal: ein tropischer Wintergarten.

Was jetzt im Garten zu tun ist

Im Winter ist im Garten wenig los. Die Handgriffe: Kompost locker schichten, Urgesteinsmehl dazwischenstreuen und mit Laub oder Vlies abdecken. Gartengeräte gut reinigen, pflegen und warten. Obstbaumstämme mit einem Anstrich vor Frostschäden schützen. Obstlager jetzt regelmäßig kontrollieren, Schadhaftes wird aussortiert. Winterquartiere und auch die Lagerräume an milden Tagen ausreichend lüften. Vogelfütterung regelmäßig durchführen. Darauf achten, dass die Futterhäuschen stets sauber gehalten werden. Pflanzenschutzmittel vor Frost in Sicherheit bringen.

6 Orangen

Sie sind die Früchte für den Winter schlechthin. Seit einigen Jahren zählen die Gewächse in den unterschiedlichsten Sorten zu den beliebtesten Kübelpflanzen. Die meisten sollten nur im kühlen Überwinterungsquartier stehen. Ausnahme ist die Calamondin-Orange, die auch im beheizten Wintergarten gedeiht. Tipp: Orangenfrüchte mit Nelken (Knospen des Gewürznelkenbaumes) bestecken und im Wohnraum platzieren. Da ist der Duft am besten.

 

Diskutieren Sie mit - posten Sie als Erste(r) Ihre Meinung! Kommentieren