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OberösterreichDer nächste Schock: Luftfahrtzulieferer FACC baut 650 Stellen ab

Jetzt ist es fix: FACC informierte Belegschaft über Stellenabbau - 650 Jobs werden gestrichen.

OBERÖSTERREICH: BELEGSCHAFTSINFO FACC ZUM SOZIAPLAN UND BEABSICHTIGTEN STELLENABBAU
OBERÖSTERREICH: BELEGSCHAFTSINFO FACC ZUM SOZIAPLAN UND BEABSICHTIGTEN STELLENABBAU © (c) APA/DANIEL SCHARINGER (DANIEL SCHARINGER)
 

Der Luftfahrtzulieferer FACC reduziert seine Belegschaft in Österreich drastisch von rund 3400 auf 2700. Den anfangs mitgeteilten Stellenabbau von 700 korrigierte das Unternehmen Freitagmittag auf 650 von einer Kündigung betroffene Mitarbeiter. CEO Robert Machtlinger hat in Betriebsversammlungen die Mitarbeiter informiert. Mit den Gewerkschaften GPA-djp und GBH wurde ein Sozialplan ausverhandelt.

Die durch die Pandemie in der Luftfahrtbranche ausgelöste Krise habe FACC stark unter Druck gesetzt. So hat der Flugzeugzulieferer das erste Halbjahr mit einem Umsatzeinbruch um mehr als ein Viertel und einem Verlust von 41 Mio. Euro abgeschlossen. Seit Ende März herrscht Kurzarbeit, die Ende September ausläuft.

"Unumgänglich"

Aufgrund neuer Daten würden nun Langzeitprognosen zur Entwicklung der Luftfahrtzeug-Branche vorliegen. "Die Erholung wird langsam voranschreiten und vier bis fünf Jahre in Anspruch nehmen, daher müssten 650 Mitarbeitern gekündigt werden, begründete Machtlinger die Reduzierung in der coronabedingt blockweise abgehaltenen Betriebsversammlung als unumgänglich. Daran hätten auch die Bemühungen in den letzten Monaten, "ausgelagerte Produkte in die Eigenfertigung zu integrieren, das Produktportfolio durch vertikale Integration zu erweitern und damit rund 150 Arbeitsplätze am Standort neu zu schaffen", nichts geändert. "Uns ist bewusst, dass dieser Eingriff für alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen, aber auch für das Unternehmen schmerzhaft ist".

Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertreten sei ein Sozialplan ausgearbeitet worden. "In den kommenden Tagen werden wir Einzelgespräche mit den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen. Der erarbeitete Sozialplan hat das Ziel, die negativen Folgen abzufedern und bestmöglich Unterstützung zu geben", meinten die Vertreter der Gewerkschaften Christian Burger (GBH) und Wolfgang Gerstmayer (GPA-djp) in der Betriebsversammlung.

Das FACC Management geht davon aus, dass mit 2700 Mitarbeitern und einer soliden Eigenkapitalquote von rund 40 Prozent das Unternehmen in Ried für die Zukunft "sehr gut aufgestellt" sei.

Land Oberösterreich will helfen

Als "schweren Schlag" für Mitarbeiter und das Innviertel haben Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer und Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (beide ÖVP) die Kündigung der 650 FACC-Beschäftigten bedauert. Zugleich setzen sie "Hoffnung auf die Aufnahmefähigkeit des Arbeitsmarktes". So hatte erst am Donnerstag der KTM-Motorradhersteller in Mattighofen mitgeteilt, 200 Mitarbeitern zu suchen.

Insgesamt gebe es im Innviertel "aktuell fast 3000 offene Stellen", teilten Stelzer und Achleitner in einer gemeinsamen Presseaussendung Freitagmittag mit. Darüber hinaus stehe das Land Oberösterreich aber auch zur Hilfe für die betroffenen FACC-Beschäftigten bereit. Eine Möglichkeit, um die gekündigten Mitarbeiter zu unterstützen, wäre eine Stiftungslösung, so der Wirtschaftslandesrat. Mit dem 'Oberösterreich-Paket' zur Bewältigung der Corona-Krise habe das Land die finanziellen Voraussetzungen dafür geschaffen, um in Fällen wie diesen rasch helfen zu können", meinten Landeshauptmann und Landesrat.

 

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Danke für Ihr Verständnis.

lieschenmueller
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Wirklich ein Schock und eine Katastrophe für die Betroffenen, weil wohin im Moment

Wenn in den Betrieben, die es ohnehin schwer haben, weil dieser Gupf* in den USA ihnen auf hochwertige Produkte (wo sie daheim auf dem Stand Jahrzehnte zurück sind) hohe Zölle drauf haut plus Corona als Mühlstein, dennoch der "Rest" in Beschäftigung bleiben kann, wäre schon viel gewonnen.

*Und sogar jetzt gibt es noch Politiker, die diese Unperson hofieren

Zapfenstreich
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Frage an haraldk1969 und fans61

Welchen Einfluß hat eine Regierung auf den redzierten Bedarf an Zulieferteilen in der Luftfahrtindustrie?
Bei manchen ist das Schimpfen auf die Regierung anscheinend eine Art Sport.
Lasst euch wählen und macht es anschließend besser, die Bevölkerung wird es euch danken.

haraldk1969
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Ganz einfach von der Regierung kommen keine Hilfen

Ganz einfach von der Regierung kommen keine Hilfen .
Seit der Krise bekommen Firmen kein Geld vom Staat, und wenn nur in so kleinen Beträgen das kein Überleben möglich ist.
Aber was schon gemacht wird ist Angstmacherei an das Volk.
Keine Frage das der Virus gefährlich ist, aber nur die große Klappe haben und den Volk Hilfe versprechen geht auch nicht.

haraldk1969
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Können sich alle bei der Regierung bedanken

Können sich alle bei der Regierung bedanken.
Hoffendlich erkennen die Leute welchen Sche....sie gewählt haben.
In ein paar Monaten gibt es sicher mehr arbeitslose ( für Jahre )als kranke .

melahide
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Gerade

die Luftfahrt ist eine Branche, die viel zu aktiv war. Die ganzen "Verbrennungstechnologien" müssen zum Wohle des Klima´s eingestampft werden. Leider haben die Konzerne aber beschlossen, die "alternativen" Antriebe nicht in Europa zu entwickeln, sondern die ganzen Rohstoffe aus Afrika und Südamerika zu importieren und die Produktion nach China auszulagern.

Europa hat einfach alles verschlafen.

petera
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Wissen Sie was Sie schreiben?

Hat die Regierung alle Luftlinien der Welt gezwungen keine Flugzeuge mehr zu kaufen?

fans61
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Danke liebe ÖVP/GRÜNEN-Bundesregierung für euren unermüdlichen

Einsatz.

petera
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Warum?

Wenn international fast nicht mehr geflogen wird, gibt es nichts zu verkaufen. Was hat das mit der Regierung zu tun?

scionescio
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Leider nicht das Ende sondern mehr der Beginn einer Reihe von ähnlichen Entscheidungen ...

... die Auswirkungen des unnötigen Lockdowns zeigen sich erst nach und nach mit voller Härte!

petera
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Es wird nicht mehr geflogen

da alle Regierungen der Welt aktuell gegen die unkontrollierte Ausbreitung von Corona Reisewarnungen ausgeben.

Diese Entscheidung trifft nicht nur Österreich, sondern alle Staaten. Glauben Sie das alle absichtlich die Volkswirtschaften schädigen wollen.

Der "Feind" ist unsichtbar und heißt Corona.

melahide
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Der

Lockdown hat nur die Schwächen eines kaputten Systems offengelegt. Natürlich ist es für jeden betroffenen tragisch (das wäre es für die zu erwartenden Krankheits- und Todesfälle auch gewesen) - aber an einem Systemwandel führt kein Weg mehr vorbei!

Infrastrukturell wichtige Produkte müssen in staatliche Hand (also in staatliches Eigentum, dass Vorstände/Geschäftsführer nach Parteibuch besetzt werden brauch ich nicht, können ruhig Private Firmen mit Lizenz "ausführen"), Steuersystem umbauen, mehr mit kleinen Unternehmen regional produzieren - unabhängig machen. Wir haben so vieles in der eignen Hand das wir nicht fördern ... mehr anbauen und regional kaufen, mehr Menschen für die Pflege, mehr Lehrer, mehr in den Energiewandel, Forschung, Technik was weiß ich ...

lieschenmueller
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Was war kaputt, wenn sich ein sehr kleines, exportorientiertes Land

in der "großen Welt" erfolgreich war?

Alle sollen gefälligst heimisch kaufen, aber etliche Bäuerlein schrien, wenn der umgekehrte Weg auch nur eine Zeitlang für sie erschwert war. Und wer erntet das mehr Angebaute? Ein Kerzerl können wir schon jetzt anzünden, dass sich Arbeiter aus dem Ausland das noch antun bei der Bezahlung.

Was wollen Sie den rein für Österreich erzeugen in der Industrie? Bis zum letzten kleinen Schrauberl alles selbst? Wird man sich leichter vorstellen als es ist. Und wenn zum Beispiel nur DAS fehlt, kommt der Produzent vom Produkt XY eine Zeitlang schon nicht weiter. Hatten wir persönlich z.B. bei einem Boxspringbett.

In die Pflege gehen zum Glück etliche, die ihren Arbeitsplatz verlieren, im Zuge einer Umschulung zu Pflegehelfern etc. Dazu muss man aber absolut geeignet sein und ist nichts, das man macht, "nur um Arbeit zu haben". Funktioniert dann eh nicht. Und gibt es einen Lehrermangel?

Balrog206
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Lieschen

Ich befürchte das dies erst der Anfang ist ! Mal wird erst sehen wie es bei den Autobauern usw die tsd Beschäftigte haben weitergeht ! Mir graut schlimmes !

lieschenmueller
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Autobauern

Ja, an denen hängt unglaublich viel. Schlimm ist - das war natürlich auch vor Corona schon der Fall - der einzelne Mitarbeiter, egal wo, kann sich noch so anstrengen, wenn es die Weltwirtschaft nicht zulässt, ist er auf verlorenem Posten.

Und fängt es bei den Großen an, wie Dominosteine purzelt nach und nach alles mit.

Balrog206
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Meinst

E weltweiten Auswirkungen ! Oder verkaufen wir diese Teile nur in Österreich !

johnnyinmotion69
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...

Auch wenn es bei UNS keinen gegeben hätte, hätte es die Volkswirtschaft trotzdem gespürt.

Globalisierung