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Kosten liegen bei 627.000 Euro Händler-Plattform "Kaufhaus Österreich" gestartet: Heftige Kritik

1000 heimische Online-Händler sind im "Kaufhaus" bereits gelistet, bis Mitte 2021 "einige Tausend" als Ziel. Kauf findet aber auf externen Web-Shops statt, was für viel Kritik sorgt. Die Kosten sollen bei 627.000 Euro liegen.

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer
Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck, Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer © WKÖ/Nadine Studeny
 

Das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer starten im Kampf gegen Amazon & Co. die Website www.kaufhaus-oesterreich.at

„Es ist keine Kopie von Amazon, es ist auch nicht unser Ziel“, ließ Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wissen und spricht von einem „österreichischen Eck im Internet“. Ebenso wie Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer bemühte die Ministerin dabei den Ausdruck der „Meta-Plattform“ als Idee hinter dem digitalen Kaufhaus. Man könne dort zwar keine Produkte direkt kaufen, wolle aber alle Händler im Land zentral und digital sichtbar machen. Schon jetzt seien 1000 gelistet, bis Mitte 2021 sollen „einige Tausend Händler“ an Bord sein.

Wirtschaftsministerium und WKÖ haben die Ziele des "Kaufhaus Österreich" in einer Charta festgehalten. Darin bekennen sich die Partner und Unterstützer von "Kaufhaus Österreich" zum Ausbau von E-Commerce in Österreich, gezielter Mobilisierung von Betrieben für E-Commerce, Unterstützung und Beratung von Betrieben rund um E-Commerce sowie die Verbesserung der Rahmenbedingungen für E-Commerce in Österreich.

Plattform erntet massive Kritik

Auf wenig Begeisterung stößt die Initiative bei den Nutzern des Netzwerks Twitter oder bei der Opposition. Das Kaufhaus drohe „genauso wie vorherige nationale E-Commerce-Plattformen zu scheitern“, sagt Neos-Wirtschaftssprecher Sepp Schellhorn. Die Kritik: Viele kleine und mittlere Unternehmen könnten sich keinen eigenen Webshop leisten. Infolge dessen könnte man einen solchen auch nicht listen.

Gleichzeitig kündigten SPÖ, FPÖ und NEOS parlamentarische Anfragen an. Von Interesse sind dabei vor allem die entstandenen Kosten. "So an den Nutzern vorbeizuproduzieren, das muss einem einmal einfallen", sagte SPÖ-Kultursprecher Thomas Drozda am Dienstag zur APA. FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer sprach in einer Aussendung von einem "blamablen Online-Shopping-Portal, das Amazon & Co wohl nicht ins Schwitzen bringen wird". 

Ministerium will an Nutzerfreundlichkeit arbeiten

Klar ist: Das virtuelle Kaufhaus wurde vom staatlichen Bundesrechenzentrum "mit Partnern" (Wirtschaftsministerin Schramböck) programmiert, Medieninhaber der Internetpräsenz sind das Wirtschaftsministerium und die Wirtschaftskammer, die Internet-Domain gehört dem Wirtschaftsministerium. Für den Betrieb der Website ist die Wirtschaftskammer zuständig, hieß es am Montag bei der Präsentation. Mittlerweile ist das aber anscheinend wieder strittig. Die Wirtschaftskammer betont nun jedenfalls, dass Gespräche über den Betrieb erst laufen. 

Laut Ministerium kostete das Portal in Summe jedenfalls 627.000 Euro. Die Abwicklung sei über bestehende Rahmenverträge erfolgt. Die Website sei ins Leben gerufen worden, um den österreichischen Handel gerade in Zeiten des Lockdowns zu unterstützen, so die Wirtschaftskammer. An der Nutzerfreundlichkeit werde gearbeitet.

Das scheint notwendig. Den Praxistest besteht das Online-Händler-Verzeichnis derzeit nämlich noch nicht, zeigen viele Tests. Wer beispielsweise auf der Seite nach "Schuhen" sucht, dem werden ein Tischtennis-Shop oder  eine Bergbauern-Seite als erste Präferenzen angezeigt, Fahrräder bekommt man als Wiener Interessent trotz einer Begrenzung auf einen 50-Kilometer-Umkreis vorwiegend in Salzburg und Vorarlberg angeboten.

Wer in der Suchmaske das Wort "TV-Gerät" eingibt, wird zielsicher auf einen Anbieter für Grillsysteme hingeführt, eine Suchanfrage nach "Spielzeug" wiederum führe den Kunden zu "Bio-Hundezubehör aus Naturmaterialien". Über die Website gelangt man auch zu Seiten von Unternehmen, die den Kunden erst Recht auf den Marktplatz von Amazon umleiten - genau das wollten die Initiatoren eigentlich vermeiden.

Streit um Barrierefreiheit

Kritik erntete das Portal am Dienstag auch, weil seit Oktober Websites von öffentlichen Stellen eigentlich barrierefrei sein sollten. "Es gibt noch Übergangsregelungen - etwa für Gemeinden - aber man sollte sich von einer Institution wie der Wirtschaftskammer eigentlich erwarten, dass sie zumindest Mindeststandards einhält", sagte der Salzburger Georg Wimmer, Experte für "leicht verständliche Sprache", zur APA.

Die Inhalte einer Website müssten demnach etwa für Menschen mit Behinderungen, mit Lernschwierigkeiten oder mit geringem Bildungsniveau "verstehbar" sein. Tatsächlich stehe bei "Kaufhaus Österreich" unter dem Menüpunkt "Barrierefreiheit": "Das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort ist bemüht, ihre Websites und mobilen Anwendungen im Einklang mit dem Bundesgesetz über den barrierefreien Zugang zu Websites und mobilen Anwendungen des Bundes (...) barrierefrei zugänglich zu machen." "Geht es noch schlechter?", fragt Wimmer.  "Sie schreiben, dass sie Dinge selbst noch nicht einhalten und man fragt sich: Warum nicht?" Es gehe dabei auch um einfache technische Lösungen, die heute Standards seien - etwa um die Möglichkeit, Schriftgrößen oder Kontraste zu erhöhen. "Eine von der Regierung beauftrage Agentur müsste das eigentlich können."

Kommentare (65)
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satiricus
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Diese Linksammlung kostet sagenhafte 700.000,- Euro (nicht Forint)

Um dieses Geld bekommt man 2 Super-Einfamilienhäuser!!!
Und das alles wird von Schramböck & Mahrer auch noch als großartiger Erfolg verkauft.
Irgendwie erinnert mich alles an die seinerzeitige Homepage vom Karl-Heinz Kassa, die hat ja (angeblich) auch +200.000,- Euro gekostet.......

tupper10
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Wer bitte hat sich für eine solch stümperhaft Arbeit...

... da eine goldene Nase verdient? Und die Schramböck und der Mahrer checken nicht einmal, dass das ein total unbraubarer Schmarrn und höchstens ein paar hundert Euro wert ist?

Ochkatzlschwof
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Kompressor

Ich hab einen vergleich gestartet über einen Kompressor der gleich ist bei "Kaufhaus Österreich" um 50 € teurer als wie bei einem Großhändler in meiner Nähe.

Mein Graz
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@Ochkatzlschwof

Da kannst ja froh sein, dass du bis zum Anbieter gekommen bist. Ich bin mehrere Male hängen geblieben, es gab noch gar keinen Online-Verkauf der genannten Firmen!

Lodengrün
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Sich schon mit der Site beschäftigt

wer da ad hoc etwas findet, soll bitte aufzeigen. Wollen die damit mit den Giganten tatsächlich in Konkurrenz treten?

AloisSteindl
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Besonders perfid

Die wollen Amazon und Co so zum Lachen bringen, dass sie daran ersticken.

Besser hätte ich ja gefunden, wenn das Projekt von Josef Pröll und Mahrer präsentiert worden wäre, hätte optisch und auch inhaltlich an Stan und Olley erinnert.

tupper10
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Omg

Das ist ja nur eine Linksammlung!
Möchte nicht wissen, wie viel Geld die für diesen Schmarrn ausgegeben haben.
Die Suchfunktion ist grausam programmiert. Habe "Bücher" gesucht, und empfohlen wurde mir eine Aufzuchtfarm für Alpakas...

Mein Graz
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@tupper10

Die Angaben schwanken zwischen 670.000 und 700.000 €, von Ministerium und Wirtschaftskammer.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

tupper10
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Lol

Sowas stellt die EDV-Firma nebenan um ein paar hundert Euro hin. Minimaler Aufwand für die Datenbank, die Putzfrau hat die Suchmaschine gemacht und der Portier das wie aus den 1990er Jahren aussehende Frontend. Billiger geht's kaum.

AloisSteindl
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Das entspricht den Strukturen der Arbeitswelt

Ganz unten hackeln die Niedriglohnsklaven und produzieren entsprechende Ware. Das meiste Geld fließt in den höheren Etagen, je höher, deste mehr. Und da ja Mahrer so ein Tausendsassa ist, wird er wohl an einigen Stellen mitgeschnitten haben.

carpe diem
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Ich bestelle grundsätzlich nicht mehr bei Amazon.

ABER Kaufhaus Österreich ist KEINE Hilfe, und leider braucht man für österreichische Händler- sie haben wohl die letzten 10 Jahre verschlafen - bis auf wenige Ausnahmen wirklich viel Geduld. TROTZDEM sollte man das Geld (und in weiterer Folge ja auch Steuergeld) in Österreich lassen, wir werden es bei der Bewältigung der Krise dringend brauchen.

CIAO
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Man muss auch

Mitglied der Wirtschaftskammer sein....
es werden also bestimmt wieder mehr es bei Amazon oder Ebay u.a. versuchen dort zu Ver - oder kaufen

pescador
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"Kaufhaus Österreich"


Warum ist es mit gebündelten Kräften in Europa nicht möglich einen ernst zu nehmenden Gegenspieler zu Amazon ins Leben zu rufen. Das müsste sogar in Österreich, mit finanzieller Unterstützung durch den Bund, möglich sein. Das "Kaufhaus Österreich" ist leider nicht einmal ein Ansatz dazu. In Wirklichkeit ist es nur eine Auflistung von x Onlineshops in der man sofort die Übersicht verliert.

RonaldMessics
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wieso macht...

...dies nicht ein europäischer Milliardär??? Das muss die Frage sein. Weil sie wissen, gegen Amazon ist es zu spät, es sei den, es gibt auf den Onlinekauf generell saftige Steuern, aber so hohe, dass sich der regionale Einkauf für den Konsumenten wieder lohnt.

HASENADI
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Die gäb's auch in Österreich,

aber die wollen nur für Türkis liefern (sark.)

RonaldMessics
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Glaube ich nicht

Mateschitz oder Haselsteiner laufen keinen Türkisen nach.

HASENADI
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Mateschitz und Haselsteiner,

sind mit dem Erreichten schon zufrieden? 😉

mobile49
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falls wir ins zeitalter der rohrpost zurück sind ,

dann handelt sich` s hier um einen "rohrkrepierer"

ironie off

bond007
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Typisch...

Österreich

soge
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Das ist TÜRKIS

1. Ankündigen
2. Organisieren
3. Ausführen, egal welche Kosten und Nutzen es bringt.
4. Schuldige suchen.

Sezession
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Wie die mit Handy in der Straßenbahn zahlen

Wer schon einmal in Graz in Bus oder Bim mit der Handy-App zahlen wollte, hat schon einmal einen Vorgeschmack auf "Kaufhaus Österreich" bekommen. Jeder private Softwareanbieter wäre mit so einem Mist schon längst Pleite.

Mein Graz
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@Sezession

Naja, ich hab schon mit dem Handy bezahlt, das hat zumindest funktioniert: ich hab mir kein Ticket für Wien oder Linz gekauft. 😂

Allerdings: wenn ich in anderen Städten übers Handy für Öffis zahle hab ich oft einen günstigeren Preis. In Graz nicht!

LuisGolf
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Kritik

Immer nur kritisieren, das ist ein Armutszeugnis für Österreich!

HASENADI
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Luis

die ÖVP hofft vielleicht noch, dass der Parteislogan anhält "Hände falten, Goschn halten" 🤔

Mein Graz
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@LuisGolf

Es ist wohl eher ein Armutszeugnis, dass ein Ministerium gemeinsam mit der Wirtschaftskammer nix besseres zusammen bringt.

Find ganz schnell einmal 5 positive Dinge bei der Nutzung dieser Seite, dann könnma noch mal drüber reden.

rouge
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Armutszeugnis.

Also dieses Portal oder was immer das sein soll, nicht zu kritisieren, wäre fahrlässig!
Die Suche ist antiquarisch und fehlerhaft.
Ich glaube nicht, dass dem heimischen Handel damit sehr geholfen ist.

fastlife
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„Es ist keine Kopie von Amazon, es ist auch nicht unser Ziel“, ließ Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck wissen

Ja Danke das hab ich auch scho bemerkt!

Leider muss man, um wirklich regional verkaufen zu können, die Produkte SO EINFACH und SCHNELL wie möglich FINDEN und BESTELLEN können!
Es tut mir leid aber es interessiert heutzutage einfach niemanden sich ewigkeiten durch die Seite(n) klicken zu müssen um dann mit einer Adresse des Händlers vertröstet zu werden. Falls er gewünschte Artikel überhaupt im Sortiment ist...

Is schon echt erbärmlich was die da auf die Beine gestellt haben.
Optisch auch nicht wirklich ansprechend die Seite.

Mein Graz
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@fastlife

Und falls es den Shop des Händlers überhaupt schon gibt!

Mein Graz
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Unglaublich mies gemachte Seite!

Trotz Einschränkung auf Kilometer (20) und Wahl des Ortes (Graz) wurden mir Ergebnisse in Wien und Innsbruck gelistet.
Sucht man etwa nach Lebensmittel in Graz kommt man zu einem Händler für Grillsysteme in Kematen.

Immer wieder muss ich feststellen, dass viele in Österreich anscheinend unfähig sind, eine funktionierende Internet-Präsenz zu schaffen.
Wie man sieht kann das nicht einmal das Wirtschaftsministerium gemeinsam mit der WKÖ.

sistra
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Amazon zeigt wie es zur vollsten Zufriedenheit der Kunden funktioniert!

Anstatt das Kaufhaus Österreich ähnlich wie Amazon aufzubauen wird der Onlinekunde auf voller Länge enttäuscht. So treibt man die Onlinekunden ja direkt in die Arme von Amazon!
So wird das nichts! Bitte liebe Verantwortungsträger baut eine gute Onlineplattform für Österreich und orientiert euch dabei am Besten!

scionescio
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Für so einen Schwachsinn Steuergeld zu verbrennen, schafft auch nur eine türkise Ministerin - schön langsam frage ich mich, was bei den Türkisen die Kriterien sind, um Mnister werden zu können ... vor allem, wenn auch eine Köstinger und Tanner, diese Kriterien erfüllt haben!

Soweit ich weiß, können auch österreichische Händler auf Amazon anbieten - warum tun sie es nicht?

einmischer
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scionescio

Tja, wir haben das zweifelhafte Privileg unter der dümmsten und mediengeilsten Politikergeneration, dazu zählt auch die Opposition, seit Kriegsende leben zu dürfen.
Die feinen Roten in Wien garnieren das Baugerüst der schönen Rathausfassade mit einer Werbung vom altösterreichischen Onlineriesen Zalando.
Mein Vorschlag: Erst diesen Mist entfernen und dann, begleitet von seriösen Ideen und Vorschlägen, auf die Regierung einhauen. Aber kräftig.

HASENADI
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einmischer,

Zalando wird sich das was kosten lassen...oder ist Werbung das Privileg der ÖVP?

rouge
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Themenverfehlung, setzen!

@einmischer: Haben Sie auch was zu diesem Online-Portal zu sagen?
Wenn nicht, sind’s einfach still.

einmischer
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rouge

Sorry, Sie haben natürlich recht.
Mir geht nur dieses Dauerhickhack schon so wo hin.
Im Grunde genommen kann alles nur funktionieren, wenn Herr und Frau Österreicher mitspielen.
Sei es beim Konsumverhalten oder dem EInhalten der Coronaregeln.

Pollheim
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@einmischer

Der kleine aber feien Unterschied liegt aber daran, dass die Stadt Wien durch die Vermietung von Werbefläche an Zalando, Geld einnimmt. Mahrer und Schramböck aber nur sinnlos Geld ausgeben.

sistra
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Bitte nehmt euch

Ich habe Kaufhaus Österreich ausprobiert. Es war eine Entäuschung

sistra
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Bitte nehmt euch

Ich habe Kaufhaus Österreich ausprobiert. Es war eine Entäuschung

sistra
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Bitte nehmt euch

Ich habe Kaufhaus Österreich ausprobiert. Es war eine Entäuschung

tannenbaum
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Gut,

zu sehen, dass für diese zwei Helden die Coronaregeln nicht gelten!

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