Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Landwirtschaftskammer gegen Billa-BoxenMößler: "Jetzt geht es um die letzten Ortschaften"

Obwohl erst vier aufgestellt wurden, sind die von Billa betriebenen Mini-Selbstbedienungs-Shops der Landwirtschaftskammer ein Dorn im Auge. Präsident Mößler: "Es geht auch anders." Ohne Konzerne.

Billa-Regiona-Box in Baldramsdorf © BILLA/KK
 

Die Kärntner Landwirtschaftskammer ortet eine Gefahr für bäuerliche Direktvermarkter durch die neuen Selbstbedienungsboxen des Rewe-Konzerns, die Billa-Regionalbox. Nachdem vier solcher Mini-Shops in Kärntner Gemeinden (Dellach im Drautal, Baldramsdorf, Flattach, Mörtschach) aufgestellt wurden, appelliert nun Kammer-Präsident Johann Mößler in einem Brief an die Kärntner Bürgermeister, bäuerlichen Vermarktern den Vorzug zu geben. Die Boxen des Lebensmittelkonzerns würden eine "massive Konkurrenz" für Landwirte darstellen.

Kommentare (12)
Kommentieren
KlagenfurterRebe
1
19
Lesenswert?

Keiner hat die Kammer daran gehindert..

selbst ein Projekt auf die Füße zu stellen. Nur braucht's dazu auch ein gewisses "Können" und "Wollen". Und verschlafen scheint man es auch zu haben. In der Zeit wo jetzt herumgejammert wird, hätte schon längst eine Alternative zur "Hausverstand" Box plaziert werden können. Der Konsument ist der Chef und entscheidet wo eingekauft wird und NICHT die Kammer! Alles klar!?

dieRealität2020
5
5
Lesenswert?

Und die jetzigen Handeslunternehmen, zahle neinfach die Preise die Produzente nverlangen? Dümmlicher gehts nicht mehr.

Auch wenn regionale Produkte in den Boxen des Handels angeboten werden, so sehe man die Gefahr, dass Händler von bäuerlichen Lieferanten Niedrigpreise verlangen oder Betriebe gegeneinander ausspielen könnten.
.
Was in den letzten Jahren feststellbar war, kann man nachfragen und nachschlagen, das die Produzenten Selbstvermarkter bei ihren ab Hof Verkäufen und auf den Märkten bei "vergleichbaren" Produkten nicht immer billiger eher manchmal etwas teurer sind. Also so qualitativ und mit einem derartigen Preis Leistungsverhältnis sind nicht alle Produkte vor Ort. Am Teppich bleiben. es gibt auch noch eine freie Marktwirtschaft.

erstdenkendannsprechen
4
7
Lesenswert?

so ein schmarrn - freie marktwirtschaft

bei lebensmitteln bedeutet landwirtschaftsindustrie. wenn sie das wollen - bitte. hat aber seine konsequenzen!

Mezgolits
9
12
Lesenswert?

"Keine Billa-Boxen aufstellen": Kärntner Landwirtschaftskammer

appelliert an Gemeinden - Vielen Dank - ich meine: Die Kärntner Landwirt-
schaftskammer wird ebenfalls demokratische Rechte akzeptieren müssen.

erstdenkendannsprechen
6
6
Lesenswert?

nachdem die landwirte in den letzten jahren

mit anzeigen eingedeckt wurden (die im sand verliefen) - von den konzernen, wollen diese nun den landwirten das geschäft der direktvermarktung nehmen.
jeder kunde, der beim bauern kauft, ist ein kunde weniger beim billa. darum geht es.
und demokratische rechte sind es ja auch, dass ich mir aussuchen kann, wo ich einkaufe - wenn das aber dann den tod der betriebe bedeutet, dann soll ich meine klappe halten und den lm-industriefraß kaufen und essen (und alle konsequenzen dadurch akzeptieren). alle anderen rechte habe ich mit meiner kaufentscheidung verspielt.

Herta Scherling
7
19
Lesenswert?

Bini

Diese Box finde ich sehr gut,da diese berüchtigte Box in einer Gemeinde steht wo fast 10 bis 11 Jahre kein Lebensmittelgeschäft steht.

erstdenkendannsprechen
6
5
Lesenswert?

und warum kann kein lebensmittelgeschäft in diesem ort mehr überleben?

schon einmal darüber nachgedacht?

adidasler
7
14
Lesenswert?

Liebe Fr. Scherling!

Was glauben Sie warum es in den letzten Jahren in "dieser Gemeinde" kein Lebensmittelgeschäft oder wie früher Greißler gegeben hat??

Ich denke, ein gewichtiger Grund könnte sein, dass es sich für die großen wie REWE, SPAR, etc. bisher nicht rentiert hat und die Kleinen aufgrund der Preispolitik der besagten Großen vernichtet wurden! Und jetzt kommen die Verursacher des Problems zurück, weil sie gierig am Trend zum Regionalen mitnaschen wollen, und somit die regionalen Anbieter, Produzenten und Bauern etc. über diese Boxen lockt, aber im Endeffekt diese nur ausnützen und auf kurz oder lang viele Kleine vernichten werden und wenige andere "versklaven" um selbst daraus Profit zu schlagen!! So würde ich das sehen 🤷‍♂️

future4you
3
26
Lesenswert?

Unverständlich,

weshalb unsere Kärntner Bauern sich nicht zusammentun und unter einer Marke und einem einheitlichen Erscheinungsbild ihre Produkte verkaufen. Die „Kärntner Landwirte-Boxen“ könnten alle gleich aussehen. Das würde Planungs- und Anschaffungskosten um ein Vielfaches verringern. Solch eine Koordination wäre doch eine prädestinierte Aufgabe für eine Dachorganisation wie die LWK.
Nur gegen ein kreatives Geschäftsmodell zu wettern ist halt zu wenig.

dude
4
19
Lesenswert?

Ganz genau, Future!

Und diese "Landwirte-Box" könnte perfekt neben der Billa-Box stehen. Das wäre eine Bereicherung für beide und keinesfalls eine Konkurrenz! Wenn der Herr Landwirtschafts-Präsident einmal eine Billa-Box von innen gesehen hätte, würde er bemerken, dass das Sortiment jenem eines Nahversorger-Greißlers ähnelt und nicht jenem eines bäuerlichen Direktvermarkters.
Zahnpasta, Mehl, Salz, Limo, Küchenrolle, Klopapier, Grillkohle...
Gerade jene Produkte, die man schnell einmal vergißt und für die man ansonsten 20 oder mehr km in den nächsten Supermarkt fahren müßte! Völlig umsonst diese Aufregung!

erstdenkendannsprechen
5
4
Lesenswert?

doch, aufregung ist berechtigt.

kein einziger cent bleibt im ort. weder irgendein angestellter noch irgendein produzent profitiert. der umsatz wird abgezogen und fließt in den konzernumsatz ein. unter dem deckmäntelchen "regionale versorgung"

dude
2
6
Lesenswert?

Jedes Wort stimmt, erstdenken....!

Nur ist bis jetzt, z.B. in Mörtschach, wo auch so eine Box steht, ist auch kein einziger Cent im Ort geblieben. Wenn um 18.00 Uhr noch ein Liter Milch abgegangen oder das Klopapier ausgegangen ist, sind die Leute nach Winklern oder Großkirchheim gefahren und haben das Geld dort hin gebracht. Finanziell ist es kein Unterschied, aber so müssen die Leute nicht so weit fahren.
Die Alternative wäre, wenn wieder ein regionaler Geißler aufsperren würde. Aber dies ist unrealistisch!
Ich war einmal in so einer Box. Das Fleisch-, Speck- und Wurstangebot ist dort verschwindend klein. Jemand, der gewohnt ist, seinen Speck beim Bauern zu kaufen, wird dies auch in Zukunft nicht in der Billa-Box tun und die eingeschweißte Supermarktware kaufen!