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CoronavirusDie AUA schickt bis zu 200 Mitarbeiter nach Hause

Die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus zwingen die Lufthansa und die AUA dazu, auf die Kostenbremse zu steigen. Da bei der AUA derzeit zwei Langstreckenjets am Boden stehen, haben bis zu 200 Mitarbeiter keine Arbeit. Außerdem gilt ein sofortiger Aufnahmestopp.

© APA/Helmut Fohringer
 

Der Lufthansa-Konzern tritt wegen der wirtschaftlichen Folgen des neuartigen Corona-Virus auf die Kostenbremse. Vorstandsmitglied Harry Hohmeister kündigte am Dienstag in einem Interview mit dem "Handelsblatt" personelle Sparmaßnahmen an. Neubesetzungen müssten ausgesetzt oder verschoben werden. Auch bei der Tochter Austrian Airlines (AUA) laufen bereits Sparmaßnahmen an.

"Wir werden außerdem auch nicht verhindern können, einzelne Projekte zu streichen und in der Verwaltung bei den Ausgaben zu sparen", sagte Hohmeister zu den Überlegungen auf Konzernebene. Das seien keine leichtfertigen Entscheidungen, aber "leider unverzichtbare".

AUA schickt Mitarbeiter nach Hause

Die AUA schickt wegen des Coronavirus Mitarbeiter nach Hause. Weil wegen des Stopps der China-Flüge zwei der zwölf Langstreckenjets am Boden stehen, haben rund 150 bis 200 Mitarbeiter keine Arbeit. Ihnen wird unbezahlter Urlaub, Blockteilzeit und Bildungskarenz angeboten, sagte AUA-Chef Alexis von Hoensbroech am Dienstagabend zur APA. Die AUA reagiert wie der gesamte Lufthansa-Konzern auf die Krise.

Sparpaket greift ab April

Bei der AUA läuft bereits seit Ende 2019 ein Sparpaket wegen des Preiskampfs mit den Billigfliegern. Der rot-weiß-roten Fluggesellschaft drohten schon ohne Virusausbruch rote Zahlen. Bis Ende 2021 sollen 700 bis 800 Stellen wegfallen, bereits ab April will die Österreich-Flugtochter mit 90 Führungskräften weniger auskommen.

Allein die Einstellung der Flüge nach China belaste die AUA deutlich, so Hoensbroech. Dazu kommt nun der Ausbruch in Italien. "Bis vor kurzem war das restliche Geschäft noch relativ stabil, aber wir sehen jetzt schon die ersten Anzeichen, dass eine allgemeine Nervosität entsteht und es auch zu Sekundäreffekten kommt, ganz speziell nach Asien, aber es ist natürlich auch schon absehbar, dass die Entwicklungen in Italien nicht gerade zu einer Belebung der Nachfrage führen", erklärte der AUA-Vorstandschef.

Sofortiger Aufnahmestopp

Die Devise lautet: "Kühlen Kopf bewahren, die richtigen Entscheidungen treffen und ansonsten beobachten wir, wie sich die Lage weiterentwickelt." Zu den Entscheidungen gehört auch das vorrübergehende Freistellen von Mitarbeitern. Das freiwillige Angebot zu Urlaub, Teilzeit oder Karenz gilt zunächst für den Zeitraum April bis Juni. Darüber hinaus gibt es ab sofort einen absoluten Aufnahmestopp, auch für bereits geplante Einstellungen.

Die gesamte Lufthansa-Gruppe, zu der neben der AUA auch die Swiss gehört, hat bis zum Ende des Sommerflugplans Ende März alle Passagierflüge nach Festland-China ausgesetzt. "Das hat natürlich auch deutliche wirtschaftliche Folgen für uns und andere Industrien", sagte der Lufthansa-Manager Hohmeister.

Kommt es schlimmer?

"Es ist im Augenblick noch überhaupt nicht absehbar, wie es sich weiter entwickelt und ob und wann sie sich beruhigt", so Hoensbroech. Deshalb müsse man versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten. Zahlen zu Kosten und Umsatzeinbußen nannte der Manager nicht.

Ob es bei dem "temporären Mitarbeiterabbau" bleibt, lässt sich laut Hoensbroech zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. "Es kann gut sein, dass sich die Lage noch weiter verschärft. Und die Entwicklungen, die im Augenblick in Europa erkennbar sind, die eignen sich eher dazu, noch beunruhigter zu sein. Und dann werden wir möglicherweise noch weitergehende Maßnahmen ergreifen müssen."

Lufthansa Cargo stockt auf

Auf der anderen Seite stockt Europas umsatzstärkster Luftverkehrskonzern seine Frachtflüge nach China wieder auf. Ab Sonntag (1. März) werde das Angebot um einen Umlauf auf dann acht wöchentliche Frachtverbindungen ausgebaut, kündigte ein Sprecher der Lufthansa Cargo AG am Dienstag an. "Mit unserem Sonderflugplan können wir flexibel auf die Nachfrage reagieren", sagte er zur Begründung.

Die Frachttochter Lufthansa Cargo hatte ein Minimalangebot von fünf Umläufen pro Woche aufrechterhalten und zuletzt auf sieben Hin- und Rückflüge aufgestockt. Das ist allerdings noch weit vom Normalmaß mit 15 Umläufen entfernt, zumal die Frachträume der Passagiermaschinen mindestens bis zum internationalen Flugplanwechsel am 28. März nicht zur Verfügung stehen.

Zwischenstopps in Nowosibirsk

Die verbliebenen Cargo-Maschinen legen regelmäßig Zwischenlandungen im russischen Nowosibirsk ein, um längere Aufenthalte der Crews in China zu vermeiden.

Die von den Maßnahmen gegen das Virus SARS-CoV-2 besonders hart getroffene Luftfracht könnte bei einem Wiederanlaufen der globalen Produktion allerdings auch zu den ersten Gewinnern gehören, wenn die unterbrochenen Lieferketten so schnell wie möglich wieder geschlossen werden müssen. "Grundsätzlich hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass auf längere Produktionspausen häufig Nachfragespitzen folgen", erklärte dazu der Cargo-Sprecher.

Italien-Flüge

Zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie äußerte sich der Dax-Konzern erneut nicht detailliert. Genaue Zahlen will Lufthansa erst am 19. März auf der Bilanzpressekonferenz bekanntgeben.

Der Flugplan nach Italien, wo mehrere tödliche Fälle der Krankheit Covid-19 aufgetreten waren, bleibe unverändert bestehen. Passagieren mit Flügen nach Turin, Mailand, Bologna, Venedig und Verona werden für Flüge bis einschließlich dem 2. März kostenfreie Umbuchungen angeboten.

Kommentare (3)

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Helmut67
2
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Jetzt

Haben die Firmen die Chance elegant Mitarbeiter los zu werden.

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erstdenkendannsprechen
5
10
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wow - wahnsinn

zwei langstreckenflugzeuge stehen und das betrifft 200 mitarbeiter. voll komplex.

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Sam125
0
3
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Wow wahnsinn! Naja für die Grünen muss das Szenario, ja eine wahre Freude sein!

Jetzt können Greta und Co einmal sehen,was geschieht,wenn die gesamte Wirtschaft zusammenbricht und viele Menschen ihre Arbeit verlieren würden! Wenn in China nichts mehr weitergeht, hier bei uns die böse Luftverschmutzende Industrie stillsteht, keine LKWs mehr fahren und die Kaufkraft sinken würde! Ja Greta und Co, ohne Arbeit und mit dem Virus im "Gebäck",würden die Mensche zwar daheim bleiben müssen,aber der Weltkimaschutz ist dann bestimmt für die Menschen kein vorrangiges Thema mehr! Denn jeder will nur für sich und seine Kinder ein gutes Leben haben! Und Arbeit bedeutet nuneinmal Brot für alle und die weltweite Wirtschaftsleistung ist nuneinmal Lebensgrundlage für Milliarden von Menschen!!

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