China hat am Freitag neue Strafzölle auf US-Importe im Umfang von 75 Milliarden Dollar (knapp 68 Mrd. Euro) angekündigt. Geplant seien Abgaben zwischen fünf und zehn Prozent auf 5.078 Produkte, kündigte die Regierung in Peking am Freitag an. Darunter befinden sich landwirtschaftliche Produkte, Rohöl, Kleinflugzeuge und Autos. Letzteres ist vor allem für Tesla ein schwerer Schlag. China ist ein wichtiger Markt und Tesla hat dort keine eigene Fertigung.

Die Vergeltungszölle sollen ab dem 1. September beziehungsweise 15. Dezember gelten. Betroffen sind gut 5.078 US-Produkte wie Autos, Autoteile, Agrarprodukte, kleine Flugzeuge und Öl. Die Ankündigung schreckte die Börsen auf. Dax und EuroStoxx50 rutschten beide ins Minus und verloren jeweils rund 0,4 Prozent. Auch an der Wall Street dürfte es nach unten gehen.

Der US-Direktor für Handel und Industriepolitik im Handelsrats der USA, Peter Navarro, sagte im US-TV-Sender FOX in einer ersten Reaktion, dass die Gespräche mit China wie bisher weiterlaufen würden - hinter verschlossenen Türen. Der Handelskrieg mit China würde die US-Wirtschaft nicht verlangsamen.

Die beiden größten Wirtschaftsmächte der Welt überziehen sich seit Monaten mit gegenseitigen Importzöllen. Zuletzt hatte US-Präsident Donald Trump, der China unfaire Handelspraktiken vorwirft, Anfang August den Konflikt trotz neuer Gespräche verschärft und angekündigt, auf Importe aus China im Volumen von 300 Milliarden Dollar Sonderzölle zu erheben. Die Einführung der neuen Abgaben verschob er allerdings. Sie sollten eigentlich ab September greifen. China behielt sich Gegenmaßnahmen vor.