Kärntner SeilbahnenEin Winter mit vielen Fragezeichen

Für die Kärntner Seilbahnen wäre eine Saison wie im Vorjahr nicht mehr verkraftbar. Trotzdem gehen sie – ebenso wie ihre Gäste – optimistisch in den Winter.

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© APA/BARBARA GINDL
 

Der touristische Bergsommer, er war in Kärnten heuer durchwachsen. "Wir sind zufrieden, aber es waren weniger Gäste da als voriges Jahr", sagt Josef Bogensperger, Geschäftsführer der Katschbergbahnen. Der Wunsch nach Meer war heuer offenbar größer als der nach den Bergen.

Am Sonntag hat es die Wiesen am Katschberg erstmals kurz "angezuckert". Allein: Ein normaler Winter ist nicht zu erwarten. "Wir spüren bereits jetzt eine gute Nachfrage, denn die Menschen wollen wieder Winterurlaub machen", sagt Christopher Gruber, Geschäftsführer der Nassfeld Tourismusmarketing GmbH. "Allerdings fordern wir Berechenbarkeit ein. Wir brauchen möglichst schnell einen Fahrplan mit Parametern. Noch einmal so ein Winter wie voriges Jahr – das werden einige Betriebe nicht überleben."

Josef Bogensperger, Katschberg Bahnen Foto © KK

"Gratis-Storno ist buchungsentscheidend"

Um 90 Prozent war der Umsatz in der Saison 2020/21 zurückgegangen, berichtet Bogensperger: nur Tagesgäste, Hütten geschlossen, Hotels geschlossen, Notprogramm. "Ich habe Familien gesehen, die in ihrem Auto mit dem Campingkocher gekocht haben." 

Christopher Gruber, Nassfeld Touristik Foto © KK

Gratis-Stornierung bis kurz vor dem Anreisetermin sei mittlerweile buchungsentscheidend, sagt Bogensperger, der davon ausgeht, dass der Mund-Nasen-Schutz für die Skiliftbenutzung verpflichtend bleiben wird. "Das Schlimmste wäre eine Qarantänepflicht für Rückreisende bzw. eine 50-Prozent-Belegung der Liftanlagen so wie im Vorjahr. Das hat automatisch einen Stau vor der Einstiegsstelle zur Folge."

Alexandra Bresztowanszky, Hochrindl Lifte Foto © Markus Traussnig

Auch Alexandra Bresztowanszky, Geschäftsführerin der SHL Hochrindl Lifte GmbH, sagt: "Wenn das im kommenden Winter heuer wieder so wird, wäre das ein Trauerspiel. Wir überleben das nicht mehrere Jahre." Ihr Apell: "Impfen, impfen, impfen!"

Gruber sagt: "Jetzt müssen die Fachleute entscheiden. Wir werden alle Vorkehrungen treffen, alle Vorgaben einhalten. Dieser Winter bedeutet keine Normalität, sondern eine neue Realität."

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