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KanadaHuawei-Finanzchefin kommt gegen 6,6 Millionen Euro Kaution frei

Bei einer Auslieferung an die USA droht Meng Wanzhou eine hohe Haftstrafe. Huawei hofft auf schnelle Lösung des Falles.

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Meng Wanzhou kommt auf Kaution frei © APA/AFP/JASON REDMOND
 

Die in Kanada festgenommene Finanzchefin des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei kommt vorerst gegen Kaution auf freien Fuß. Ein Gericht im kanadischen Vancouver stimmte am Dienstag (Ortszeit) nach dreitägigen Anhörungen einem entsprechenden Antrag der Verteidiger von Meng Wanzhou zu.

Die Top-Managerin und Tochter des Huawei-Gründers Ren Zhengfei hinterlegt umgerechnet 6,6 Millionen Euro, um bis zur endgültigen Entscheidung über ihre drohende Auslieferung in die USA von Haft verschont zu bleiben.

Meng war am 1. Dezember auf Betreiben der US-Behörden in Kanada festgenommen worden. Das Gericht genehmigte die Kaution nur unter weitreichenden Bedingungen. Unter anderem muss Meng ihre Pässe abgeben. Zudem muss die 46-Jährige ein elektronisches Gerät zur Ortung tragen und sich rund um die Uhr von einem Wachdienst beaufsichtigen lassen, für den sie selbst bezahlt. Sie darf sich auch nur in einem bestimmten Teil von Vancouver bewegen.

"Festnahme von Beginn an ein Fehler"

Das Pekinger Außenministerium hat die Festnahme der Finanzchefin des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei als Fehler von Beginn an bezeichnet. Jegliche Anstrengungen, für den Fall eine angemessene Lösung zu finden, würden begrüßt, sagte Ministeriumssprecher Lu Kang am Mittwoch.

Zudem sagte US-Präsident Donald Trump, er würde sich in den Fall einschalten, wenn dies dem nationalen Sicherheitsinteresse des Landes diene oder zu einem Handelspakt mit China führe. Anleger gewannen Hoffnung, dass der Handelsstreit zwischen den USA und China nicht weiter ausufert. Die Aktienmärkte in Hongkong und China legten zu.

Die USA werfen der 46-Jährigen vor, multinationale Banken hinsichtlich eines im Iran tätigen und von Huawei kontrollierten Unternehmens irregeleitet zu haben, was diese wiederum in Gefahr brachte, gegen Iran-Sanktionen zu verstoßen.

Vorwurf: Geschäfte mit dem Iran

Meng wird von US-Ermittlern vorgeworfen, über ein inoffizielles Tochterunternehmen namens Skycom Geschäfte mit dem Iran gemacht und dadurch gegen Sanktionen verstoßen zu haben. In diesem Zusammenhang wird sie auch beschuldigt, falsche Angaben gegenüber Banken gemacht zu haben. Bei einer Auslieferung und Verurteilung würden ihr in den USA laut Anklage 30 Jahre Haft wegen "Verschwörung zum Betrug von Finanzinstitutionen" drohen.

"Volles Vertrauen"

Huawei äußerte die Hoffnung auf eine schnelle Lösung des Falles. "Wir haben volles Vertrauen, dass das kanadische und amerikanische Rechtssystem einen gerechten Abschluss in den folgenden Verfahren erreichen werden", sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Huawei halte sich an alle Gesetze und Regeln der Länder, in denen das Unternehmen operiere - einschließlich der Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen, der USA und der Europäischen Union.

Belastete Beziehungen

Der Fall belastet die ohnehin schon gespannten Beziehungen Chinas zu den USA und Kanada. An den Finanzmärkten regten sich Sorgen wegen einer erneuten Eskalation des Handelsstreits zwischen Peking und Washington. China hat scharf gegen Mengs Festnahme protestiert und ihre sofortige Freilassung gefordert. Kanada wurden "schwerwiegende Konsequenzen" angedroht.

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