ChatGPT: Ein allwissender Bot

Hauptverantwortlich für den aktuellen KI-Boom ist der Chatbot ChatGPT. Ob seiner einfachen Handhabung und erstaunlichen Antwortqualität machte er das Thema KI angreifbar. Mittlerweile allerdings auch im doppelten Wortsinne. Denn so beeindruckend, plausibel und menschlich sich die Antworten des Chatbots auf allerlei Fragen lesen, so fehlerhaft sind sie, wie Tausende Beispiele zeigen. Ein gefährliches Gemisch, weswegen etwa Schulen in New York entschieden, die Nutzung von ChatGPT zu verbieten. Zugleich verweisen viele Experten auf dessen Potenzial. In Bayern entwickeln 15 Modellschulen pädagogische Konzepte, bei denen explizit auf KI gesetzt wird.

ChatGPT zeigt, wozu KI heute bereits fähig ist
ChatGPT zeigt, wozu KI heute bereits fähig ist
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Vall-E: Der Stimmimitator

Nur drei Sekunden einer menschlichen Stimme reichen Vall-E aus, um ein kaum unterscheidbares Imitat zu erzeugen. Selbst Emotionen kann das mit 60.000 Stunden Audiodateien trainierte KI-Modell aus dem Hause Microsoft nachbauen. Mit der steigenden Popularität wurde in den vergangenen Tagen auch das Missbrauchspotenzial der Technologie Gesprächsthema. Reden von Politikerinnen und Politiker könnten etwa im Nachhinein einfach verändert werden. Microsoft entschied deswegen, den Code von Vall-E nicht zu veröffentlichen. Zudem wird an einer Software getüftelt, die erkennt, ob es sich um eine Originalstimme oder eine Kopie handle. Für Audio-Aufsehen sorgt gerade auch Apple. Und zwar, indem es Hörbücher von einer KI einlesen lässt. Einmal als Sopran, einmal als Bariton.

Stimme & KI: mächtiges Doppel
Stimme & KI: mächtiges Doppel
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Dall-E, Midjourney, Muse: Künstliche Kunst

Im Windschatten von ChatGPT rückte in den letzten Wochen auch eine weitere Anwendung von OpenAI ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Auch bei Dall-E ist die Nutzung großteils kostenlos möglich. Was das auf KI basierende Programm auszeichnet? Eine Text-zu-Bild-Software, die in Sekundenschnelle aus Beschreibungen Bilder generiert. Ebenfalls rasch an Bekanntheit gewinnt der Bildgenerator des gleichnamigen Unternehmens Midjourney. Mit Muse verspricht auch Google, hochwertige Bilder aus Text zu erzeugen. Und zwar besonders schnell. Die Generierungszeit pro Bild betrage 1,3 Sekunden. Im Gegenzug zu Dall-E oder Midjourney ist Googles KI-Anwendung aber noch nicht öffentlich zugänglich.

Hauptkritikpunkt an der Technologie? Sie sei Wegbereiter für Fälschungen im großen Stil. Experten plädieren für eine Kennzeichnungspflicht von KI-Bildern.

Eine Grafik, die Midjourney aus Text kreierte
Eine Grafik, die Midjourney aus Text kreierte
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DoNotPay: KI auf der Anklagebank

Im Februar steht eine bemerkenswerte Premiere an. Erstmals greift ein Angeklagter vor Gericht auf eine künstliche Intelligenz als "Verteidigerin" zurück. Gericht und exaktes Delikt – jedenfalls geht es um ein Verkehrsvergehen – will das Unternehmen hinter dem "Rechts"-Bot bewusst nicht nennen. Lieber spricht Joshua Browder, CEO von DoNotPay, über die Funktionalität seiner Anwendung. Diese lauscht den Argumenten vor Gericht, formuliert in Echtzeit Antwortmöglichkeiten für den Angeklagten und teilt diese per Kopfhörer mit. Geht der Rechtsstreit verloren, will DoNotPay übrigens sämtliche anfallenden Kosten übernehmen.

Bots können künftig auch vor Gericht assistieren
Bots können künftig auch vor Gericht assistieren
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