AccessControl ac = AccessControl.getAccessControl(request);

KlimawandelBrauereien müssen erstmals Gerste importieren

Der Klimawandel wirkt sich stark auf die hitzeanfällige Sommerbraugerste aus. Ein Versorgungsengpass ist die Folge.

© APA/BARBARA GINDL
 

Der Klimawandel und die zunehmende Hitze macht der heimischen Sommerbraugerste zu schaffen: Sie verträgt die Hitze nicht. Vier Fünftel der heimischen Sommergerste stammt aus Niederösterreich. Doch zum ersten Mal reichte im Vorjahr die Ernte nicht aus, um den Inlandsbedarf an Malz zu decken. Malz, zu dem die Gerste verarbeitet wird, ist jedoch ein wesentlicher Bestandteil, um Bier zu produzieren.

„Den Bedarf von 20.000 Tonnen konnte Österreich nicht mehr decken“, sagt Andreas Urban, Präsident des Bundes der österreichischen Braumeister und Brautechniker sowie Braumeister in der Brauerei Schwechat. Viele heimische Brauereien mussten daher Braugerste aus dem Ausland importieren, unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Tschechien und der Slowakei.

Wie Zahlen der Agrarmarkt Austria (AMA) zeigen, ging die Anbaufläche der Sommergerste in Niederösterreich in den vergangenen Jahren zurück. Wurde die Sommergerste im Jahr 2006 noch auf 98.471 Hektar Fläche angebaut, beträgt die Anbaufläche in Niederösterreich heuer nur noch 29.990 Hektar. Auch österreichweit erreichte die Sommergerstenfläche ein historisches Tief. Nach einem Minus von knapp 11.000 Hektar gegenüber dem Vorjahr beträgt die Anbaufläche heuer nur noch 35.673 Hektar.

Auch die Erträge pro Hektar gingen zurück. Laut AMA betrugen die Hektarerträge im Vorjahr 3400 Kilogramm und fielen damit deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor. Dazu kommt, dass sich durch die Trockenheit der Eiweißgehalt in der Sommergerste erhöht. Je höher der Eiweißgehalt ausfällt, desto schlechter ist jedoch die Brauqualität.

Landwirtschaft setzt auf Wintergerste

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzen viele Brauereien nun verstärkt auf Wintergerste. Die Anbaufläche der Wintergerste ist im Gegensatz zur Sommergerste zuletzt stetig gestiegen. Im Vorjahr wurde mit 101.567 Hektar ein neuer Flächenrekord erzielt. „Die Wintergerste hat insofern Vorteile, dass sie schon im Oktober angebaut wird, über den Winter Feuchtigkeit aufnimmt – quasi als Feuchtigkeitsdepot – und davon zehren kann. Damit ist sie weniger empfindlich gegenüber Trockenheit und dem Klimawandel in Österreich und auch in Europa“, so Urban.

Was die Ernteerträge bei der Sommergerste im heurigen Jahr betrifft, so dürfte der viele Regen im Mai noch einmal geholfen haben, die Qualität der Gerste zu fördern. Laut AMA fielen die Ernteerträge mit 4.600 Kilogramm pro Hektar deutlich höher aus als 2018. Durch den Rückgang bei der Anbaufläche dürfte die Produktionsmenge aber auf einem Tiefstand bleiben. Nach 160.000 Tonnen im schwachen Vorjahr ist die Menge heuer mit 164.000 Tonnen nur geringfügig höher.

Kommentare (1)

Kommentieren
frogschi
0
0
Lesenswert?

Rechne ich falsch?

Die Anbaufläche ist gegenüber dem Vorjahr um 1 Viertel kleiner geworden und der Ertrag ist gestiegen. Wo sind da die Einbrüche durch den Klimawandel?

Antworten