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"Akt unfassbarer Arroganz"EU-Parlamentsanhörung: Fehlen von Amazon sorgt für Wirbel

Für Fernbleiben bei einer öffentlichen Anhörung im Europaparlament erntet Onlineriese Amazon harsche Kritik. Gewerkschaft Verdi wirft Amazon Überwachung von Mitarbeitern vor.

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© (c) AFP (RONNY HARTMANN)
 

Der sozialpolitische Sprecher der christdemokratischen EVP-Fraktion im Europaparlament, Dennis Radtke, hat den Onlinehändler Amazon scharf für sein Fernbleiben bei einer öffentlichen Anhörung im Europaparlament kritisiert. "Dass Herr Bezos unsere Einladung ignoriert und nicht einmal einen Vertreter entsendet, ist ein Akt unfassbarer Arroganz und eine Missachtung von demokratischen Institutionen", sagte der Politiker am Donnerstag in Richtung des Firmengründers Jeff Bezos.

In der Anhörung wollten sich die Parlamentarier ein eigenes Bild davon machen, inwiefern kritische Medienberichte über die Überwachung von Arbeitern bei Amazon zutreffen und ob Praktiken des Konzerns eventuell arbeitsrechtswidrig seien. Zu Beginn der Anhörung hieß es, Amazon habe angekündigt, nach der Anhörung schriftlich auf eingereichte Fragen zu reagieren. Die Arbeitsbedingungen bei Amazon waren zuletzt immer wieder in die Schlagzeilen geraten.

"Aggressive Strategie innerbetrieblicher Kontrolle"

Die deutsche Gewerkschaft Verdi hat dem weltgrößten Onlinehändler die Überwachung seiner Mitarbeiter in Europa vorgeworfen. "Die Betriebspolitik bei Amazon ist gekennzeichnet durch eine aggressive Strategie innerbetrieblicher Kontrolle, die immer wieder auch Profiling und Datenschutzverstöße beinhaltet", sagte der für den Einzel- und Versandhandel zuständige Gewerkschafter Orhan Akman anlässlich der Anhörung im Europäischen Parlament zu den Praktiken des US-Konzerns.

Amazon-Beschäftigte in Deutschland klagten, dass jeder ihrer Schritte festgehalten wird. "Durch den Einsatz von Kameras, Mikrofonen und Scannern werden die Beschäftigten zu gläsernen Menschen. Das macht enormen psychischen Druck und vor allem krank", sagte Akman. Amazon war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Verdi und der US-Konzern liegen bereits seit Jahren wegen Tarifstreitigkeiten über Kreuz.

Ein Amazon-Sprecher sagt zu dem Vorfall: „Wir respektieren das Recht unserer Mitarbeiter:innen, einer Gewerkschaft oder einer anderen rechtmäßigen Organisation ihrer Wahl beizutreten oder auch nicht beizutreten -  ohne Angst vor Repressalien, Einschüchterung oder Belästigung. Seitens Amazon legen wir großen Wert auf einen stetigen Dialog mit jedem Mitarbeiter:in und arbeiten daran, dass das direkte und konstruktive Miteinander mit unseren Beschäftigten ein fester Bestandteil unserer Arbeitskultur ist. Tatsache ist, dass wir bereits eine exzellente Bezahlung, exzellente Zusatzleistungen und exzellente Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung bieten, und das alles in einer sicheren, modernen Arbeitsumgebung.“

Kommentare (5)
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argus13
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Wen

wundert es, wenn Amazon auf EU Parlament pfeift, den die überbezahlten Abgeordneten sind oft zu 2/3 absent, also werden für Nichstun bezahlt, wenn sie bei den wenigen Sitzungen nicht anwesend sind! Warum meldet sich nicht der höchst wichtige 14.Vize Karas zu Wort? Amazon konnte nur so groß werden weil meist Jungendliche online bestellen- ist easy. Demonstrieren für Klimaschutz, bedenken aber nicht, dass sie damit klimaschädliche Aktionen auslösen- z.B. Dieseltransporter liefern mehr denn je! Bezos scheffelt Mio$ damit er seine Scheidung bezahlen kann. KEINE Online Bestellungen mehr bei Amazon wäre ein richtiger Schritt.

legosteinchen
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Komisch

Aber mit den sogenanten Grünen Pass will die EU ja das gleiche mit uns machen. Da ist es egal?

heri13
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Der kurz will mit seiner israelischen Vision ,desgleichen.

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Hapi67
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Jahrelang nur zuschauen

und dann wundern, dass sich die Marktriesen elegant zurücklehnen und Vereine wie die EU öffentlich blamieren oder ungeliebte Politiker einfach aus Foren sperren und damit indirekt Politik machen bzw. verhindern.

Schöne neue Welt regiert und gestaltet von IT-Riesen, den verbliebenen Rest dürfen wohlgesonnene Politiker verwalten.

Vielen Dank

niederlh
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Marktriesen

konnten sie aber nur werden durch die vielen Kunden die dort bestellen, also liegts nicht nur am Zuschauen der Politik.